Denn sie dürfen mir Glauben schenken, der Vampir ist überall bekannt, wo Menschen leben. Im alten Griechenland, im alten Rom, er spukt in ganz Germanien und Frankreich, in Indien wie im Chersonnes, sogar in China, das doch so weit in jeder Hinsicht von uns abliegt, ist er bekannt. Und die Menschen fürchten sich dort für ihn bis auf den heutigen Tag. Er folgt den Spuren der isländischen Berserker, der vom Teufeln erzeugten Hunnen, der Slaven,
Sachsen und Magyaren. Soweit reichen also unsere Kenntnisse über ihn, und in der Tat ist so manches, was jene Völker von ihm glaubten und noch glauben, durch das erwiesen, was wir an uns selbst erfahren mussten. Der Vampir lebt weiter und kann nicht sterben im Laufe der Zeit. Er gedeiht immer weiter, solange er sich vom Blute lebender Wesen ernähren kann. Noch mehr, wir wissen auch, dass er sich sogar zu verjüngen vermag, dass seine Lebenskraft immer größer wird und sich immer wieder zu erneuern
scheint, wenn er genügend Nahrung hat. Abram Van Helsing in Duems Dokas Dracula Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Allerzeit der Welt. Heute steigen wir gemeinsam mit Life tief hinab in die dunkleren Kapitel der Menschheitsgeschichte, nämlich zu jenen Wesen, die angeblich aus ihren Kräbern zurückkehren, um unter den Lebenden Unheil zu stiften. Vampire, Wiedergänger und Nachzehrer,
da freue ich mich besonders drauf. Wie bei uns im Podcast so üblich, beginnen wir heute im Erster Teil in der Frühzeit der Menschheit bei rätselhaften Bestattung der Glockenbecher -Kultur und Untoten im antiken Mesopotamien. Das wäre ganz bei dir, Leif? Ja, das kommt davon, wenn du von wieder einen Alto -Orientalisten und Preistofenarchäologen einlädst. Erstmal herzlichen Willkommen, Leif. Heute mit mir, Johannes, und mit Leif. Ich freue mich mal wieder hier zu sein. Sehr, sehr schön.
Und wir haben ein sehr schönes Thema für euch vorbereitet. Ausgiebigst vorbereitet, muss ich sagen. Größtenteils von Live. Vielen Dank dafür. Wir haben einen Dreiteiler geplant, wo es heute eben um, wie gesagt, die Ursprünge in der frühesten Menschheitsgeschichte geht. Altnordische Sagen, das antike Griechenland und dann bis... zu mittelalterlichen Friedhöfen und Pestgräbern der frühen Neuzeit in den späteren Teilen und landen dann am Ende des dritten Teils schließlich beim Vampir als
Figur der Popkultur des 19. Jahrhunderts, der direkten Vorlage der Twilight -Romane. Davon freue ich mich schon besonders. Ich habe leider nicht mehr geschafft, die Triologie jetzt noch mal komplett zu lesen oder mir anzuschauen. Oder es gibt sogar vier Bücher. Ich glaube, es sind vier, zumindest bei den Filmen. Bitte korrigiert uns unser mangelndes Zweileidwissen. Wir kennen uns nur mit allen älteren Quellen aus. Was die Neuesten angeht, sind wir nicht ganz auf dem
Laufenden. Auch die ganzen Vampirserien auf Netflix konnte ich jetzt leider nicht alle in der Vorbereitung schauen. Was kannst du eigentlich? Ein großes Versäumnis, ich weiß. Dafür bin eigentlich ich da für die popkulturellen Referenzen hier. Aber wir wollen uns anschauen, nicht nur wo kommt jetzt so der klassische Dracula her, wie es in einer typischen Doku zum Thema ist, sondern wir wollen wirklich tief einsteigen, uns Zeit nehmen,
uns viele Quellen anschauen. Live wird uns ein bisschen erklären, wie das mit der Archäologie dann auch funktioniert, mit irregulären Bestattungen, was ein bisschen dein Fachgebiet ist auch und werden uns eben fragen, was verraten solche Geschichten auch über unsere Ängste, Aberglauben und den Umgang mit dem Tod im weitesten Sinne. Warum wurden Leichen gefällt, enthauptet oder mit Ziegelsteinen im Mund begraben? Da wirst du noch einiges zuzusagen
haben. Und wie kamen wir von den schmatzenden Leichnamen, den Nachzehrern in Mitteleuropa, zu dem uns heute vertrauten Dracula -Vampir mit Cape und Langeckzähnen? Ich muss euch der Offenheit halber sagen, ich habe Eckzähne wie ein Vampir. Das heißt, ich bin vielleicht nicht ganz unvoreingenommen bei dem Thema. Wenn ihr mich begrabt, irgendwann mindestens einen Ziegelstein in den Mund, vielleicht auch einfach verbrennen. Ich würde sagen, ich würde empfehlen, mich zur Sicherheit verbrennen.
War feindlich. Du weißt ja, was ist rot und schlecht für die Zähne? Ein Backstein. Ich weiß noch nicht, ob das das offizielles Testament zählt, wenn ich sie sehr öffentlich im Podcast verlautbare, aber für alle Fälle verbrenne ich mich gerne. Wir steigen. Jetzt ganz vorne ein, mit unserem ersten Teil. Willkommen bei unseren Untoten aus
der Vorzeit. Und ganz grundlegend müssen wir die Frage klären, was sind überhaupt Untote und Wiedergänger, was haben die mit dem Vampir zu tun und wie grenzen wir das ab von anderen Sagenfiguren, mythologischen Figuren, wie auch immer. Genau, ja, wir reden jetzt in diesem und der folgenden Teilen über Untote oder Wiedergänger im engeren Sinne, d .h. zum Leben erwachte menschliche Leichname, die ins Leben zurückkommen, um den lebenden Faden
dazu zufügen. Das heißt, wir sprechen nicht über Tote, die wirklich wieder ganz normal lebendig auferstehen. Tut mir leid, Jesus wird leider nicht vorkommen. Jetzt haben sich vielleicht manche von drauf gefreut, aber kann man nichts machen. Jesus Christ Vampire Hunter wäre ein guter Film. Oh ja. Generell werden wir viele gute Filmideen heute entwickeln. Entschuldigung. Ja, da habe ich gar keinen Zweifel dran. Wir
sprechen leider auch nicht über Gespenster. Der Unterschied zwischen Untoten und Gespenstern ist nun nicht, was man erst erwarten könnte, dass der Untote materiell ist und das Gespenst irgendwie immateriell nicht körperlich oder so. Wenn man die Sargen guckt, können Gespenster mitunter auch durchaus sehr materiell erfeinen. Also, dass sie zum Beispiel auch Menschen oder Dinge berühren und physisch damit interagieren
oder so. Aber der Unterschied ist eben, dass Gespenst ist, egal in welcher Gestalt es erfeint, nicht identisch mit dem Leichnam. Also der Leichnam kann vielleicht schon unter der Erde liegen, völlig skelettiert, und das Gespenst erfeint trotzdem wieder Mensch zu Lebzeiten, während der Wiedergänger wirklich buchstäblich der Leichnam selbst ist, der durch die Gegend wandelt. Unser moderner, also das würden wir wahrscheinlich popkulturell als Zombie bezeichnen. Der Zombie
ist halt der eine Unterart des Ganzen. Genau, die wahrscheinlich bekannteste Form des Nieten. Wenn wir jetzt das beschrieben hören, was du gerade gesagt hast, der untote Körper, der zurückkommt und die Lebenden stört, dann ist das ja so ein bisschen der Gedanke, dass man direkt diese Zombie -Filme im Kopf wichtig ist, dass die Bezeichnung ganz woanders herkommt und eben dass sehr viele andere Vorgänger und eine sehr lange Vor -Tradition
hatten, die wir heute erkunden wollen. Ja, Gespenster wäre nochmal ein interessantes eigenes Thema. Da gibt es ja auch durch sämtliche Kulturen unzählige Geschichten, Sagen, Literatur und so weiter. Das könnten wir unmöglich auch selbst in einem Dreiteiler abhandeln. Wobei man natürlich immer im Hinterkopf behalten muss, dass die unter viele nicht so trennfarf sind, wenn man in alle Strophenquellen guckt. Da gibt es natürlich auch immer Grenzfälle
und Überschneidungen und so. Womit wir uns auch nicht beschäftigen wollen, sind jede Form von dämonischen Wesen und so. Da wird gerade in der populär Kulturen, auch in der populär wissenschaftlichen Veröffentlichung immer gerne mal einiges durcheinander geworfen, wenn alles, was irgendwie Blut saugt, dann auch so zu den Vampiren oder dessen Vorläufern
erklärt wird. Aber oft haben wir es da eben auch mit Monstern und Dämonen und so zu tun, sprich mit Wesen, die niemals Menschen waren, sondern von Anfang an das waren, was sie sind, nämlich halt Monster oder Dämonen. der Wiedergänger oder
Vampir ursprünglich mal ein Mensch war. Ich habe gerade schon so ein bisschen die Klischees angesprochen, die wir haben, indem ich auf den Zombie als das Klischee des Untoten so schlechthin irgendwie und die Leute denken vielleicht bei dem Untoten gar nicht als erstes an den Vampir, aber das ist natürlich eigentlich ein zentraler oder mit derbe zentrale Aspekt, den wir durch die Zeit hinweg beim Vampir oder beim Vampir -artigen
Wesen sehen können. Absolut. Also wenn wir heute in die Populärkultur gucken, haben wir da natürlich immer so verfiedene Gattungen. Also einerseits der Vampir in 1000 Varianten, eben der Zombie. Wir haben natürlich die Ägypte für Moonbeer. Vielleicht machen wir die nochmal in dem nachfolgenden Teil. lebende Skelette oder eben auch einfach so generve, auferstehende Tote, die halt nicht näher in irgendeiner historischen Tradition verortet
werden oder so. Bis hin zu irgendwelchen Serienmördern, die wieder von den Toten auferstehen, wie wir es im Slasher -Film sehen. Jason War hieß in Freitag der 13. ist in den späteren Teilen ja streng genommen auch ein Wiedergänger. Ja, da ist natürlich spannend, dass wir heutzutage ein sehr klar definiertes Bild von einem Vampir haben.
