Alle Zeit der Welt Jonas, meine Lieblingsfrage, worüber haben wir in den letzten zwei Folgen so geredet? Ich glaube, da haben wir so Linie dran, ne? Genau, der italienische Dute, sein Aufstieg, seine Wandlung vom sozialistischen Journalisten hin zum faschistischen Staatsführer Italiens, sein bewegtes Leben und haben wir seinen Tod eigentlich besprochen?
Ne, wir sind überhaupt nicht weit gekommen, ich glaube, wir sind gerade so zum Marsch auf Romig gekommen und da waren die letzten Etappen auch ganz schön beschleunigt übersprungen, muss ich sagen.
Also wir haben die immer sehr viel Zeit auf den Anfang verwendet und dann am Ende, aber ich habe ja auch endlich nicht vorbereitet, ich hatte tatsächlich nur dieses von junger Mussolini, vom revolutionären Syndikalisten zum Faschisten wird, quasi diese Zeit und die haben wir auch nur ganz knapp eigentlich überrissen und haben aber so ein paar Kernlärm da rausgezogen, eben aus der Zeit und dieser Verbindung aus Erster Weltkrieg, revolutionären Willen, die Gesellschaft zu ändern
und dem erstarkenden Nationalismus in Europa und wieder eben gewisse Teile der Konservativen, genau wie die von der extremen Linken gemeinsam zum Schluss gekommen sind, dass eben die Nation ein sehr tragfähiges Konstrukt für eine neue Massenbewegung sein könnte, in der man es schaffen könnte, kollektiv die modernen Menschen einer Idee zu unter einem Staat zu unterwerfen und eben den totalen
Bürger zu erschaffen sozusagen als Projekt. Die frühen Ursprüngungen dieser Idee natürlich auch gehen in verschiedenen Indikus, in der Kultur, bei den Futuristen, bei den Künstlern weiter zurück,
bei den konservativen Denkern. Wir haben nach Frankreich einige der Ideen verfolgt in der ersten Faschismusfolge und sind dann stecken geblieben eigentlich nach dem Marsch auf Rom und wollten heute weitermachen und je länger wir uns mit dem Faschismus beschäftigen, desto mehr merken wir, dass wir viel mehr Zeit dafür brauchen und im Gegensatz zu anderen Folgen, wo wir vielleicht ein bisschen vorbereiteter waren, ein bisschen mehr wussten schon, ist diese Faschismusreise
ein bisschen eine gemeinsame Reise, wo wir alle gemeinsam jede Woche ein paar neue Aspekte entdecken und hoffentlich irgendwann mal zu dieser letzten Folge kommen, die wir letztes Mal angeteasert haben. Endlich, bestenfalls. Endlich. Noch zu Lebzeiten. Ja, wenn einer von uns ausfällt, währenddessen gesundheitlich müssen die anderen durchziehen. Bis am Ende noch einer da sitzt und
über Faschismus redet in 70 Jahren. Nee, aber ich finde das Format eigentlich ganz spannend, dass wir jede Woche eben was lesen, uns da ein bisschen weiter ranarbeiten, neue Aspekte entdecken und das dann eben so mit euch teilen. Dass dann dieses fertige Bild für präsentieren genauso wahr ist, sind diese mehrteiligen Folgen zum Faschismus halt jetzt eher ein gemeinsames Entdecken und
Graben und ist eher so ein kleiner Studienkreis. Genau. Ich glaube, wir haben auch noch keine vorgefertigte Antwort, keine für uns feststehende Definition ausgearbeitet, sondern recherchieren da noch in alle Richtungen und graben aus Erinnerungen aus, was wir noch so wissen, um auch den Podcast als Arbeitsprozess zu sehen und für uns das Ganze mal zu orten und zu sortieren und was wir wissen irgendwie zu vergleichen und in Perspektive zueinander zu setzen,
sodass wir dann am Ende vielleicht auch ein bisschen kügiger aus der Sache rausgehen. Das hoffen wir auch. Und wir werden auch mal wieder eine gut vorbereitete Folge, also nicht sagen, dass sie nicht gut vorbereitet sind, aber wir werden auch mal wieder Sachen machen, wo wir innerhalb von einer Folge auf den Punkt kommen. Das wird immer wieder eingestreut werden. Aber ja,
vielleicht ist es ja auch produktiv, gemeinsam noch was zu suchen. Schreibt uns gerne in die Kommentare, wenn wir was vergessen haben oder dringend noch Aspekte, die wir vernachlässigt haben, die wir irgendwie aufarbeiten sollten. Also wir sind da tatsächlich für Tipps und qualifizierte Kommentare immer dankbar und freuen uns. Gerne auch, wenn ihr Ideen habt, in welche Richtung wir uns thematisch mal bewegen könnten. Da sind wir immer sehr dankbar. Ja,
aber dann würde ich sagen, wir steigen direkt mal ein. Und ich fand es gut, was du vorhin gesagt hast. Wir haben uns ja das letzte Mal den internazifischen Faschismus bis zu dem Punkt der Machtergreifung angeschaut. Und ich würde auch noch mal sagen, es ist was anderes, sich so eine faschistische oder generell eine Partei, eine Bewegung anzuschauen, bevor sie an die Macht kommt und eben noch die Massen mobilisieren muss und auf Ideologie, auf Wahlkampf, auf politische
Taktik setzen muss, um überhaupt die Macht zu ergreifen. Die Herzen der Menschen erobern, die Köpfe der Menschen erobern und dann im Falle der faschistischen Bewegung eben auch mit Gewalt gegen politische Riegel vorgehen, um sich letztlich die Macht zu erkämpfen. Aber wie dann so ein faschistischer Staat aussieht, wenn er tatsächlich mal aufgebaut ist und eine Regierungspartei
gebildet hat, das ist dann noch mal eine ganz andere Sache. Auch die NSDAP war eine andere, vor der Machtergreifung, als sie dann irgendwie aus, ja, also wirklich an der Regierung war und da
Ämter besetzen musste, Bürokratie aufbauen musste, ein Staatsapparat irgendwie aufbauen musste. Und wir werden uns heute auch noch eine faschistische Bewegung anschauen, werden da nach Rumänien springen und ja die faschistische Bewegung, die Eisener Garde oder auch die Legionen des Erzengels Michael waren eben eine Partei, Militärbund, der kurzzeitig in Rumänien in Koalition mit einem General Antonescu an der Macht war. Aber wir werden auch erstmal beginnen mit dem Leben des Führers.
Auch hier haben wir einen Führerkult, eine Person, die im Zentrum der Macht steht und die das Charisma, die Weisheit scheinbar und das Wissen besitzt, um die Menschheit, in diesem Fall in Rumänien, in ein neues Zeitalter zu befreuen. Also wir springen aus Italien jetzt nach Rumänien und vielleicht später irgendwann mal zurück nach Italien. Vergesst Mussolini also noch nicht ganz,
aber der muss noch ein bisschen warten. Der muss noch ein bisschen warten, genau. Und auch die ganzen Ankündigungen mit dem Spiel Hitler oder Höcke, das muss alles noch ein bisschen warten. Aber wir befassen uns heute mit dem Leben von Cornelius Silea Codrianus und den von ihm gegründeten Eisener Garde und den Legionen des Erbengels Michael. Cornelius Codrianus wurde 1899 in Rumänien geboren. Sein Vater war Deutschlehrer, hatte ursprünglich aber polnische Wurzeln und
änderte später seinen Familiennamen in Silea Codrianus, um ihn zu romanisieren. Sein Vater war auch Nationalist, betonte seine rumänischen Wurzeln und war anscheinend nicht nur sehr aggressiv gegenüber seinen Kindern, sondern auch sehr aggressiv in seinem Antisemitismus, den er an seinen Sohn vererbt hat. Sein Vater war Atheist und wurde später als arrogant und überheblich beschrieben. Es wird behauptet, dass sogar der Vater von Codrianus, also der Vater von, also der
Opa von Codrianus extrem gewalttätig gewesen sein soll und sogar seine Frau ermordet haben soll. Also so ein semi gutes Elternhaus, ein semi stabiler Hintergrund, was den Codrianus da kommt. Also extremer genanntlose Antisemitismus, den er da am Stammtisch bzw. Essentisch da von seinem Vater eingetrichtert bekommt und natürlich die Gewalterfahrungen auch in seinem Elternhaus. Sein Vater war unter anderem auch Mitglied der antisemitischen nationaldemokratischen Partei in
Rumänien, in die von Alexander Kusa und Nicolae Iorga begründet wurde. In seiner Kindheit war Cornelio Codrianus in Iasi und Fusi auf der Schule und wechselte 1912 auf eine Militärschule und erfuhr dort eine strenge militärische Erziehung, die seinen Glauben an seine eigenen Kräfte, also körperlich und geistig, stärkte. Während des ersten Weltkrieges hat er dann versucht als Freiwilliger bei der Militärbeizutreten wurde jedoch, aufgrund seines Alters war damals inerst
13, nee 15 wurde er abgelehnt. Ja und Rumänien hat im ersten Weltkrieg, ganz ganz kurzer Einwurf, also Rumänien hat im ersten Weltkrieg ja ganz lange nicht mitgemacht und sich quasi rausgehalten, bis dann Ende August 1916, sie auf der Seite der Entente, während der russischen Offensive gegen die Mittelmächte in den ersten Weltkrieg eingetreten sind und dann innerhalb von, ich glaube
zwei oder drei Wochen von der deutschen Armee besiegt wurden. Also für die Rumänen lief tatsächlich der Sieg in Rumänien der deutschen Truppen, war dann später auch Teil dieses Mythos des unbesiegten Heeres und so. Man hat ja quasi in Rumänien gewonnen und an der Ostfront und so weiter und das wird dann in der Weimarer Republik eben zur Durchstoßlegende dann später hochstilisiert.
Aber für Rumänien war der erste Weltkrieg auf eine ganz andere Art traumatisierend, wie für viele der anderen Länder, nämlich in der langen neutralen Situation und dann als es eben beigetreten ist in dieser extrem schnellen Niederlage, die so keiner erwartet hatte. Genau, ansonsten hätte der rumänische König Ferdinand wahrscheinlich sich anders überlegt und wäre nicht in den ersten Weltkrieg überhaupt mit rein. Vor daher als rumänischer Nationalist kein
einfaches Ereignis der Erste Weltkrieg. Keine Frage und ja die politische Lage in Rumänien ist auch nicht so ganz einfach. Auch dort breitet sich der Kommunismus aus, obwohl es offiziell noch eine Monarchie ist, aber auch der König sitzt nicht allzu komfortabel und zu sicher auf seinem Thron und es gibt viele politische Unruhen und als Kurt Reano dann auch sein Jurastudium in Yasi aufnimmt, kommt er in Kontakt mit Kusa, dem Freund von seinem Vater, den ich vorhin erwähnt
habe. Der war dort Professor für Wirtschaftswissenschaften und war politisch sehr aktiv, also besonders im nationalistischen Flügel und gründet dann zusammen mit Kurt Reano die Garda Consti Inti Nationali, die Garde des Nationalbewusstseins, also eine nationalistische
Organisation, die antisemitische und politarische Ideen miteinander vereinte. Sie organisierten sich vor allem um Streiks zu brechen, um mit Waffengewalt gegen Demonstranten vorzugehen und die ArbeiterInnen, die für ihre Rechte kämpfen, naja wieder zurück in die Fabriken, wo sie hingehören, zu prügeln. Außerdem sind sie irgendwie das ganze Stadt gelaufen und haben alle roten Fahnen gegen rumänische Nationalflaggen teilweise auch schon mit dem Hakenkreuz ausgetauscht.
Kurt Reano erhielt dann den Auftrag von Kusa, ähnliche studentische Aktivitäten auch in Yasi zu organisieren und auf dem ersten Gesamtrumänischen Studentenkommissar im Jahr 1920 setzte er dann gegen den Widerstand durch, dass jüdische Studenten aus Studentenverbänden ausgeschlossen bleiben sollten. Also da gab es wohl Bestrebungen, dass Juden plötzlich auch in Studentenverbände aufgenommen werden könnten und das gefiel den Kurt Reano nicht. Und das aber
hat er dagegen protestiert. Das ist aber dann spannend eigentlich schon mal, dass im Gegensatz zu Italien, wo die frühen faschistischen Bürgerorganisationen eben vor allem aus ehemaligen Soldaten des ersten Weltkriegs und eben gebildeten jungen Männern aus Norditalien bestanden und in Rumänien, wo es jetzt nicht diesen Mythos des Weltkriegs Soldaten vielleicht in dem Maße gibt, wie in den anderen Ländern, wie in Deutschland, in Italien auf jeden Fall,
kann quasi der Frontkampfverbund oder der Verbund der ehemaligen Soldaten nicht das Rückgrat darstellen zwingend und nicht diesen Mythos auch irgendwie, also was dann die Freikorps für die deutschen SA-Truppen als Vorbilder sind und die Landsknechte und so und für die Atitieri in Italien, die Schwarzhemden und quasi die Sonderkommandos der italienischen Armee im ersten Weltkrieg, das haben die Rumänier nicht, deswegen muss er das quasi aus den Studenten aufbauen,
aus einem anderen Milieu, da werden die Studenten quasi zum Rückgrat des Faschismus in Rumänien, nicht die nicht die Frontkämpfer des ersten Weltkriegs.
Ja, wir haben grundsätzlich auch viele Unterschiede sehen, auch gerade zum deutschen Faschismus und dann auch noch zu anderen faschistischen Bewegungen, die wir uns später noch anschauen werden, aber genau Coderno hat sich eben an der Universität organisiert, war also Akademiker und hat versucht eben die Menschen von seinen antisemitischen und nationalistischen Ideologien für sie zu gewinnen.
Wir hatten auch versehen, dass Religion bei ihm eine große Rolle spielt, ein orthodoxes Christentum, ganz viele Priester haben sich auch den Eisenen Garten angeschlossen, auch wir hatten schon mal kurz in einer Folge über ihn gesprochen mit der Iliade, der Religionsphilosoph, war Mitglied und bzw. Unterstützer der Eisenen Garten und er hat eben auch intellektuell eine ganze Menge
gerissen und ideologisch aufgearbeitet. Aber der ist auch mir auch in der Vorbereitung zu Julius Evola noch mal untergekommen, der wird uns auch ein paar zukünftigen Folgen mal wieder begegnen, also Seth Wehr. Genau, aber Coderno hat das irgendwie versucht eben so als grassroots movement ins Leben zu rufen, erstmal von der Universität, lokalen Widerstand gegen die Juden, gegen die Kommunisten, Sozialisten, Freimaurer, Sinti Roma werden auch noch Progromen und
Deportationen zum Opfer fallen. Er organisiert da und gründet zum Beispiel auch die Vereinigung christlicher Studenten und führt Aktionen durch, um jüdische Veranstaltungen zu stören. Seine Aktionen führen dann noch zu größeren Demonstrationen für und gegen ihn, die die Regierung dazu bringen sollten, eine Nummer des Klausus einzuführen, der Juden den Zugang zur Buchschulbildung stark einschränken würde. Das heißt, es gab da so ein Malus, wenn du Jude warst, dass nur noch,
also die obersten 1% irgendwie Zugang zur Universität bekommen. Man kann das Nummer des Klausus nennen oder halt einfach Dickenwurf. Eine negative Quotenregel quasi. Er hat dann auch sein Jurastudium abgeschlossen und setzte sein politisches Engagement fort, aber ist dann an die Berliner Universität gewechselt, um dort noch Volkswirtschaftslehre zu studieren und auch natürlich um internationale Kontakte gegen Juden zu klüpfen. Allerdings war da von den mangelnden antisemitischen
Einstellungen der deutschen Studenten enttäuscht. Berlin war zu der Zeit ja tatsächlich, also das war die spannendste Zeit, in der man jeweils in Berlin sein konnte und er hat nicht genossen, wie es scheint, sondern war darüber enttäuscht über den mangelnden Antisemitismus, den er gefunden hat. Also, über Berlin in den 20ern müssen wir auch noch ein bisschen mehr reden, aber ja,
da warst du alles für Gestalten unterwegs, waren in diesen Straßen. Wenn wir uns überlegen, wer von unseren jetzigen Akteuren aus den letzten 30 Folgen in der Zeit durch Berlin gestolpert ist, inklusive Steiner und so, es ist unglaublich. Also es ist in Berlin, die Deutschen sind eben zu wenig antisemitisch und Justeurter, das wirklich historisch kein Problem war. Geht raus, also muss man sich keine Illusion machen. Das war also eine der konstanten der deutschen Geschichte.