Und das ist eben Dracula, das ist eben ein Mann mit diesen Eckzählen, der mit seinem langen Cape und einem irgendwie meintlich osteuropäischen Akzent spricht und jungen Frauen das Blut aus dem Hals saugen will. Und natürlich große Angst vor Silber und Knoblauch hat und dem Tageslicht. Genau, vor Kreuzen. Er hat kein Spiegelbild und oder keinen Schatten oder der Schatten macht, was er will. Er kann ein Haus nur betreten, wenn er eingeladen wird und ja, diverse weitere solche
Regeln. Ja, wenn man ihn loswerden will, braucht man am besten einen hölzernen Flock durchs Herd oder gleich die Enthauptung und Verbrennen geht immer. Verbrennen geht immer, ist schön. Genau, aber da sehen wir diese Ansammlung, die aus ganz vielen unterschiedlichen Traditionen teilweise auch stimmt, die alle in dieser Figur des Graf
Dracula zusammengeflossen sind. Und das ist eben dieser Roman von Bram Stoker, aus dem wir auch am Anfang zitiert haben, wo der große Widersacher von Count Dracula darüber schreibt, wie omnipräsent dieses Thema durch alle Kulturen und durch alle Zeiten hindurch eben gewesen sei. Und ja, wir werden dann jetzt im Folgenden mal versuchen,
das Ganze etwas näher aufzudröseln. Und es stellt sich tatsächlich heraus, dass viele dieser Motive, die wir aus der Populärkultur kennen, schon erstaunlich weit zurückgehen und eine ganz bemerkenswerte Kontinuität aufweisen, während andere wiederum viel jünger sind, als man eigentlich denkt und erst erstaunlich spät überhaupt dazukommen und früher im Volksglauben und so eigentlich überhaupt noch keine Rolle spielen. Ja, und wir steigen
ein. Ganz weit vorne nenne ich möglichen Wiedergängerbestattungen in der Uhr - und Frühgeschichte in Europa. Wenn wir mit den Anfängen der Menschheitsgeschichte uns befestigen wollen, und so ist natürlich immer das Problem, der Großteil der Menschheitsgeschichte ist prähistorisch. Das heißt, wir haben da einfach
keinerlei schriftliche Überlieferungen. Und wir können entsprechend nur aus archäologischen Funden ein bisschen versuchen zu rekonstruieren, wie die Menschen damals gelebt haben oder gelebt haben könnten. Das geht natürlich in einigen Bereichen besser als in anderen. Wir wissen relativ gut, was für Keramikformen die Menschen in der Jungsteinzeit oder so verwendet haben, aber doch ziemlich wenig über ihre ganze Geisteswelt, ihre
Religion, ihre Erzählungen und so weiter. Also stellt sich natürlich die spannende Frage, ab wann haben die Menschen erstmalig an sowas wie Untote geglaubt? Und ja, was da als Quelle in Frage kommt, sind halt vor allem Bestattungen oder allgemeiner gesagt Behandlung menschlicher Überreste, die wir im archäologischen Befund finden. Und da gibt es natürlich immer zum einen die normalen Bestattungen oder die uns als Archäologen als normal erfeinen. Also zum Beispiel ein typisches
Erdbegräbnis oder eben auch Verbrennung. Je nach Periode und Kultur ist natürlich auch unterschiedlich, was so als der Standard gilt. Und dann gibt es die sogenannten irregulären Bestattungen. Also grob gesagt alles, was davon abweicht. Und auch sowas findet man eigentlich durch alle möglichen Kulturen, weil man sich Mitunter auch quellenkritisch wieder fragen musste, ist das, was wir hier vor uns sehen, eigentlich tatsächlich so irregulär?
Oder können wir es uns einfach nur aus unserem eigenen kulturellen Bias heraus schlecht vorstellen, dass das vielleicht doch ziemlich normal gewesen ist? Du bildest halt, du schaust Gräberfelder von einer Kultur aus einer Zeit an und siehst, so und so viele machen, also 80, 90 Prozent machen alle, sind alle auf eine Art und dann hast du die... Einer an Prozent, die eben da rausfallen. Und dann ist es natürlich schon auffällig zu sagen, waren, wurden diese Menschen nicht begraben
wie die Mehrheit? Was zeichnet die aus? Und eine sehr interessante Frage, um vielleicht auch Rückschlüsse auf das Normative schließen zu können, indem man auf die Ausnahmefälle guckt. Zum Beispiel die Ausnahmen bestätigen die regelmäßig. Da finden wir halt, ja. von seit Urzeiten immer wieder ungewöhnliche Bestattungsformen. Also man muss sagen, in der ganz alten und Mittelsteinzeit haben wir allgemein zu wenig Bestattung, als dass sich da wirklich klar solche Normen herausarbeiten
ließen. Also was gewöhnlich, was ungewöhnlich ist. Und auch dann in der Jungsteinzeit, also wenn die Menschen bereits sesshaft sind, Ackerbau betreiben und so, haben wir da je nach Kultur auch ganz verschiedene Bestattungssitten. In manchen entsprechen die auch überhaupt nicht dem, was wir so kennen. Da werden die Totenfleiter in irgendwelchen... Gräben ausgelegt und verwesen lassen und ähnliches. Oder die Knochen werden
später in Megalitgräber gepackt. Aber es beginnt dann vielleicht etwa so im dritten Jahrtausend vor Christus. Da haben wir mehrere Kulturen, wie zum Beispiel die Glockenbecherkultur und auch die Schnurrkeramik. Ja, und da haben wir dann durchaus schon gewisse ungewöhnliche Bestattungen. Es gibt zum Beispiel aus Opin in Sachsen -Anhalt einen Grab der Glockenbecherkultur, etwa um 2200 vor Christus. das Sklett eines Mannes und über seinen Unterfenkeln lag eine große Steinplatte.
Also das ist nun nicht das, was man in der Kultur immer so erwartet. In viel späteren Zeiten kennen wir sowas ja durchaus als Prävention gegen Untote, damit die halt nicht wieder auferstehen. Oder aus Schöningen im östlichen Niedersachsen gibt es ebenfalls eine Bestattung, das Sklett einer Frau. die offensichtlich keines natürlichen Todes gestorben ist, denn im Feitelbein, also im Fädel, fand man auch einen Bruch, der vielleicht durch
ein Schlagwerkzeug verursacht wurde. Der Fädel wurde offensichtlich um den Todszeitpunkt oder etwas später abgetrennt und zwei Halswirbel etwas versetzt, die lagen dann 10 -20 cm hinter dem eigentlichen Hals und die Zähne des Unterkiefers wurden entfernt. Okay, das ist schon sehr weitreichend, die Zähne des Unterkiefers zu entfernen, ist ja... Ja, da denkt man montern natürlich sofort an den Zombie, der nicht mehr beißen soll oder so. Wobei wir da jetzt wieder kritisch einwenden
müssen. Gerade in der Glockenbecher -Kultur haben wir ziemlich viele so ungewöhnliche Bestattungen und seltsame Behandlungen von Toten. Also, dass man die vielleicht doch erstmal irgendwo hat ein bisschen angammeln lassen und dann erst sekundär irgendwo anders bestattet hat oder die später nochmal ausgegrabenen Knochen entnommen, wieder zurückgepackt. Dann liegen da manchmal Knochen nicht so, wie sie sollen. Gerade das so mit diesen herausgenommene Halswirbeln hat man durchaus
mehrfach belegt. Aber allgemein schon allein wegen dieser Vielfalt der Gestattungsritender in der Glockenbecher -Kultur, ja, sollte man es immer im Hinterkopf behalten, dass die Wafani noch allerlei andere Sachen. machen und wir das nicht sofort jetzt auf Wiedergängerfeucht zurückführen können. Es fehlt ja Kontext so ein bisschen, aber die Steinplatte auf den Füßen wirkt schon wie eine sehr deutliche Nachricht an den Toten,
dass er liegen bleiben soll. Genau, das können man sich da durchaus vorstellen und das ist ja auch etwas, was wir in der Kultur nicht häufig sehen. Während so nachträgliche Störungen des Sklets und so da eigentlich so häufig vorkommen, dass man fast schon von regulär widersprechen kann. Also da sind womöglich die ungewöhnlichen und gestörten Bestattungen häufiger als die, die so richtig im Stück liegen. Das bemerkt man tatsächlich erst in den letzten Jahren immer
mehr. Früher ging man vor allem immer außer von eben normalen Sklettbestattungen in eine Hockerlage. also die so auf der Seite liegen. Und wenn dann mal einzelne Knochen irgendwie nicht ganz so lagen, wie man es erwartet, da hat man es eher so auf taphonomische Faktoren zurückgeführt. Sprich alles, was so natürlich im Erdreich und so geschieht nach der Bestattung. Verschleppung durch Nagetiere, also halt die Wühlmäuse, die
da ihre Gänge durchgraben. Wobei, wenn dann zum Beispiel so ein ganzer Oberarmknochen einfach mal falsch rum im Sklett liegt und das kommt dir vor, dann frage ich mich schon, was sollen das denn bitte für Nager gewesen sein? Biber? Das stelle ich mir so ein fettes Capybara vor, das Leichen auswühlt und mit den Knochen rumjondeliert. Und da wird zurückgelegt, nur ein bisschen falsch.