Auf jeden Fall der weit verbreitete Antisemitismus und wenn einem der nicht genügt, dann hat man schon auf jeden Fall, da hat sein Vater auf jeden Fall ganze Arbeit geleistet bei der Erziehung von
ihm. Ich bin an Antisemitismus eingeprügelt. Scheiße. Kodriano hat dann immer mehr gemerkt, dass er auch mit einigermaßen friedlichen demokratischen, in Anführungszeichen, Mitteln nicht mehr weiterkommt und hat dann auch nicht nur den Straßenkampf gesucht, der damals eigentlich noch als politisches Mittel galt, sondern ihm ging es dann auch darum, wichtige Persönlichkeiten und also jüdische und auch christliche Politiker und Persönlichkeiten
zu ermorden. Darunter unter anderem den Minister für Arbeit oder auch den Agrarminister Rumäniens. Außerdem wollten sie hier rabbinische Führer, jüdische Bankiers und Redakteure liberaler Zeitungen ausschalten. Ihr Plan wurde allerdings aufgedeckt und sie wurden verhaftet. Also Kodriano und ich glaube sieben andere seiner Kompasen. Hatte er da schon jemand erschossen oder war das quasi, wurde das vorher aufgedeckt? Es wurde vorher aufgedeckt, aber er schießt später noch
ein. Wir kommen gleich dazu. Während der anschließenden Verhör erläuterte dann Kodriano offen die geplanten Handlungen und auch seine Ideologie hinter dem fantastischen Plan, den er sich da ausgesonnen hat, nämlich seinen Antisemitismus und seine Aspiration die Nation zu retten vor den zersetzenden Elementen, die da eine neue Ordnung und einen neuen
Zeitalter Rumäniens entgegenarbeiten in seinem abstrusen Weltbild. In der Folge ihrer Verhaftung sahen sich Kodriano und seine Komplizen dann mehreren Monaten Haft im Kloster in Bukarest gegenüber und hier hat Kodriano wie schon viel zu viele Menschen in unserem Podcast eine Eingebung,
eine Epiphanie. Nämlich in seiner Gefängniszelle hängt ein Gemälde von dem Erzengel Michael, das ihn nachhaltig beeinflusst und das er als Erweckungsereignis beschreibt und ihn verdeutlicht hat, dass er als Auserwählter, wie der Erzengel Michael die Mächte des Bösen, die Schlange in Form der Juden, Freimaucher, Jesuiten, allem was spaltet und was seiner Ideologie im Weg stand zu töten. Das ist das Problem mit dieser schönen Mythologie immer.
Man kann da immer so positive Dinge reindeuten, aber wenn man will kann man das ganze auch einfach umdeuten, dass es einen eigenen Zweck und seine Epiphanie in eine sehr ungesunde Richtung haben. Wenn ein brennender Busch zu euch redet, geht zum Arzt. Aber Kodriano und seine Komparsen
wurden nicht mal verurteilt. Es gab eine landesweite Solidaritätsbekundung. Sie haben extrem viel Unterstützung gehabt in Rumänien, gerade auch in studentischen Kreisen und die Organisationen haben tausende Leute dann auch in den Ort gebracht, wo das Verfahren geführt wurde, um ihren Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass die Massen eigentlich einen Freispruch wollen und hinter den Idealen und Zielen von Kodriano stehen. Allerdings wird Kodriano die ganze Zeit
seinen Aussagen nach von der Polizei noch behälligt. Sie werfen einen genauen Blick auf ihn, beachten alle seine Schritte und davon fühlt sich dann Kodriano so angegriffen, dass er den Polizeipräfekten von Iasi erschossen hat. Klassischer Mafiamove. Ja. Bip. Dieses Ereignis markierte dann natürlich einen Wendepunkt und führte zu einem riesigen, wieder national ausgebreiteten Prozess, der so einen Kulminationspunkt für die Spannungen war,
die zu dieser Zeit in der ganzen rumänischen Gesellschaft vorherrschten. In Januar 1925 begann der Prozess gegen Kodriano in Foskani, Foksani, einer Stadt mit einer bedeutenden jüdischen Minderheit und einer aufgeladenen Atmosphäre. Und die Unterstützer Kodrianos behaupteten dann, dass es aufgrund der jüdischen Minderheit immer noch in dieser Stadt nicht sicher wäre für Kodriano und die die Richter gebiased wären und natürlich gegen ihn entscheiden würden.
Und aufgrund von Bedenken eben wegen dieser lokalen Stimmung wurde der Prozess dann nach Tounous-Severin verlegt. Diese Entscheidung führte dann aber zu intensiven Urruhen, die fast in problemartigen Ausbrüchen in Foskani übergingen, wo dann Unterstützer von Kodriano auf jüdische Beschäftige plündert haben, Juden vergewaltigt, beschlagen und umgebracht haben, um ja Solidarität zu bekunden mit dem idealen Kodrianos. Das ist keine gute Solidaritätsbekundung.
Der Prozess endete dann schließlich mit einem wenig überraschenden Urteil. Da Kodriano angeblich nur aus Nourutwe gehandelt habe, wurde er von dem Mordvorwurf freigesprochen. Ja, was auch für das Rechtssystem Rumänien zu dieser Zeit und eben den Rückhalt, den er in der Gesellschaft genoss spricht.
Extrem unangenehm, so bisher die Geschichte, die du vorbereitet hast. Also mir ist aufgefallen, dass wir vergessen hatten, dass Mussolini irgendwie seine Stiefvester geheiratet hat, die zur Zeit noch mitteljährig war, als er mit ihrer Beziehung angefangen hat, eine ganze Ecke älter war und später sie in eine Anstalt hat einweisen lassen, wo sie starb und sein Kind mit ihr
hat hinrichten lassen. Das fand ich extrem frustrierend, aber bis jetzt ist die, also kleines Addendum zur letzten Folge, werfe ich jetzt hier einfach mit ein, weil deine Folge sowieso schon
so deprimierend ist, dass es quasi hier perfekt mit reinpasst. Ja, das passt so. Bis jetzt faschistische Führer, die zwei, die wir uns angeguckt haben, gewalttätige Arschlöcher in beiden Fällen, der Rumäne mit deutlich stärkeren antisemitischen Tendenzen wie Mussolini, auch wenn der in seiner Jugend auch einige solche Sachen geschrieben hat, aber die ganze Zeit mit seiner Stiefschwester beschäftigt war. Ja, der Antisemitismus ist dann eher von Deutschland nach Italien rüber
geschnappt, rübergeschwappt. Der war ja ursprünglich im faschistischen Italien noch nicht so ausgeprägt, aber da führten sie mehr in Rumänien und durch Kurt Wehrummen. Der beschließt, nachdem er dann aus dem Gefängnis freigekommen ist, eine Hochzeit zu veranstalten und zwar mit Elena Elinouiu, der Tochter eines Eisenbahners. Seine Stiefschwester? Ist die auch ein Hieler? Die ist nämlich verwandt. Nicht verwandt oder verschwägert? Weder verwandt noch verschwägert,
glaube ich. Aber da müssen wir nochmal recherchieren. Aber auch ohne dass da interzestuöse Spannungen im Hintergrund standen, war die Hochzeit ein Riesenspektakel, weil die beiden natürlich in lokalen nationalistischen Traften geheiratet haben und danach einfach mehrere hundert Kinder adoptiert haben. Watt? Hört man auch nicht alle Tage. Watt? Aus Weisenheimen haben die einfach ganz viele Kinder adoptiert. Natürlich nur auf ihren rumänisch nationalistischen Idealen
ausgewählt. Es dürften natürlich keine Sinti, keine Juden darunter sein, sondern echte Rumäninnen, die sie praktisch als Familie führen würden. Es ist natürlich auch eine Inszenierung, das hat ja auch so einen bulträchtigen Charakter. Also der große Führer, der Vater, der jetzt schon so eine riesige Familie hat. Jim Jones. Jim Jones hat es auch gemacht. Ich habe gerade die ganze Zeit
überlegt, wer hat die Rainbow Family adoptiert. Aber Jim Jones hat ja Kinder, der hat quasi den Angelina Jolie Move vorweggenommen, bevor er dann die Cool Aid im Dschungel verteilt hat. Jim Jones macht irgendwann auch nochmal der Folge, eine Person, die Sozialist sein wollte und dann gemerkt hat, mit Religion kriege ich die Leute besser rum. Quasi statt Sozialismus und dann Faschismus turn zu machen, hat der sich tatsächlich lustigerweise zum einfachen Kirche gegründet,
statt einer faschistischen Bewegung. Ende trotzdem nicht gut, aber ich freue mich schon auf die Folge. Auf jeden Fall die Rainbow Family adoptieren. Klassischer Move. Apropos deprimierende Folgen, das wird auch eine harte Folge. Da müssen wir uns ein gutes Konzept überlegen. Aber zurück zu Kurt Reanu, der dann nachdem er auch noch über 100 Kinder adoptiert hat und schon seinen
kleinen Führerstaat im Kreis der Familie errichtet hat. Er gründet er 1927 gemeinsam mit seinen ehemaligen Mit-Häftlingen, mit denen er damals die politischen Morde begehen wollte, gründet er die Legionen des Erzengel Michael. Kurt Reanu erklärte sich das für Sci-Fi Convention, wie sie gemeinsam gründen. Was um Drachen geht? So was in der Art. Es geht nicht direkt um Drachen, eher im symbolischen Verständnis, dass das Drachen als irgendwie das Böse ging,
das sie ankämpfen. Und es hat ja auch kristliche Konnotationen, da kommen wir später noch dazu. Kurt Reanu erklärte sich also selbst zu dem Führer der Bewegung und verlangte von seinen Anhängern bedingungslosen Gehorsam. Also auch hier wieder die Unterwerfung des Einzelnen unter das Kollektiv, unter den Staat, unter den Führer, der symbolisch für den Staat steht. Anfangs gab es noch kein festgeschriebenes Programm. Das Programm war vielmehr sein Leben, seine Ansichten,
seine Ideologie und das seiner Mitstreiter. Die haben sich gegenseitig beeinflusst und radikalisiert und haben irgendwann einfach auch keine Halten mehr gekannt. Die Bewegung sollte eine Schule und eine Armee gleichzeitig sein, keine politische Partei. Und es waren auch die ganze Zeit mystische
Elemente von Anfang an präsent. Die haben sich in ihrem Mythos auf die DAKA berufen, also D-A-K-E-R glaube ich, ein mystisches Volk, auf das sie ihre Herkunft zurückführen, das in den rumänischen Staatsgebieten damals natürlich auch noch anders war, gelebt hat und das über die Zeit verwässert wurde durch ausländische Elemente, durch was sie auch Rassenschande genannt haben. Und dieser Mythos wurde bei ihnen untermauert von so christlichen
Mythen. Deswegen auch das Symbol des Erzengel Michael als treuerster Heerführer Gottes, der Gottes Plan auf Erden ausführt und die Legionen des Bösen zerstören wird. Die Bewegung hat auch eine Uniform gehabt. Uniformen auch ganz wichtig im Faschismus. Gemeinschaft schaffen durch gleiches Aussehen, durch gleiche Riten, durch gleiche Lieder, die gesungen werden, durch die gleichen Mythen, die erzählt werden, durch eine ähnliche Sprache und gewalttätige Akte, die zusammenschweißen.
Die Bewegung hat sich grüne Hemden zugelegt als Erkennungsmerkmal und haben auch eine Zeitschrift gekapert, die Pamanthuls Dramos Sechsek, die Erde der Arnen, die zweimal im Monat erschien. Kudrianov versuchte sich zunächst ganz der Bewegung zu widmen, aber Geld mangelt zwar in dem Erbst 1928
dann doch eine Rechtsanwaltskanzlei zu eröffnen. Der Arme muss Rechtsanwalt werden. Aber auf aus einer Rechtsanwaltskanzlei schwingt er sich im wahrsten Sinne des Wortes auf einen weißen Schimmel und reitet dann von Ort zu Ort, von Dorf zu Dorf über Stock und Stein und versucht Anhänger für seine politische Bewegung zu finden, weil er auch wenn er von der Demokratie enttäuscht ist, in der Möglichkeit Demokratie einen Weg sieht an die Macht zu kommen und grundlegend was zu ändern.