Ganz genau. Wir müssen der Kultur durchaus davon ausgehen, dass da alles mögliche an Skelettmanipulationen vorgenommen wird, aus was auch immer für kultischen Gründen, die wir heute nicht mehr annähernd ermessen können. Aber es ist zumindest nicht ausgeschlossen, dass wir da auch schon so eine feucht vor Untoden in irgendeiner Form fassen können. Und ja, solche ungewöhnlichen Bestattungen kennen wir da auch
aus späteren Perioden. In der jüngeren Bronzezeit zum Beispiel, da hatten wir in den meisten Regionen hier in Mitteleuropa eher Brandbestattung, in der Region auch nochmal Körperbestattung. Aber da kennen wir zum Beispiel aus Äffleben in Thüringen und aus Hedstedt -Borgörner in Sachsen -Anhalt auch wieder solche Körperbestattungen, die mit Steinen beschwert wurden. Auch da kann man nun natürlich spekulieren, hat es mit Angst vor Untoten
zu tun oder nicht. Wenn wir zum Beispiel den Herrn Herbert Jan Kuhn fragen, wer unsere Moorleichenfolge gehört hat, wird sich an ihn erinnern können. Der war ein großer Archäologe und ein großer Nazi. Der behauptete tatsächlich schon, dass dieser germanische Wiedergängerglauben eben bis in die Jungsteinzeit, bis vor über 4 .000 Jahren, zurückdatiert werden könnte anhand solcher Bestattungen.
Ich muss allerdings auch zugeben, dass er da irgendwie in der Mitte eine Lücke von 1000 Jahren hat, weil die dummerweise in der Bronze - und frühen Eisenzeit dann Brandbestattung machen, um man sowas dann nicht mehr findet. Also mit solchen langen Kontinuitäten sollte man grundsätzlich immer sehr vorsichtig sein. Das würde man heutzutage in der Archäologie auch nicht mehr so vertreten. Allerdings sehen wir eben jedoch, dass gewisse Vorstellungen in der Menschheitsgeschichte immer
wieder auftreten. Es könnte also durchaus sein, dass es solche Vorstellungen da auch von gegeben hat. Nur innerhalb von Europa gab es dieses Phänomen, sondern... eben auch schon im Alten Orient, weil es ja so ein bisschen ein Deinfachgebiet auch ist. Und du hast in der Vorbesprechung gemeint, dass du die sumerischen Wiedergänger entdeckt hast. Erzähl mal. Über die Prehistorie kann man natürlich lange spekulieren. Schöner ist es,
wenn man Schriftquellen hat. Und die beginnen natürlich zuallererst mal im vorderen Orient, also im antiken Mesopotamien. sprechen wir eben von einem Zweistromland, dem zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, also dem heutigen Irak und Syrien. Da haben wir eben schon im dritten Jahrtausend vor Christus, also zeitgleich so mit der Glockenbecher -Kultur in Europa, die Sumerer, die alte Sumere sprechen und schreiben, da haben wir schon Schrift.
Im zweiten und ersten Jahrtausend vor Christus haben wir dann auch die Babylonier und Assyrer, die schreiben auf Akkadisch, also eine semitische Sprache. Wir verwenden alle zusammen die Keilschrift der ... Und da haben wir eben auch schon sehr viele Texte erhalten. Berühmt sind ja gerade so die mythisch -literarischen Texte, also eben die Mythen über die Ideen der Taten der Götter und so. Und da kennen wir beispielsweise das
Epos von Ishtas Höllenfahrt. Die Göttin Ishtar mag dem ein oder anderen Stammhörer auch noch bekannt sein aus unserer dritten Anunnaki -Folge, wo wir auch über ihre Mythen gesprochen haben. Ja, und da geht's eben darum, daß die in die Unterwelt eindringen will, und der Torwächter der Unterwelt, der Bidu, der will sie zunächst nicht reinlassen, ja, und dann droht sie ihm. Ufela mituti ekalubaltuti, elbatuti ima idu mitutu.
Ich werde auferstehen lassen die Toten, auf das sie fressen die Lebenden, zahlreicher als die Lebenden werden die Toten sein. Ja, sie droht also damit die Tore der Unterwelt einzureißen und die ganzen Toten wieder auf die Erde zu entlassen, was dann so ziemlich so aussieht wie eine Zombieapokalypse. Gute Drohung, finde ich. Funktioniert für mich. Zeitlos, zeitlos. Genau, ich hetze die Toten
auf dich. Das geht immer und das war an Feind von damals ein ziemlicher Klassiker, denn dieses Zitat wird fast wortwörtlich auch in zwei anderen Texten gebracht, unter anderem im berühmten Gilgamesh -Epos und außerdem in der Erzählung von Nergal und Erif Kigal. Da geht's darum, wie der Kriegsgott Nergal in die Unterwelt kommt und dann die Unterweltskönigin heiratet und selber König der Unterwelt wird. Und überall dort haben wir eben diese Drohung
mit den menschenfressenden Toten. Wir können natürlich schon davon ausgehen, dass die alten Mesopotamier ihre Mythologie ernst genommen haben, aber hier bezieht man sich natürlich noch auf, weil eben Taten der Götter und so in grauer Vorzeit und nicht auf die unmittelbare Lebenswirklichkeit der Menschen in der Gegenwart. Aber auch da haben wir durchaus Quellen, mit was für Plagegeistern und so die Menschen sich hier rumschlagen mussten
oder rumzuschlagen so müssen glaubten. Denn wir haben da eben tatsächlich eine sehr reiche Welt an Geistern und Dämonen. Über die erfahren wir dann vor allem ganz viel in Ritualtexten, also vor allem in Beschwörungen, um eben diese Wesen abzuwehren. Da gab es auch echte Ritualexperten, die eben solche Beschwörungen durchgeführt haben, weil eben auch Krankheiten, andere Leiden eben ganz oft auf das Wirken von solchen dämonischen Mächten zurückgeführt wurden, die man dann irgendwie
loswerden musste. In populärwissenschaftlichen Werken liest man dann manchmal schon von den sumerisch -neu -babilonischen Ruhaan des Vampirs, also zum Beispiel vom Utoku, dem Ethemu, dem Galu oder auch der Dämonin Lilith, Lilithu. Die haben dann auch in der Bibel ein zweites Leben bekommen, in dem Alten Testament. Genau, und später in der ganzen jüdisch -christlichen Tradition,
wie der vorkommt und so weiter. Und tatsächlich werden manche dieser Gestalten in den Beschwörungen auch als fleischfessend und blutsaugend befrieden. Allerdings handelt es sich dabei eben nicht um Untote, also wieder auferfdehende menschliche Leichen, sondern um dämonische Wesen, wie zum Beispiel der Utoku, Sumerische Uduke, der Galur oder auch eben die Lilitu oder eben um Geister, der Ethemur, das ist eben ein Totengeister. Diese Geistervorstellung war im alten Mesopotamien
allgemein etabliert. Also man hatte ja auch einen Armenkult, wo man eben den eigenen Vorfahrenden und Verstorbenen eben Opfergaben brachte, damit die eben gut auf einen aufpassen und so. Also man stellte sich die Geisterphonen immer sehr wirkmächtig vor. Die Frage stellt sich nun, gab es denn auch die Vorstellung von körperlichen Wiedergängern? Tatsächlich wird man dazu in der einschlägigen Wissenschaft der Literatur nicht wirklich was finden. Das scheint bis vor kurzem
ziemlich unbekannt gewesen zu sein. Ich habe mich allerdings mal auf die Suche begeben und konnte tatsächlich einige Quellen finden, die genau auf sowas hindeuten. Und das ist tatsächlich ganz aktuelle Forschung. Also ich habe gerade einen wissenschaftlichen Artikel zu dem Thema verfasst, der ist auch schon erfolgreich durchs Review und wird wohl Ende des Jahres in der wissenschaftlichen Zeitschrift altorientabel für Forschung erfeinen. Soll dann auch Open Access, also zum freien Download
im Internet sein. Und da gehe ich eben auf solche sowohl textlichen als auch archäologischen Quellen ein. Wir haben zum Beispiel eines der größten Literaturbäcke des alten Mesopotamiens, die Omen -Serie Schumma alu innamele facen. Man muss jetzt dazu sagen, die alten Mesopotamier waren unheimlich abergläubig und sie glaubten unter anderem auch
an Ominar, also an Vorzeichen. Also genau das, was wir kennen, wenn die schwarze Katze von links nach rechts läuft, wenn du unter einer Leiter durchgehst, wenn ein Spiegel zerbricht, dann
gibt es Unglück und so weiter. Solche Vorstellungen hatten wir auch und die haben tatsächlich ganz Kataloge von solchen Ominer zusammengetragen, wo es dann immer heißt, wenn die Fasekatze von links nach rechts läuft, wenn sie von rechts nach links läuft, wenn eine weiße Katze von links nach rechts läuft und so weiter und so fort.