Und also wirklich seine Wahlkampfveranstaltungen sehen wirklich so aus, dass er von Ort zu Ort einen Pferd einreitet und den Leuten von seinen antisemitischen Halluzinationen und seinen nationalistischen Visionen erzählt. Ja. So ein faschistischer Wanderbrediger. Ja, ganz genau. Im Frühjahr 1930 gründete Kudrianov dann die Eisene Garde, die Garde des Vier. Diese Organisation war das nationale Einheit konzipiert, die die Legionärsbewegung als Kern hatte,
aber auch andere antisemitische und nationalistische Gruppen mit Einschluss. Obwohl Kudrianov der unumstrittene Führer war, wurden die Begriffe Eisene Garde und Legionärsbewegung dann oft synonym verwendet. Wie gesagt, sei er dann immer noch die Möglichkeiten noch über die Teilnahme an Wahlen, den Weg zur Macht hinzubekommen, sich den Weg zur Macht zu eblen, obwohl er die Demokratie eigentlich ablehnte. Bei den Parlamentswahlen von 1931 und 32 trat er dann mit seiner Liste an und
gewann einige Sätze im Parlament. Er forderte ehrliche Arbeit von Amtinhabern und die Wiedereinführung der Todesstrafe für die Veruntreuung öffentlicher Gelder oder Schädigung nationaler Interessen. Also klassisch populistische Themen. Kudrianov wurde von seinen Anhängern als willensstark, freundlich und energisch beschrieben, war nicht nur eine charismatische Persönlichkeit, sondern
eben auch ein Führer der nationalistischen Jugend. Obwohl er nicht als herausragend intelligent gar nicht verstand, er als Anhänger zu begeistern, wurde er schnell als unumstrittener Führer anerkannt. Sein persönlicher Lebensstil war esketisch und den propagierte er auch und wollte den auch in seiner Legion durchführen. Über 14 Jahre vermieter Theater, Kino, Bierkneipen, Bälle und andere vergnügliche Aktivitäten. Weil getrieben von klassischen moralischen Vorstellungen,
biblischen Moralvorstellungen, orthodoxen und konservativen Moralvorstellungen. Und alles, was diesem widersprochen hat, wie Theater, Kino, Kleipen, Bälle, überall wo es vergnüglich zu gehen, das stand weinend zuwider. Also auch so ein Asket wie Hitler ein bisschen, der kein Bier mochte. Beziehungsweise beide mochten kein Bier. Große Gefahr Jonas, du magst kein Bier,
vielleicht bist du Faschist. Ich mag Bier, ich bin fein raus. Ich auch, Gott sei Dank. Er aber in seiner Ideologie, die er immer weiter ausgearbeitet hat, war der Kern doch immer wieder diese Rückkehr zu dem Antisemitismus. Aber in seinem Antisemitismus, sein Antisemitismus war eher ökonomischer Antisemitismus. Er glaubte, dass die jüdische Minderheit hinter einem Koordinatenplan steckt,
um die Rumänern und andere Völker zu unterdrücken und zu versklagen. Die liberale Presse, Demokratie und vor allem auch der Kommunismus waren seiner Meinung nach Instrumente, die von den Juden genutzt wurden. Also auch der Kommunismus war nicht einfach Kommunismus, sondern der Kommunismus war jüdisch, wie wir es auch oft eben sehen. Auch im Nationalsozialismus wurden Kommunismus und Judentum gleichgesetzt. Er machte die Juden verantwortlich für fast alle Probleme im Land
für die ökonomischen Sozialen und schrieb ihnen negative Eigenschaften zu. Er entwickelte, wie wir es auch in anderen faschistischen Bewegungen sehen und gesehen haben, eine Blut-und-Boden-Ideologie im Hinblick auf Rumänien, die mit seiner Theorie der jüdischen Infiltration verbunden war. Er strebte eben die Idee eines neuen Menschen an, war auch Nietzsche-Fan und sah in diesem neuen Menschen die Möglichkeit, das alte System zu überkommen und den neuen Menschen zu
schaffen, der auch den jüdischen Einfluss auf den Markt zurückdrängen würde. Nach seiner Meinung hatten die Juden die Rumänien aus den wichtigsten wirtschaftlichen Positionen verdrängt. Am 29. September 1935 rief er eine Schlacht für den legionären Handel ins Leben. Er behauptete ähnlich den Nationalsozialisten in Deutschland, nun der jüdische Handel sei profitorientiert. Dem stellte er einen legionären oder christlichen Handel gegenüber, der auf fairen Preisen guter
Qualität und Ehrlichkeit verkunden sollte. Auf dieser Basis entstanden dann auch in den nächsten Jahren Restaurants, Läden und Genossenschaften. Also ähnlich wie bei der Anthroposophie spießen da auch Unternehmen aus dem Boden, die von der Ideologie geprägt sind, aber auf den ersten Blick vielleicht unter dem Radar fliegen. Neben der Popularisierung dieser legionären Ideen und der Veränderung jüdischer Unternehmen sollten diese Einrichtungen eben auch Geld für die Bewegung
erwirtschaften, die dann auch militärisch genutzt werden könnte. Auf Waffen, irgendwelche Freundlich-Grufen, Unterkünfte, Leute in Untergriffe verschwinden lassen oder Bestechungsgelder. Dafür brauchten die natürlich auch Geld und letzten Endes wollten sie natürlich auch an die Macht. Und das ging natürlich auch nur über die Finanzierung eines Wahlkampfes. Ähnlich wie in anderen faschistischen Bewegungen etablierte Kurt Wilahner auch so einen Märtyrerkult und
betonte den Opfergedanken in seiner Bewegung. Also es ging darum, dass sich der Einzelne im wahrsten Sinne des Wortes für das Kollektiv opfern muss, opfern kann, wenn es das erfordert. Und bei öffentlichen Veranstaltungen wurden die Namen der Gefallen gerufen, worauf die Anwesenden antworteten. Hier zu erzählen ist die Legenden. Also der heroische Tod im Kampf gegen das Böse war
ja auch einer der Mythen, die zu dieser faschistischen Idee gehörten. Ein bemerkenswerter Unterschied zur Norm, also im Bezug im Vergleich zu anderen faschistischen Bewegungen, lag aber in der tiefen religiösen Verwurzelung seiner Bewegung im rumänisch-orthodoxen Glauben. Die Benennung nach dem Erzengel Michael sollte der Bewegung eine religiöse Legitimität verleihen. Örtliche Geistliche nahmen oft an den Zeremonien teil und Kurt Gerno wurde sogar auf Ikonen abgebildet und
durch die Stadt getragen. Es gab jedoch Anbluvalenzen der Beziehung zwischen der Bewegung und der rumänisch-orthodoxen Kirche. Allerdings waren 1937 von den 10.000 orthodoxen Priestern in Rumänien geschätzt 2.000 Mitglieder der Legionärsbewegung. Es sind auf jeden Fall ein anderer Umgang mit Religion und Religiosität, als wir es zum Beispiel an dem faschistischen Deutschland haben. Ihr könnt gerne noch mal in die Folge rein hören zu den deutschen Christen.
Wie hieß die Folge noch gleich? Der arische Jesu... ne, deutsche Christen und der arische Jesus heißt ja... der arische Jesus. Ja, deutsche Christen und der arische Jesus. Ihr könnt ja auch mal rein hören, wie in Deutschland mit Religion umgegangen wurde im dritten Reich. Ja, aber da sind wir auch zu dem Schluss gekommen, dass also von den katholischen Priestern, was habe ich, unter zehn Prozent die insgesamt Mitglied waren in der Partei, aber bei den protestantischen waren die
Zahlen von Pfarrern, die Mitglieder in der NSDAP waren deutlich höher. Jetzt nicht ganz so hoch wie in Rumänien, aber glaube ich... 60 Prozent der Parteimitglieder waren in der Kirche, so und was. Genau, also Gutrianus Ziel war es, die Demokratie in Rumänien zu beseitigen, nachdem sie durch die Demokratie an die Macht kommen und es sollte einen autoritären Staat... und er wollte einen autoritären Staat mit einer orthodox-christlichen Führung errichten. Diese Führung sollte aus einer