Einer der umfangreichsten solchen Omenkataloge ist eben Fuma -Alu, also der Titel bedeutet, wenn eine Stadt auf einem Hügel liegt und das Ding ist in der Komplettfassung 110 Tafeln lang. Also zum Vergleich, das Gilgamesh -Airpos in der Standardversion ist zwölf Tafeln lang und da geht's halt wirklich nur so rauf und runter, diese ganze Omina. Und da haben wir eben auch
einige ganz bemerkenswerte Einträge. Da heißt es zum Beispiel gleich auf der ersten Tafel, wenn ein Geist ständig am Stadttor heult, diese Stadt wird zerstreut. Aber dann auch, wenn ein Toter wie ein Lebender in der Stadt gesehen wird, diese Stadt wird zerstreut. Wenn ein Toter wie ein Lebender ständig Schrecken in der Stadt verbreitet, diese Stadt wird zerstreut. Auf einer späteren Tafel geht es dann auch nochmal weiter. Eine
ganze Reihe von Ominar. Wenn im Haus eines Mannes ein Toter wie ein Lebender gesehen wird, dieser Mann wird sterben, sein Haus wird zerstreut. Wenn im Haus eines Mannes ein Toter wie ein Lebender ständig gesehen wird, Dann ist er jetzt heile abgebrochen, wenn im Haus eines Mannes ein Toter werden Lebender ständig Schrecken verbreitet, Zerstreuung des Hauses und so weiter und so fort. Schließlich sogar, wenn ein Toter in seinem Grab inmitten von Leuken wieder zum Leben erwacht,
dann passiert irgendetwas mit dieser Stadt. Wahrscheinlich nichts Gutes? Mit Sicherheit. Diese Ominer sind alle negativ. Das interessante daran ist nun, dass diese Omen -Serie explizit unterfeidet zwischen Geistern, Sumerisch Gidem, Akkadisch Itemu und eben lebenden Toten. Wird geschrieben mit den sumerischen Zeichen Lu -Ush -Gen -Ti. Das müssen wir akkadisch dann wahrscheinlich lesen als Mitu -Kima -Bal -Ti. Also ein Toter wie ein Lebendal. Also ein Feind galt das durchaus als eine relevante
Bedrohung. Allerdings muss man auch hier wieder dazu sagen, Es geht aus dieser Quelle nicht hervor, ob man den Untoten selbst als Verursacher dieses Übels angesehen hat oder ob das praktisch nur ein negatives Vorzeichen war, das praktisch von den Göttern gesandt wurde. Auch wie wir die schwarze Katze nicht unbedingt als den Verursacher des Übels ausmachen würden. Man kann die schwarze Katze natürlich danach trotzdem entsprechend dafür bestrafen, dass da etwas Schlechtes passiert
ist. Da steht einem frei. Ich beweise auf das schöne französische Fest. wo jährlich schon Katzen durch die Stadt getragen wurden und vom Kirchturm geworfen. Das ist so ein Katzenfolter -Festival, so ein kulturelles. Genau. Ja, französische Kultur. Wie immer zeitlos. Ja, immer wieder lustig. Einmal im Jahr werden die Katzen dafür bestraft, dass sie einem so viel Schlecht und Unglück verbreitet haben. Joa, die Franzosen, man muss sie einfach lieb haben. Aber zurück zum Alten Orient. Wieder
Gänger. Diese Omen -Serie ist tatsächlich auch nicht die einzige Quelle, die auf sowas hindeutet. Wir haben nämlich auch zum Beispiel ganz viele Beschwörungen gegen Hexerei. Die Leute haben sich nicht nur vor Geistern und Dämonen gefürchtet, sondern auch vor Hexen und Hexern. Also Leute, die Fahrtmagie und bösartige Rituale ausüben. Und da gibt es entsprechend Beschwörungen gegen diese, um eben die Hexen wiederum zu bestrafen. Und da hat man mitunter auch mal erstaunliche
Merkmale drin. So heißt es zum Beispiel in einer Beschwörung gegen Hexerei, die wendet sich an eben diesen Torwächter der Unterwelt, dem Bidu. Figuren meines Zauberers und meiner Hexe sind für dich vor Ishtar und Dumusi aufgestellt. Zum Land ohne Wiederkehr, also in die Unterwelt, führe sie davon. Aus dem Grab mögen sie sich nicht erheben. Bei Nergal bist du beschworen, sie sollen sich nicht erheben. Sprich, dieses
Erheben. Und wenn man die Übersetzung quasi jetzt nicht kennen würde, also hier ist der Leichnam ja auch konkret genannt, so. Das geht hier tatsächlich nicht um den Geist. Und wie du vorher gesagt hast, gibt es unterschiedliche Begriffe dafür auch. Das würde man jetzt aus einer reinen Übersetzung, wenn man es nur lesen würde, gar nicht so ganz
klar erschließen können aus dem vorherigen. Na ist der Tote jetzt, wenn er im Haus gesehen wird, wirklich der Körper des Toten oder dann der Geist so, aber wenn es unterschiedliche Begriffe dafür gibt und tatsächlich der Leben der Körper des Toten auftaucht, kann ich mir vorstellen, warum das kein gutes Omen war. Definitiv. Und genauso
eben in den Hexereibeführungen. Also wenn man schon extra ein Ritual deshalb durchführt und dabei einige der höchsten Götter und vor allem Unterwilds -Gottheiten anruft, dann scheint das eine wirklich ernsthafte Bedrohung zu sein. Also dass man wirklich dem Türsteher der Unterwelt sagt, hey du Türsteher, denk dran, Befehl vom Chef, wenn die ankommen, die lässt du gefälligst nicht durch. Und man dafür sogar Nergal, also den König der Unterwelt bemüht, damit der eben
dem Türsteher befeid sagt. Und es gibt noch eine weitere solche Beführung. Und da heißt es ja eben über die Hexe, in ihrem Grab, wo sie begraben ist, möge sie den Körper, also gemeint ist, des Patienten, nicht erreichen. Den Leichnam dieser Hexe möge ein großes Netz bedecken. Und da feiern mir doch ziemlich klar eben die körperliche Auferstehung impliziert zu sein, wenn der Leichnam wirklich
durch ein Netz im Grab gehalten wird. Und dass das Leben der Hexe, also es geht darum, dass die Hexe dann stirbt und im Graben, also das werden wir später ja auch immer wieder sehen, dass eben diese Idee, dass es Leute sind, die vorher eben Magie betrieben haben, Prostituierte waren, irgendwie am Rande der Gesellschaft standen aus irgendeinem Grund. Selbstmörder, Verbrecher,
gerichtete, Landstreicher und so weiter. Genau, dass die eben besonders gefährdet sind, um dann zu einem Vampir zu werden, zu einem Wiedergänger zu werden, oder? Und dass deswegen das Leben immer schon noch eine Rolle gespielt hat, wahrscheinlich dann im Hinsicht auf die Gefahrenlage, dass Leute sich Sorgen gemacht haben. Genau, wenn du im Leben zu viel minderwertiges Kupfer verkauft hast, dann wollen die Leute sichergehen, dass
du wirklich unter der Erde bleibst. Genau. Ja, und das sind tatsächlich jetzt auch von alle Früftquellen aus 3 .000 Jahren Mesopotamischer Gefichte, die ich zu dem Thema kenne, weil man sagen muss, dass gerade diese Gattungen, also die Omen -Serien und die Beschwörungen, davon liegen aus den frühesten Zeiten, so aus wirklich Sumerischer Zeiten, ziemlich wenig vor. Also diese Texte sind nun aus späterer Zeit so Ende zweites und erstes Jahrtausend vor Christus.
Allerdings auch hier könnt ihr wieder in die Archäologie gucken. Und ich habe da tatsächlich diverse Publikationen von Bestattung im alten Mesopotamien durchgearbeitet, die ganzen Gräberfelder und so weiter. Und tatsächlich einige solcher erstaunlichen Gräber gefunden. Im alten Mesopotamien grundsätzlich ist meistens die Körperbestattung üblich. Brandbestattung nur wirklich regional
mal in bestimmten Zeiten. Toten werden halt entweder in Gräberfelder außerhalb der Stadt oder oft oft tatsächlich direkt unter dem eigenen Haus mit unter den eigenen Krüften oder direkt unter Fußboden bestattet oder auf Grundstücken mit verfallenen Häusern oder unter den Straßen und so. Das gibt es alles. Setzlich kann man aber von so einer Körperbestattung ausgehen. Ja und
dann haben wir da erstaunliche Funde. Aus der Steite Uruk zum Beispiel, also genau die Stadt, wo auch der König Gilgamesh geherrscht haben soll, haben wir aus Neusumer verzeiht, also etwa um 2000 v. Chr. eine Bestattung, das Skelett eines Mannes in Hockerlage, der liegt so in der Ecke zwischen zwei Hauswänden. Ja, und ihm fehlten beide Hände. Und da hat man sogar gewisse Schnitt - und Schlagspuren dran festgestellt, also wurden
die womöglich abgeschnitten. Außerdem waren beide Oberarme, der rechte Unterarm und das Brustbein gebrochen. Die Ausgräber spekulierten, er könnte vielleicht durch einen Schlag oder Sturz gestorben sein, also ist vielleicht irgendwie vom Dach gefallen oder ähnliches. Beigaben hat man bei diesem Skelett tatsächlich kaum, nur wenige Färben und der Unterkiefer eines Schweins, wie komisch, was auch immer mit einem Mann mit dem so im Jenseis anfangen soll, und auf den Füßen des Toten lag
ein Stein. Kaltstein für etwa 18 x 20 cm und auf diesem Stein eine einzelne Schärbe. Das natürlich auch darauf hindeutet, dass der Stein nicht nachträglich verrutscht ist nach dem Begräbnis. Also das sieht mir doch schon relativ stark danach aus, was wir so aus späteren Zeiten kennen. Ebenfalls aus Uruk, etwas später, Altbabilon für Zeit, haben wir auch ein Skelett. Erneut ist das Brustbein gebrochen und in dem Fall fehlt der Fädel komplett.
Es könnte nun durchaus bei diesen beiden Bestattungen sein, dass die Toten vielleicht irgendwie durch einen Sturz oder so zu Tode gekommen sind und wir haben es ja in diversen Kulturen eben unnatürliche Todesursache und so prädestiniert einen auch gern mal fürs Wiedergehen. Bekennt hat sie dann aus späterer Zeit auch so eine Beschwörungs -Serie, namens Udo Kroll oder Utoko Lemnutu, z .B. der böse Totengeist. Da geht es eben auch um Totengeister,
also in dem Fall Geister, nicht Untote. Aber da heißt es eben auch, dieser Totengeist könne eben einer sein, der z .B. vom Dach gefallen ist, von der Palme gestürzt, der ertrunken ist, der mit der Waffe getötet wurde, ermordet, von einem Löwen gerissen. der irgendwie in der Steppe zurückgelassen wurde. Also kurzum alle unnatürlichen vorzeitigen Todesfälle oder wenn jemand halt keine angemessene Bestattung und Totenkult erhalten
hat. Und das sind ja Ideen, die wir heute vor allem popkulturell aus dem Gespenster glauben kennen. Diese Idee, dass jemand noch nicht fertig ist, aus dem Leben gerissen wurde, bevor er irgendwas wichtiges klären konnte, was er eigentlich hätte klären sollen oder wollen und deswegen nicht in der Lage ist, ins Jenseits hinüber zu gehen, weil Dinge unvollendet getrieben sind für ihn.
Und das spielt er ja auch mit rein, wenn du dann plötzlich vom Baum fällst und da... ist was anderes, wie wenn jemand zufrieden um Kreise seiner Familie stirbt. Da haben wir es in Erhorgen gemacht. Ja, in der Ethnologie spricht man da ja auch vom schlimmen Tote, der den vielen Kulturen ja irgendwie die Hinterbliebenen vor Herausforderungen stellt, das irgendwie auch kulturell zu bewältigen. Und oft hat man das eben auch verbunden mit so
einem Geister - oder Wiedergängerglauben. Wummet hier aus Sumere -Ferdezeit und so haben wir diese entsprechende Schriftkölle noch nicht, das ist viel später, aber grundsätzlich haben wir im Alten Orien ja für uns eine lange Kontinuität, wo solche Vorstellungen auch sich sehr lange halten. Könnte also durchaus sein, dass das was damit zu tun hat, auch wenn das hier natürlich sehr spekulativ ist bei diesen Funden. Und ja, es bleibt auch nicht bei diesen zwei Bestattungen.
Es gibt zum Beispiel ein Gap aus Halawa, das ist am oberen Euphrat im heutigen Syrien. Das ist sogar noch älter, rüdinastische Zeit, also zwischen 3000 und 2300 v. Chr. Da haben wir das Sklett einer Frau und der fehlten sowohl der Fädel als auch die Hände und Füße. Und, muss man sagen, im alten Orient, die haben nicht so wie zum Beispiel im Christentum alle Toten werden
nach Osten ausgerichtet. Also die Totenlage kann durchaus variieren, bleibt aber meistens relativ einheitlich innerhalb eines Befattungsplatzes. Und dort, auf dem Gräberfeld, sind eigentlich die Frauen alle auf der linken Seite mit Kopf nach Westen und Gesicht nach Norden beigesetzt. Bis auf diese, die liegt noch dazu mit dem Kopf nach Süden und dem Blick nach Westen. Also genau gegenteilig. Genau. Wir haben also eine irreguläre Lage und dann eben noch das Fehlen von Kopf und
Händen und Füßen. Also vielleicht wollten wir auch da sichergehen, dass die wirklich keine Unsinn mehr macht. Nicht weit von Halawa ist auf der 5 Platz Tavi. Da haben wir eine Bestattung in einem ungewöhnlich tiefen Grab beigesetzt und anders als die anderen Gräber dort nach Nordwesten orientiert. Die Graberde war mit Steinen gefüllt und mehrere mittelgroße Steine lagen auf Fuß - und Unterfenkeln, sowie zwischen Ellbogen und Oberfenkeln und nahe dem Kopf des oder der Toten.
Also hier mehrere irreguläre Merkmale an einem Grab. Und diese Vorstellung, dass man die Arme und die Füße abhackt, ist natürlich naheliegend, genauso wie das Entfernen des Kopfes, weil man dann eben sagt, wie soll mich dieser tote Leichnam verfolgen, weil er keine Hände, keine Füße in den Kopf hat. Genau. Sehr praktisch gedacht. Ja. Ohne Füße kein Wiedergänger, weil das gehen... Praktische Lösung für metaphysische Probleme. Genau. Und das ist auch so ein bisschen... Ja,
eine Lösung mit Hand und Fuß. Oder ohne. Das zu psychologisieren, natürlich sind so... diese schlimmen Tode, die du angesprochen hast, natürlich für das Umfeld und die Familie auch eine große Herausforderung. Das wird dann so ein bisschen auf diesen Leichnam projiziert, weil alle müssen ja dann umgehen, dass der auf einmal weg ist oder die Person. Und im Endeffekt schiebt man das dem oder der Toten so ein bisschen in die
Schuhe, zu sagen, sie hatte ... Sie waren noch nicht fertig, wenn eigentlich das Umfeld diejenigen waren, die mit der Person noch nicht fertig waren. Das war schon eine Projektion des eigenen Kampfes, damit umzugehen, jemanden zu verlieren. Die Angst, dass man ihn eigentlich nicht wirklich verloren hat und er wiederkommen könnte. So eine ganz lustige Verschiebung. Genau, gibt's immer wieder. Ja, wir haben solche Bestattung auch aus Assur, also der Hauptstadt des Assyrischen Reiches.