moralisch reinen Elite bestehen, die sich durch Kooptation erneuern würde. Die Monarchie sollte jedoch erhalten bleiben. Die Eisenengarden und Gutriano betonten eine Art spirituellen Nationalismus, der eben eng mit den orthodoxen religiösen Vorstellungen in Rumänien verbunden war. Sie glaubten an die Notwendigkeit, eine reine und in Anführungszeichen aufgeräumte Rumänien zu schaffen, das frei von Einflüssen war, die sie als schädlich ansahen. Darunter vor
allem Juden. Gutrianus selbst ließ sich dann von den Anhängern eben als der Archetyp, als der Prototyp dieses neuen Menschen, den er erschaffen wollte, darstellen. Eben als moralisch, nach moralischen Prinzipien, nach Rationalität und nach Stärke ausgerichtet, ein ausgerichteter Führer und auch seine Eigenschaften, die ihm zugeschrieben wurden. Die Schönheit und männliche Stärke spielen in diesem Bild auch eine Rolle. Also wenn ihr mal Bilder googelt wollt, ist er schon ein sehr
charismatischer Typ. Ich kann mir schon vorstellen, wie er die Massen um den kleinen Finger gewickelt hat. Und das erklärt auch, wieso er von seinem Mami hätte nicht von der Bettkante gestoßen. Echt das raus. Ich hätte ihn niemals von der Bettkante gestoßen. Er hat so schöne
Schmalzlöckchen und mal kann es das Kind haben. Prototyp des Faschisten. Also er wurde da von seinen Anhängern wirklich als eine Art Heiliger verehrt und schrieb seinen späteren Nachfolger, Hobiasima, zu dem wir nachher auch noch kommen, dass man konnte glauben, eine Szene der Heiligen Schrift zu erleben. Christus spricht an wie vor zur Menge. Diese Verklärungen wurden durch örtlich starke Verbindungen der Legionärsbewegung zur romänischen Antiboxen Kirche befördert,
aber auch intellektuell schrieben Kurt Rano metaphysische Eigenschaften zu. So hat sich der Sozialwissenschaftler Cheian Heseni geäußert. Hunderte und tausende Jahre haben seine Geburt vorbereitet. Weitere Hunderte und tausende Jahre werden nötig sein für die Erfüllung seiner Gebote. Aber die Gegenwart des Führers bildet von nun an die unerschüttliche Garantie, dass am Ende des
Weges, den er beschreitet, die ewige Stadt der Erlösung der Rumänen erreicht werden wird. Er hat eben seine charismatische Ausstrahlung und seinen Populismus dazu genutzt, um die Menschen für sich und seine Ideen zu begeistern und sie soweit zu bringen, dass sie eben an diesen Optokult geglaubt haben und ihr Leben im Kampf gegen vermutete und halzinierte Mächte zu opfern. Also schon auch wieder der mobilisierte Verschwörungsglaube in Kombination jetzt
mit Nationalismus und Religiosität. Also Freimaurer, Jüdesgäter, klassischen Verschwörungstheorien, die wir jetzt immer wieder gehört haben die ganze Zeit und das mit damit eben erfolgreich Politik machen kann, weil das bei Leuten Anklang findet einfach. Also er hat genommen, was schon da war und sich persönlich da reingesetzt als
als als als wiedergekehrter Jesels. Ja, muss ich das vorstellen. Also seine ganzen Forderungen zielen ja darauf ab, einen faschistischen Staat zu erschaffen, nutzt irgendwie die wenigen demokratischen Mittel, die in Rumänien damals vorhanden sind, versucht über das Parlament an politische Macht zu kommen und tut das alles in der Zeit, in der es noch einen König von
Rumänien gibt, nämlich Karl II. Und der tritt jetzt mal kurz in Erscheinung, er wird immer mal wieder aufblitzen, aber er tritt in Erscheinung, weil Kodriano mal wieder mit dem Gesetz in in
Kontakt kommt. Er ist wahrscheinlich die ganze Zeit auch geduldet worden von dem König und weil er eben auch aktiv eingefordert hat, den König zu behalten, so er weiß, dass die Rumänen die Kirche lieben und den lieben irgendeinen König und genau, um da irgendwie unter dem Radar zu fliegen und Verfolgung zu entgehen und dann bei Gelegenheit zuzuschleiden und den König zu entthronen,
war wohl ja das, was er geplant hatte. Aber diesmal kam ihm der König zuvor, denn einige Legionärs, einige Studenten, die der Legionärsbewegung nahestanden, fuhierten einen Mordanschlag auf den Rektor der Universität von Cluj, Florian Stefanescu Gorgonga. Der Rektor überlebte zwar schwer verletzt, jedoch wurde bei dem Anschlag ein Polizist ums Leden gebracht, wohl ungebracht. Dieser Vorfall schien der Auslöser dann für die Entscheidung von König
Karl II. und dem Innenminister Armand Kalinescu zu seinen Kodrianos Ermordungen zu veranlassen. Ja, übrigens, witzige Geschichte zu Karl II. Er wurde schon mal entthont und zwar 1926, weil er eine sexuelle Affäre zu einer Bürgerlichen hatte, die er auch später geheiratet hat und dann von einem Fürsten, also ein Fürsten hat dann ein Anenthebungsverfahren
wegen unsittlichem Verhalten und ihm diese sexuellen Affäre eingeleitet. Was eigentlich dahinter steckte, das ist, dass dieser Baron die Mutter von Karl gepickt hat, also mit der Mutter von Karl geschlafen hat und gemerkt hat, dass Karl immer mehr an Macht gewinnt und hat
dann diesen politischen Skandal inszeniert, um Karl II. zu entthonen. Karl II. ist dann allerdings wieder an den Thron zurückgekommen und zwei von Karls Geschwistern sind wahrscheinlich auch Halbgeschwister von diesem Baron Baobu Stilbe, der im wahrsten Sinne des Wortes seine Mutter gefickt hat. Aber es wird behauptet von Karl II., dass Kurt Deleanu anscheinend versucht hat zu fliehen, als er gefangen genommen wurde und wurde dann erschossen. Also Kurt Deleanu wird
am 30. November 1938 erschossen. Das ist doch jetzt mal ein schnelles Happy End zur Geschichte. Der kommt jetzt alle mal auf, ganz kurz. Ja, aber mit dem Tod Kurt Deleanu nimmt die faschistische Bewegung, die Eisenegade in Rumänien und die Erzengel Legionen des Erzengels Michael in Deutschland noch nicht ihr Ende. Nämlich war ja von Anfang an der angeblich Fluchtversuch relativ unglaublich. Also die Menschen wussten, dass Kurt Deleanu irgendwie unliebsam geworden
ist und jetzt einfach gehen musste und umgebracht wurde. Und die rumänische Presse hat relativ unemotional gleichgültig auf die Ermordung Kurt Deleanu reagiert, weil sie eben auch noch Royal Monarch von dem König kontrolliert wurde. Aber leider hat nach dem Tod der Faschismus und die Eisenegaden nicht an Zustimmung, an Unterstützung verloren. Ganz im Gegenteil, nach dem Mord an Kurt
Deleanu bzw. der inoffiziellen Hinrichtung durch Karl gab es immer mehr politische Unruhen. Die Leute wussten, dass die Erzählung von dem Fluchtversuch unglaubwürdig war und ja ein
Führer, nämlich Sima drängte dann in den Eisenengarden an die Macht. Die Nachricht von Tod Kurt Deleanu hat auch zu Spannungen zwischen Rumänien und dem Deutschen Reich geführt, weil natürlich Kurt Deleanu Hitler Fan war und auch Gelder aus Deutschland erhielt und Hitler fürchtete, dass ihm die Zustimmung zum Mord zugeschrieben werden könnte, nachdem König
Karol ihm kurz zuvor einen Besuch abgestattet hatte. Und da hatte er Angst, dass die Eisenegarden das als Verrate nehmen und ihn nicht unterstützen und zwar für ihn ganz wichtig, weil ja auch Rumänien dann in den Krieg auf oder mit den Achsenmächten in den Zweiten Weltkrieg eingestiegen ist. Die meisten führenden Mitglieder der Eisenengarden waren damit tot oder inhaftiert. Mit Kurt Deleanu wurden auch noch zehn weitere seiner engsten Genossen umgebracht, was die Handlungsfähigkeit
der verbliebenen Mitglieder dann stark einschränkte. Einige Mitglieder sind ins Ausland geflohen, darunter eben Hurisima, der sich im Machtkampf um die Nachfolge Kurt Deleanu durchgesetzt hatte. Sie haben eben dann nach Möglichkeiten gesucht Kurt Deleanu tot zu rächen und die Eisenengarden an die Macht zu prügeln. Die Lage endete sich dann als die Eisenengarden unter Hurisima kurzzeitig 1940 unter Karol, König Karl II. und dann ab 6. September 1940 unter Marschall Ion Antonescu