Neu Assyrische Zeit, also da sind wir so erste Hälfte, erstes Jahrtausend vor Christus. Ein Sarkophag mit einem Sklett in Rückenlage. Und da fehlten sowohl der Fädel als auch die Unterfenkel samt Füßen. Oder aus Babylon, da gibt's so aus der Spätzeit der eine Grabe, auch ein Sarkophag mit einem Sklett. Ja, und der Fädel lag zwischen den Unterfenkeln. Auch nicht zufällig dahin gefallen, schätze ich, ja? Unverfeindlich. Also solche Funde hat man da tatsächlich durch alle Zeiten
immer mal wieder. Also vereinzelt ist natürlich immer die große Minderheit unter allen Bestattungen. Es ist auch nicht so richtig gut möglich da jetzt innerhalb dieser Gruppe noch mal nähere Muster so herauszuarbeiten. Aber es fällt doch auf, es gibt immer wieder solche Funde und eben manchmal auch, wo sich mehrere seltsame Merkmale in einem Grab überfneiden. Und eben noch dazu die Schriftquellen, die zumindest darauf hindeuten, dass es solche
Vorstellungen auch gegeben haben könnte. Und außerhalb des Zweistromlandes, außerhalb von Mesopotamien, wir haben es gesehen, es gab es zur ähnlichen Zeit in Europa, zur Zeit des Sumerier und dem Zweistromland. Wo können wir das denn in der später in Antike und so verfolgen. Also gab es sicherlich ja in Ägypten, in Griechenland und Rom auch irgendwie. Genau. Also aus Ägypten hat man auch ganz ähnliche Funde, wie ich es
gerade beschrieben habe. Da gibt es auch so ein paar Schriftquellen, die auch sowas hindeuten. Auch zum Beispiel so, Flücher geben einen Grabräuber, wo der Tote dann praktisch droht, er werde wiederkehren und so. Man hat da auch tatsächlich so ein paar Gespenster -Geschichten. Aber wir haben uns nun dazu entschieden, das alte Ägypten jetzt mal etwas kürzer abzuhandeln und uns dem vielleicht in einer späteren Folge noch mal zu widmen. Das ist zu viel. Genau, da müssen wir separat mal
drauf eingehen. Ja. Wir gehen direkt weiter ins antike Griechenland. Und auch dort wieder heißt es in populärwissenschaftlichen Publikationen oft, dass man da eben von Vorgänger des Vampires findet, nämlich hier zum Beispiel die Lamien oder Empusen. Auch da haben wir so blutsaugende Wesen, allerdings sind das eben auch eher so dämonische Gestalten und eben keine wieder erwachten Toten. Allerdings gibt es auch solche Vorstellungen
durchaus. Also auch was Geister angeht, wir haben da halt auch wieder diesen starken Totenkult, diesen Glauben eben, dass die Geistertoten immer noch wirkmächtig sind. Bezeichnenderweise zum Beispiel in Homöas Odyssee, da werden die Geister der Toten in der Unterwelt ja auch mit dem Blut von geschlachteten Tieren angelockt. Also da sind auch die Geister ein bisschen Blut trinken.
Es gibt auch dort eben diese Vorstellung vom schlimmen Tod, also das ist eine unnatürliche Todesursache oder ein unzureichendes Begräbnis. Tote dazu bringen, dann ruhelos zu sein. Da spricht man auch von den Griechisch Biaioi Tanatoi, also unruhigen Toten. Geistergeschehenen sind durchaus
bekannt. Es gibt es mal ganz berühmt von Plinius, dem Jüngeren, eine Anekdote über ein Geisterhaus in Athen, wo er wiederholte, irgendwie die Gestalt eines Mannes im Ketten gesichtet wird und später finden sie dann das Sklett und können das endlich korrekt begraben und dann verschwindet er auch. Wieder die Frage, haben wir da denn richtige Untote? Und tatsächlich gibt es ja auch hier
wieder ein paar solche Anekdoten. Und nachdem die im Alten Orient ja nun noch ziemlich abgekürzer indirekt waren, erfahren jetzt durchaus sehr recht drastische Gefechten. Zum Beispiel gibt es die Vorstellung, dass Heroen, also halt die berühmten Kämpfer und Herfer und Helden der Vorzeit durchaus noch körperlich in der Welt präsent sein können, auch zum Teil tatsächlich an ihren Gräbern. Und da hat zum Beispiel der Herr Philostratos
im 2. bis 3. Jahrhundert nach Christus ein erstaunliches Werk, den Heroikos, geschrieben, wo er eben so ein bisschen alternative Versionen zu den Geschichten von Homéa erzählt. Fanfiction. Ja, Fanfiction. Exakt, ja. Und da heißt es tatsächlich, dass der berühmte Herr Held Achelois, also wir kennen ja aus der Ilias, der Unverwundbare und so weiter, wird da nach seinem Tote offenbar zusammen mit Helena auf der Insel Leuke im Schwarzen Meer lebt. Und dort dürfen Seefahrer nur bei Tag anlegen,
aber nicht bei Nacht auf der Insel bleiben. Einmal allerdings hat er eine Ausnahme gemacht für einen Kaufmann, dem habe dieser Achelois, der da immer noch wohnte, den Auftrag gegeben, für ihn ein Mädchen aus Troja als Sklaven für ihn zu besorgen. Der Kaufmann glaubte, ich zitiere jetzt, dass Achelois in sie verliebt sei. Er warb das Mädchen und segelte zur Insel zurück. Achelois lobte ihn bei seiner Rückkehr und trug ihm auf, das
Mädchen für ihn auf dem Schiff zu bewachen. selber aber am Abend zum Heiligtum zu kommen und zusammen mit ihm und Helena zu speisen. Als er kam, gab er ihm viel Geld, nette Sache, und sagte, er wolle ihn zu seinem Gastfreund machen und für ein erfolgreicher Handelsfahrt und eine sichere Seereise sorgen. Nachdem es aber Tag geworden war, sagte er, fahr du nun weiter mit diesen Geschenken in deinen Händen. Das Mädchen aber
lass mir hier auf dem Strand zurück. Sie waren noch kein Stadion vom Land entfernt, als das Schreien des Mädchens zu ihm drang, weil Achilos es in Stücke riss und liebeweise zerfleifte. Ja? Als ich mir das durchgelesen habe, das erste Mal das Zitat, dachte ich, was ist denn das für eine Geschichte? Was wird da auch transportiert? Dieses Bild von Achilleus wird ja schon deutlich in Monster verkehrt. Ein kinderfressendes, bluttrinkendes Monster eigentlich. Genau, jetzt haben wir den
Achilles -Zombie. Und das ist so ein bisschen der Preis, den er braucht. Risches Blut um... seine Unsterblichkeit irgendwie aufrechtzuerhalten. Könnte man nur so interpretieren oder hat immer noch einen unbewältigten Groll gegen die Trojaner und diese ganze Kiste damit der Sklaven in der Ilias und so weiter. Also so richtig erklärt wird es da nicht. Die Pönte fehlt irgendwie ein bisschen. Auf jeden Fall zerfleischt er sie halt.
Was wir hier auf jeden Fall schon sehen, was uns später aus der Figur des Graf Dracula eben vertraut ist. ist dieser Drang zu jungen Frauenblut irgendwie. Diese leicht ergotisierende Ebene. Hier auch ein Heldencharakter, der dann dieses monströse, diese monströse Seite hat, die bei Nacht herauskommt, tagsüber eine Seite, nachts die andere. Das ist ja schon sehr Dracula -artig auf eine Art. Da fehlt so ein bisschen das Cape, aber sonst ... Vielleicht hat er auch ein Cape
an. Steht da nicht. Ach, würde doch gern auch mit so ... in so Fell ... um zu zeigen, wie archaisch sein Heldentum ist. Das war Herakles. Ich verwechsel mit Herakles. Gut, dass ich dich hab hier. Ja. Danke. Genau, immer gerne. Auf jeden Fall möchte ich die Szene gern mal mit Brad Pitt verfilmt sehen. Ja, und wenn wir über Untot in der Antike sprechen, dann kommen wir an einem Autor nicht
vorbei und das ist Phlegon von Traleix. Ja, der war Sklave des römischen Kaisers Hadrian, wurde dann freigelassen und gehört als Freigelassene eben zu dessen Hof im zweiten Jahrhundert nach Christus und der verfasst er ein ganz erstaunliches Werk, das Buch der Wunder oder Mirabilia. Das ist im Prinzip einfach eine Sammlung von erstaunlichen Anekdoten von allerlei Wundern, die überall gefäden seien. Also da berichtet er zum Beispiel von Funden von... Riesenskeletten und sowas und eben
auch von Auferstehung von Toten. Seine berühmteste Gefechte ist die über die Braut von Amphipolis. Das habe sich Mitte des vierten Jahrhunderts vor Christus in Makedonien ereignet. Da gab es eine junge Frau namens Filinion. Ja, die habe einen gewissen Krateros geheiratet, sei aber kurz nach der Hochzeit gestorben. Aber sechs Monate nach ihrem Tod kehrte sie zurück. Allerdings nicht zu ihrem Ehemann, sondern zu einem jungen Mann namens Mahathis, in den sie verliebt war
und verbringt dann die Nächte mit ihm. Also hier haben wir schon durchaus diese erotisierende Komponente. Allerdings werden die beiden dann von der Amel des sehr jungen beobachtet und der informiert die Mutter der Verstorbende. Und ja, die Eltern sind dann natürlich ganz aus dem Häuschen, dass ihre Tochter womöglich doch noch am Leben ist. Und als die Filinion wieder zu ihrem Geliebten kommt, treten auf einmal ihre Eltern ein und
umarmen sie. Ja, da bricht sie allerdings, dass sie nun an den ihr zugewiesenen Ort zurückkehren müsse und bricht tot zusammen. Daraufhin wird auch ihr Grab geöffnet und alle anderen Leichname, also viele natürlich schon komplett skelettiert, sind noch vorhanden. Nur ihr Leichnam fehlt eben in der Gruft. Stattdessen findet man dort eben den eisernen Ring und den goldenen Weinbecher, den sie bei ihrer ersten Begegnung von ihrem
geliebten Machaates erhalten hatte. Also damit dann der Physio für Beweis, dass sie tatsächlich als Tote, als wirklich dieser Leichnam, als Untote dort präsent waren. Der Leichnam liegt ja nun immer noch da im Schlaf gemacht. Und das Ganze wird dann vor der Volksversammlung diskutiert und schließlich kommt man darin überein, dass der Leichnam außerhalb der Stadt verbrannt wird und man dann auch ein apotropäfisches, also ein
übel abwehrendes Ritual vollführt. Es wird ein Opfer für Hermes Tonios, also den Hermes in der Funktion des unterweltlichen Gottes, der Seelen in die Unterwelt geleitenden Gottes durchgeführt. Diese Erzählung ist auch deshalb recht berühmt, weil sie später von einem anderen Autor aktualisiert wurde. Das war nämlich die Inspiration für Goethe, der hat 1797 seine Ballade Die Braut von Korinth geschrieben. Also Ursprung aus Amphipolis, jetzt hat er sie nach Korinth versetzt, aber ansonsten
bleibt die Handlung da relativ ähnlich. Allerdings nimmt er einige Änderungen vor, nämlich beschreibt Goethe das so, dass die beiden jungen Leute einander zur Hochzeit versprochen waren, aber die Eltern des Mädchens seien zum Christentum konvertiert und hätten aufgrund dessen die Verlobung gelöst. Daraufhin sei sie eben vor Gramm gestorben, aber dann eben trotzdem zurückgekehrt. Interessant ist nun, dass Goethe die untode Braut hiervon
als eine Art Vampir befreibt. Und zu saugen seines Herzens Blut, heißt es da, also dieses Blutsaugermotiv. Was in Goethes Zeit, dazu kommen wir dann im dritten Teil, durchaus schon bekannt war, aber in der Antike noch keine Rolle spielte. Und das ist ja ganz spannend, weil das ja 100 Jahre vor James Stokas Dracula da kam, also 1779, eher 17. 1997 kam das schon raus, also ziemlich genau
100 Jahre vor Dracula. Genau und das ist auch tatsächlich eins der frühsten Beispiele eben für so einen Vampir mit menschlichen und auch teils positiven Emotionen. Also während sie bei Goethe dann zwar auch eben als so eine zehrende Vampirin dargestellt wird und so ist sie ursprünglicher bei Pflegung ja noch relativ positiv. Also sie will niemanden umbringen, sondern eigentlich nur Zeit mit ihrem Geliebten verbringen. Aber eben auch bei Goethe wiederum natürlich diese
erotische Komponente ganz stark. Ja, und wenn wir von bei Flegorn sind, gibt's da noch ein paar andere Anekdoten, von denen ich eine noch mal rausgesucht habe. Und da lesen wir auch ganz erstaunliche Dinge. Da geht es um einen Bürger namens Polykritos, der war hervorragende Abstammung und wurde auch gerade zum Aetolarchen, also dem Anführer der Aetola, gewählt. Also eigentlich läuft alles super bei ihm, er heiratete auch, aber stirbt dann in der vierten Nacht nach der
Hochzeit. Dumm gelaufen. Allerdings ist es ihm noch gelungen seine Frau zu fängern und sie gebiert daraufhin ein Kind mit männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen, also ein Hermaphroditen, heute würde man vielleicht von Intersexualität oder Entwicklungsstörungen oder ähnlichem sprechen. Damals aber galt das eben als ein ganz verheerendes Omen, also da sind wir wieder bei dieser Vorzeichenkunde, der die griechner Römer natürlich genauso anhingen.
Dieses Omen wird dann entsprechend vor der Volksversammlung diskutiert und man will beschließen, das Kind und die Mutter zu verbrennen, weil sicher ist sicher, da werfeint der verstorbene Polykrithos auf einmal in schwarzer Kleidung. Erstmal betont er allen gegenüber sein Wohlwollen, dass er ihn noch positiv gegenüber eingestellt ist und nur im besten Sinne die Unterweltsgottheiten überredet hat, dass sie ihn noch einmal rauslassen und erfordert er auch, dass ihm das Kind übergeben
werde. Reiter sind erstmal unsicher und zögern. Ja, daraufhin fährt er fort und sagt, sie sollten bitte für ihn nicht ihm Vorwürfe machen, da doch das Schicksal selbst ihn zwinge, gegen sein eigenes Kind vorzugehen. Ja und dann ergreift er das Kind, reißt es in Stücke und frisst es Stück für Stück auf. Ja, sehr griechisch -göttlich. Also erinnert natürlich an griechische Götter, die ihre Kinder fressen. Genau, das kennen wir
da auch durchaus. Also die Leute werfen zwar mit Steinen nach ihm, das interessiert ihn da aber nicht sonderlich. Er frisst das Kind also fast komplett auf. Und als er den gesamten Körper bis auf den Kopf verschlungen hat, verschwindet er, er wird einfach unsichtbar. Der Kopf des Kindes aber beginnt zu sprechen. Und ja, reimt da eine Weißsagung zusammen, dass in genau einem Jahr ein tödliches Unheil die Anwesenden treffen
werde. Und ja, das wird entsprechend auch ernst genommen, wenn auf einmal so ein gehackter Kinderkopf anfängt zu sprechen. Die Aetola bringen also ihre Frauen, Kinder und Alten in Sicherheit, in Verstecke und so und rüsten sich für das drohende Unheil. Und tatsächlich kommt es dann ein Jahr später auf zu einer sehr verlustreichen Schlacht gegen die Akananen, also gegen das Nachbarvolke und zu sehr vielen Todesfällen. Ich würde Ihnen
zustimmen. Am Anfang würde ich nicht zustimmen mit dem schlechten Omen, aber spätestens dann, wenn der abgedrehte Kinderkopf anfängt zu sprechen, wie in so einem Horrorfilm. Schlechtes Omen, ja. Ja, ganz schlechtes Omen. Also bei dieser Geschichte stellt sich mir eigentlich nur eine Frage. Was stimmt nicht mit euch? Die Spinnen, die Griechen. Ja, also es gibt da durchaus schon solche Vorstellungen von Wiedergängern in ganz
verschiedener Form. Was wir aber in der antigen Literatur nicht so wirklich finden, sind eben diese klassischen Wiedergänger, die einfach wiederkehren und aber nur den lebenden Faden. Also auch gerade eben in so unmittelbar historischen Kontexten. Außer du bist ihr Baby. Ja, dann auf jeden Fall. Allerdings, auch hier wieder deuten archäologische Funde darauf hin, dass das, was wir in den Fruchtquellen nur relativ selten belegt haben, vielleicht durchaus
noch weiter verbreitet gewesen sein könnte. sind eigentlich alles Brandgräber, bis auf wenige Körpergräber. Und in zwei Fällen wurden gerade diese eben auch mit einem großen Stein beschwert. Und ähnlich Wunde gibt es auch in Norditalien, haben wir hier in Capo Colonna, 90 bis 80 Jahrhundert v. Chr. Da hat man auch zwei Gräber, die mit großem Sandstein bedeckt wurden. Es gibt auch andere Fälle, wo die Toten sogar irgendwie mit Nägeln durchbohrt wurden oder gefesselt in Bauchlage
niedergelegt oder eben mit Steinen bedeckt. Also zum Beispiel in einer Nikopole in der Nähe von Bologna, Grab 161, mit einem Skelett in Bauchlage. Da war hier dieses Skelett eben auch mit einem Nagel durchbohrt und weiterer Nagel auf dem Körper und solche Schuhnägel, wir kennen sie ja von den homischen Legionären, lagen unter dem Fädel. K. 109 wiederum hatte sogar ein Nagel im Fädel und Schnittwunden und der rechte Fußwartenfeind amputiert. Aber da muss ich jetzt mal kurz einwerfen.