an der Regierung beteiligt wurde. Also der König hat mehr oder weniger abgedankt und hat die Regierung an den Marschall Antonescu und Hurisima, Huriazima abgegeben, die sich das untereinander aufgeteilt haben. Also das Militär unter Antonescu und die Eisenengarden als verlängerte Arm und politischer ideologischer Arm des Militärs haben zusammen die Regierung gebildet. Also eine Art Militärdiktatur für das System. Legionärspaar. Ah ja genau. Bis September 1940 dankte eben
König Karl II. ab und die Eisenengarde ging eine angespannte politische Allianz mit General Ion Antonescu ein, wodurch der sogenannte Nationallegionärsstaat erst entstand. Huriasima konnte aus dem Exil zurückkehren und stieg als stellvertretender Ministerpräsident sogar in die
neue Regierung auf. Und er übernahm in Rumänien wieder die Führung der Eisenengarden. Er hat fünf der längsten Legionäre zur Ministerposten im Nationallegionärsstaat ernannt und Mitglieder der Eisenengarden haben auch Führungspositionen als Prefekten in den Verwaltungsbezirken Rumänen zu übernommen. Die Zeit war geprägt von extrem vielen Xenophoben und antisemitischen Angriffen,
die von den territorialen Abtretungen Rumäniens im Sommer 1940 ausgelöst wurden. Die Partnerschaft zwischen Siebern und Antonescu war nicht nur angespannt, sondern begann dann aber langsam auch zu bröckeln. Antonescu war frustriert von der Eisenengarde und sagte es hat Zeitverordnung und Legalität, weil die Eisenengarde eben auch dafür bekannt war, Pogrome anzurichten,
Leute einfach zu deportieren und umzubringen. Siema konnte zudem nicht die volle Unterstützung seiner deutschen Verbündeten finden, die Zweifel an der Fähigkeit der Legionäre hatten, das Land effektiv zu regieren. Also als Schlag- und Stoßtrupps waren sie effektiv und als Unterstützung, um faschistische Staaten zu errichten. Aber die Deutschen haben die Eisenengarde eben nicht als regierungsfähig angesehen. In dieser Zeit verschlechterten sich auch die Zustände in
Rumänien. Es gab Infrastrukturprobleme und ein riesiges Erdbeben im November, zudem noch schlechte Ernte und Unzufriedenheit in der Bevölkerung und das alles hat dann dazu geführt, dass sich die Unzufriedenheit immer mehr gegen die Eisenengarden und Turisima und deren Gewaltherrschaft errichtete. 1941 kam es dann noch immer mehr zu Spannungen zwischen Antonescu und Siema, die schließlich im
Januar 1941 in die sogenannte Rebellion der Legionäre mündete. Antonescu hat daraufhin Hitler aufgefordert zwischen der rumänischen Regierung, also ihm und dem Militär, und der Eisenengarde zu wählen. Hitler hat sich dann für Antonescu entschieden und die Legionäre wurden brutal unterdrückt. War das dann so was ähnliches wie die Entmachtung der SA in Deutschland oder wie muss man sich das vorstellen? Ich denke der Vergleich passt ganz gut. Es gab dann so eine
nachtelange Messer und die Kader wurden ausgeschaltet. Der Auslöser für das die Spannungen dann eskalieren war nicht nur die regelmäßigen Prokome und Morde und Vergewaltigungen an den jüdischen Minderheiten in Rumänien, sondern die Spannungen sind dann eskaliert, als es einen Mord, einen ungefährten Mord an einen Major der deutschen Militärmission in Rumänien 1941 gab und das führte zu einer Reihe von dramatischen Ereignissen wie dann das Land in Aufruhr versetzt.
Und folgenden Tag hat Antonescu dann den Innenminister Konstantin Petrovii Kisku und den Chef der Sicherheitspolizei Alexandru Gika, die beide der Legionäre, das Bewegung nahestanden entlassen. Diese führte dann zu Straßenkämpfen zwischen den Legionären und den Armee-Einheiten. Die Situation verschärfte sich als eine Gruppe von Legionären, Zeitungsredaktionen und Telefonzentralen besetzten und über Radiosender deutsche Truppen um Hilfe baten. Am 22. Januar
erreichten die Kämpfe dann ihren Höhepunkt. Gleichzeitig brachen die jüdischen Viertel von Bukaresprokome aus, begleitet von Plünderungen und Brennschätzungen. Offiziell berichten zu Folge verloren 150 Juden ihr Leben. Einige von ihnen wurden in einem Wald bei Yilava erschossen. Antonescu griff am Abend des 22. Januars hart durch und schickte Panzer um Straßenbarrikaden zu beseitigen und die Kämpfe forderten viele Menschenleben darunter, vor allem auch von
Prokomen. Die Eiserne Garten ziehen jetzt einfach morgen durch die Straßen und schalten alles aus, was ihren Zielen im Wege steht und worauf sie ihren Hass projizieren können. Unter anderem führten sie in Bukarest ein Prokrom durch, bei dem Synagogen zerstört wurden, jüdische Häuser und Geschäfte geplündert wurden und 121 Juden ermordet und gefoltert wurden. Außerdem gab es 30 weitere, kleinere Prokome in kleinen Städten.
Die Kreueltaten gegenüber Juden erreichte einen neuen Höhepunkt, als die Legionäre 5 Juden, darunter ein 5-jähriges Mädchen, auf bestiallische Weise ermordeten. Sie wurden verstümmelt und wie Fleisch aufgehängt und mit Etiketten versehen, auf denen Kosher stand. Laut den damaligen amerikanischen Botschafter in Rumänien Franklin mit Gunther wurden 60 jüdische Leichen an den Haken, die normalerweise für Tierkaderber verwendet
werden, gefunden. Sie waren alle gehäutet und die Menge an Blut liess darauf schließen, dass sie bei lebendigem Leib gehäutet worden waren. Und nachdem die Eisenengarten den politischen Machtkämpfen unterlegen sind und noch diese Prokome veranstaltet haben und Menschen massakriert
haben, fliehen die meisten nach Deutschland. Und in Deutschland haben sie auch erstmal einige Freiheiten, aber als Antonescu dann davon erfährt, dass sie sich in Deutschland aufhalten, drängt er Hitler dazu, was gegen die Eisenengarten zu unternehmen, weil er fürchtet, dass die irgendwann zurückkehren und seine Regierung stürzt. Die geflohenen Gardisten müssen schriftlich zusichern, keine politischen Aktivitäten auszuüben,
andernfalls würden sie direkt nach Rumänien ausgeliefert. Die 14 obersten Legionärsführer wurden ab April 1941 in SS-Erholungshain Berkendrück in Brandenburg untergebracht. Doch schon bald wurden dann auch auf Bestehen von Antonescu die Regel verschärft, hier würde Bewegungsfreiheit eingeschränkt und die Briefe zensiert. Zur gleichen Zeit wurden 16 niederrangige Legionäre in einer Gaststätte in Kritzmov untergebracht und in der Rüstungsproduktion
in Rostock beschäftigt. Die Gruppe wuchs stetig an, als weitere Legionäre aus Rumänien verloren und in Rostock konzentriert wurden. Die in Berkendrück internierte Führungstruppe versuchte heimlich die Verbindungen zu den Legionären in Rumänien aufrechtzuerhalten, wie es Antonescu oft geplant hat, aber er hat sofort interveniert, wie er wollte bei den deutschen Stellen, hat persönlich an Hitler und Himmler geschrieben und hat sie dazu getränkt,
andere Maßen gegen die Legionäre zu durchführen. Aus Unzufriedenheit mit seiner erzwungenen Untätigkeit flog Sima dann im Dezember 1942 nach Rom, um bei Mussolini Unterstützung zu suchen und für seine Kampfgenossen ein gutes Wort bei Hitler einzulegen. Aber seine Flucht löste wieder Unmut bei Antonescu und Hitler aus und da wurde Sima zurück nach Deutschland
gebracht und inhaftiert. Die Legionäre, die übrig geblieben hatten, wurden dann in verschiedenen Konzentrationslagern untergebracht, darunter Dachau und Sachsenhausen. Das stimmt wohl. Also offiziell galten Sie als Erdenheftlinge in Konzentrationslagern?
Es wurden zum Beispiel oft Kriminelle in den Konzentrationslagern verwendet, um als Vorarbeiter oder Kapos die anderen zu überwachen und dann auch Brutale, also die Menschen waren dann eben diesen berufskriminellen Gewalttätern ausgeliefert und die haben dafür gewisse Privilegien genossen dafür, dass sie eben Teile der sadistischen Arbeit an den Menschen verübt haben und da waren jetzt wahrscheinlich faschistische Gardisten aus Rumänien relativ,
also wenn es da Forschung gibt, das werden wir uns ein bisschen nachschauen, das wäre auf jeden Fall spannend. Wenn da jemand was weiß, schreibt uns gerne was in die Kommentare, das wäre spannend. Aber Sima gelingt es dann auch mit einer SS-Uniform zu fliehen, wird dann allerdings irgendwie über Italien wieder ausgeliefert und wird wieder in Oranienburg untergebracht in Kürzeit, als sich die politische Lage allerdings dann ändert und Rumänien dann am Ende des Zweiten
Weltkrieges den Alliierten beitritt, versucht dann Himmler bzw. versucht dann Deutschland Sima wieder dafür zu gewinnen faschistische Propaganda in Rumänien zu betreiben und das Land davon zu überzeugen, dass sie auf der falschen Seite des Weltgeschehens stehen und ihre antisemitischen Ideale nicht verraten dürfen, für die die Eisenengarten in Rumänien
stehen. Wir haben hier glaube ich so einen Überblick bekommen über eine unglaublich interessante, unglaublich verworrene und widersprüchliche Bewegung bekommen. Ja und unglaublich brutal, also du hast da heute auf jeden Fall Abgründe aufgemacht, die ich nicht erwartet hatte. Ich hätte erwarten müssen, aber habe ich so nicht auf dem Schirm gehabt.
Und auch ein Faschismus, der religiös begründet ist, ist auch neu, in dem trotzdem die Nation als der Mythos gesehen wird, der wiederbelegt werden soll mit den Mitteln der Reinigung, der Säuberung, alles was dem Endzweck des Staates, der Nation, dem Volk letzten Endes auch entgeben steht, das muss vernichtet werden, muss ausgewottet werden und in diesem Fall wie auf dem Fall anderer faschistischen Bewegungen richtet sich der Hass gegen Kommunisten, Sozialisten,
gegen Juden, gegen Freimaurer und Jesuiten, die anscheinend dem Verborgenen ihre Stränge ziehen und den Zielen der Faschisten entgegenarbeiten. Ja, ist ja spannend. Ja und Rumänien wird halt oft auch einfach übersehen. Also ich denke, ich hatte den rumänischen Faschismus nicht so auf dem Schirm und die eisernen Garten
sind jetzt nicht das, woran man denkt, wenn man an Faschismus denkt, so. Aber deswegen auch irgendwie zu faszinierender, die lokalen Phänomene in anderen Ländern außerhalb von Deutschland und Italien zu beleuchten, die man sonst vielleicht nicht auf dem Schirm hat und die ja trotzdem jeweils in der gleichen Zeit eine lokale Variante des Faschismus erzögert haben, weil das gerade so in der Luft lag, weil das gerade tatsächlich, also
nach dem ersten Weltkrieg klimatisch die Bedingungen auch ideologisch, ja, in ganz Europa dazu geführt haben, von Spanien bis nach Rumänien, dass Faschisten versucht haben und auch erfolgreich versucht haben, die Macht zu übernehmen in Europa.
Und ich denke, so ein paar Unterschiede sind uns natürlich ins Auge gefallen, also diese christlichen Untertöne der eigenen nationalen Mythos, der natürlich in Rumänien völlig anders ausgestaltet ist als in Italien, als in Spanien, als in Kroatien oder in Deutschland. Aber der faschistische Grundtonus, der allen Bewegungen irgendwie zugrundelos liegt, ist eben antidemokratisch, antidemokratisch, anti-intellektuell und ich bin durch Leute, ich kriege den Satz nicht mehr zu Ende.
Die Unterwerfung des einzelnen Bürgers unter den Staat, dieses Führerideal und eben die Unterwerfung, also unter die Staatsreligion des Individuums, unter diese Einheitskultur, die jetzt scheinbar neu geboren wird. Und in diesem Fall ist es eben in einer sehr stark orthodoxen Ausprägung, die neu geborene, scheinbar alte Kultur, zu der zurückgekehrt wird.
Da gibt es bestimmt auch viele erfundene Traditionen in Rumänien, die auf die Zeit zurückgehen, da könnte man auch mal nachrecherchieren, ein bisschen gucken. Aber ja, also auch ein Land ist ja dann mit einem Schlag aus der Monarchie, mit ein bisschen Parlamentarismus, direkt in den Faschismus und danach in den Kommunismus. Also nach dem zweiten Weltkrieg dann als kleiner Ausblick der rumänischen Geschichte geht es ja diktatorisch nicht besonders gut weiter.
Genau, also die Rumänen hatten bei den beiden Weltkriegen auf jeden Fall auch keine besonders gute Zeit, wobei der erste Weltkrieg tatsächlich spannend anders lief für sie. Trotzdem hat es das Land nicht vor dem Faschismus bewahrt und auch nicht vor dem Progrom und den Gewalterfahrungen, wie du uns heute erzählt hast. Was schauen wir uns den Nächsten mal an? Wir können uns noch ein paar andere faschistische Belegungen anschauen.
Einen Blick nach Großbritannien werfen, auf Oswald Mosley, den jüngeren British Union of Fascists. Wir können uns die Ustaschaer in Kroatien anschauen. Wir können uns die revisionistischen Maximalisten, die zionistische faschistische Bewegung anschauen. Die brasilianischen Integralisten, eine antirassistische faschistische Bewegung. Ja, ich glaube wir haben noch einige faschistische Bewegungen in Petto, bevor wir uns dann vielleicht auch an die Definition trauen.
Ein bisschen die katholische Version von dem, was wir heute gehört haben, mit Franco und so einem sehr konservativ katholischen Faschismus, der von Charles Morasse auch vorgedacht wurde, über den wir ja schon geredet hatten zum Beispiel. Wir verfolgen die vielen Verbindungen einfach weiter. Wir werden auch noch irgendwann über den späteren Mussolini dann reden müssen und seine spannenden Entführungen und Befreiungen in den Alpen.
Da haben wir noch einiges vor uns, bevor wir vielleicht auch noch mal zu Deutschland ein paar Folgen machen. Wir müssen nicht die gesamte Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland nach erzählen, aber so eine Folge zum Anerbe zu einzelnen Aspekten. Einfach nochmal konkret irgendwas, was wir spannend finden, beleuchten. Und dann irgendwann kommen wir hoffentlich zum Gesamtbild des Pussens.
Ansonsten bis nächstes Mal beim Faschismus oder in einer dazwischen gestreuten Episode, um uns davon zu erholen, eins von beiden. Und ja, sollen wir noch irgendwas zum Ausgleich sagen? Fühlt sich irgendwie falsch an, nach fünf Sternen zu fragen und einer guten Bewertung und Patreon-Follower nach der Folge. Von daher, können wir das einfach mal weglassen. Ja, bitte. Bitte, lassen wir weg. Macht's gut. Bis nächste Woche. Vielen Dank fürs Zuhören. Ciao. Macht's gut.