Wenn dieser Glaube über so lange Zeit hinweg quasi in verschiedensten Kulturen so präsent war und wir immer wieder Kräber finden, da muss ja was dran sein, Leif. Ja, würde ich natürlich niemals glauben. Ich stelle mir ja immer die Frage, gibt es da denn seriöse wissenschaftliche Literatur zu? Ja, und da muss man leider sagen, gibt es tatsächlich. Denn ausgerechnet einer der größten klassischen Archäologen hat da selber
eine ja sehr unheimliche Gefichte erlebt. Wir reden von Ellen John Bayard -Ways, er lebte 1879 bis 1957, und das war wirklich eine der wichtigsten Erforfe der EG von Bronzezeit. Also wir kennen natürlich alle Heinrich Schliemann, der ja... Er ist ein... Den TNT -Sprengstoffbruder, der uns Droja 4 freigesprengt hat und dabei 2, 3 und was weiß ich alles weggebockt hat. Genau. Und der hat ja auch nicht nur in Droja gegraben,
sondern auch in Mykena und Tiryns und so. Also eben die Mykenische Zivilisation, also das Griechenland der Bronzezeit. oder ja auch Arthur Evans, der dann auf Kreta eben die Minoer wiederentdeckte oder zumindest maßgeblich die Ausgrabungen dann organisiert und popularisiert hat. Ja und einer von deren Nachfolgern eben im frühen 20. Jahrhundert war dann eben der Herr Waysom, der eben wirklich die Archäologie der Mykänischen Welt durchaus
revolutioniert hat. 1956, also ein Jahr vor seinem Tod, publizierte er dann einen Artikel in Antiquity. Und das ist kein beliebiges Käseblatt, sondern durchaus eine der angesehensten Archäologiezeitschriften. Ja, er war der einzig noch lebende Zeuge jener Ereignisse, die er da berichtet. Alle anderen waren inzwischen schon verstorben. Zufall? So
glaube ich nicht. Ja, und da berichtet er echt sehr verstörende Dinge. 1911 habe er mit seinen Kollegen in der Argolis, also auf der Peloponnes in Griechenland, nahe dem Dorf Tymare, ein mykenisches Kuppelgrab ausgegraben. Also davon kannte er zweifelos einige. Am bekanntesten ist natürlich das sogenannte Fazhaus des Atreuse, wie Fliehmann es genannt hat in Mykene. Also so eine aus Stein gemauerte Kuppel, was eben als reiches Grab in der mykänischen Zivilisation dient. Ja, und da
befreit er nun die Funde in diesem Grab. Normalerweise findet man im Boden Keramikfragmente und gelegentlich kleine Gegenstände, die aus dem Grab geworfen wurden, wenn die Familiengruppe wieder geöffnet wurde, um einen neuen Einwohner aufzunehmen. Hier jedoch fanden wir buchstäblich gar nichts in der Erde, die wir ausgruben, siebten und mit
besonderer Sorgfalt betrachteten. Außerdem wurde die Arbeit durch große Massen von großen Steinen und schweren Felsen behindert, die fast so aussahen, als wären sie von den Alten absichtlich dort platziert worden, um jeden Archäologen künftiger Zeiten zu ärgern, der versuchen könnte, die Grabstätte zu verletzen. Schließlich war vor der Tür des Grabes selbst die gesamte Breite und Höhe des Eingangsbereiches durch eine massive Steinmasse
versperrt. Ich bemerkte zu Eveshemm, dass dies wahrscheinlich von den ursprünglichen Besitzern des Grabes absichtlich so aufgebaut worden war, um ihre Vorfahren und deren Schätze vor den Untersuchungen eines zukünftigen Schliemanns zu schützen. Ja, der alte Manoles, unser erfahrenster Handwerker, vertrat die Ansicht, dass die Alten dies getan hatten, um zu verhindern, dass sie herauskamen.
Aber er sagte nicht, was er mit sie meinte. Er machte jedoch eines Tages darauf aufmerksam, dass auf der Oberfläche des Hügels oberhalb der Grabkammer keine Vegetation zu finden war. Das klingt ja von durchaus sehr mysteriös. Schließlich entfernten wir an einem Donnerstag die letzten Steine, und konnten in die Kammer eindringen, die aufgrund der Festigkeit der Sperrmauer in der Türöffnung weniger als einen halben Meter
feiner Erde auf ihrem Felsboden aufwies. Zu unserer Überraschung und zum Entsetzen aller Arbeiter mit Ausnahme des alten Manoles war kein Gold zu sehen. Kein Gold, das geht ja gar nicht. Nicht einmal Vasen aus Ton geschweigele aufs kostbare Material und auch sonst war nirgends irgendwelche Gegenstände zu sehen. In der Tat gab es nur ein Skelett und das lag in der Mitte der Rückwand, flach auf dem Rücken, mit dem Kopf in Richtung
Westen. Es war in diesem Nachmittag zu spät, um damit zu beginnen, den Boden des Grabes zu entfernen und ihn auf der Suche nach kleinen Gegenständen oder Schmuck zu durchsuchen. Also wählten wir in unserer vertrauenswürdigen Als wählten wir einen unserer vertrauenswürdigen Männer aus und ernannten ihn zum Wächter, der in dieser Nacht im Eingang des Grabes schlafen sollte, um unbefugte Eingriffe zu verhindern. Ja, besser ist. Allerdings nimmt dann das Unheil
seinen Lauf. Am frühen Freitagmorgen, kurz vor Sonnenaufgang, wurden wir durch ein heftiges Klopfen an der Tür geweckt und der Wachmann stürmte herein. Wir zündeten hastig die Lampen an und sahen ihn mit großen Augen und Zittern vor uns stehen. Er beteuerte mit vielen Appellen an die Jungfrau und die Heiligen, dass bis vor etwa einer halben Stunde alles gut gegangen sei. Dann wurde er auf ein Rascheln und ein leichtes Rasseln
wie von Knochen aufmerksam. Epheshem sagte, es sei jemand gewesen, der von draußen den Gang herauf kam, und ein Geräusch machte, um ihn zu erschrecken. Der Wächter leugnete dies und sagte, das Geräusch stammte aus dem Inneren der Gruft. Er hatte eine Herausforderung gerufen, aber keine Antwort erhalten. Dann berührte etwas seinen Fuß, und er verlor die Nerven und rannte zu uns.
Ja, das klingt ja schon recht bedenklich. Daraufhin sind die natürlich alle sofort zur Gruft gelaufen und haben sie näher untersucht, aber erst mal nichts Ungewöhnliches gefunden. Außer, dass das Skelett leicht bewegt worden zu sein schien und in der weichen Erde des Grabes seltsame Spuren zu sehen waren, als hätte sich ein Vogel mit seltsamen Füßen oder ein seltsames Reptil über
den Boden geschleppt. Ja, komisch. Aber auch da ging sie natürlich erst mal weiter wissenschaftlich vor, also reinigen und untersuchen das Skelette, merken auch, dass sich zwischen dessen Rippen eine merkwürdige bronzene Lanzenspitze befand. Als Archäologe frage ich mich natürlich, inwiefern diese Lanzenspitze merkwürdig gewesen sei. Das wird leider nicht näher erklärt. In Schädel und die Lanzenspitze nehmen sie dann später auch mit in ihre Unterkunft und bestimmen dann auch
einen neuen Wächter für die nächste Nacht. Und der nächste ist eigentlich auch ein harter Kerl, der hat vorher in der königlichen Leibwache in Athen gedient und mit seinem Revolver höchstpersönlich auch mal zwei Wölfe erlegte. Also ja, so jemand sollte doch sicher keine Angst vor irgendwelchen Gespenstern haben. Gegen 4 Uhr am Samstagmorgen wurde das ganze Dorf durch das wilde Echo von Revolverschüssen geweckt und bald darauf kam unser furchtloser Wächter mit seiner Geschichte
an der Rand. Wie sein Vorgänger hatte er ein Rascheln und ein Rasseln wie von Knochen aus dem Inneren des Grabes gehört. Er konnte weder im Eingangsbereich noch in der Gruft selbst etwas sehen. Also feuerte er viermal in die Gruft selbst und die letzten beiden Schüsse in den Eingangsbereich um den Weg frei zu machen. Also alle laufen schon
wieder zur Gruft, untersuchen es. Ja, nur in der Gruft selbst stellten wir fest, dass das Skelett verschwunden war und wieder bemerkten wir die merkwürdigen, reptilienartigen Spuren auf der kleinen, weichen Erde, die doch auf dem Boden lag. Ja, es wird immer unheimlich haben. Aber am nächsten Tag arbeiten sie eben, wie gehabt,
weiter. bis dann irgendwann ja Vorarbeiter ganz blass und nervös zurückkommt und auch noch berichtet, dass sein Pferd auf dem Rückweg plötzlich ganz nervös geworden sei und gescheut habe und sowas, was es definitiv noch nie gemacht hat. Und ja, manche bekommen es jetzt doch von zunehmender Angst zu tun. Und ja, am nächsten Tag kommt dann auch der lokale Priester namens Athanasios zu ihnen und trifft Ways Kollegen, den Herrn Eversham,
und hat ein langes Gespräch mit ihm. Ja, dann beschließt man doch, die Wissenschaft dahinter anzustellen. Sie holen also den Schädel und die Lanzenspitze und legen beides wieder ins Grab. Der Priester kehrt dann auch in vollem Ornate zurück. Er hat auch noch die Priester von zwei oder drei Nachbardörfern mitgebracht. Und alle zusammen umfreiten sie das Grab, versprühen Weihwasser und Weihrauch und singen ein Gebet zur Austreibung
der bösen Geister. Als der Gottesdienst seinen Höhepunkt erreichte, kam plötzlich ein heftiger Windstoß auf, der den Eingangsbereich zum Grab hinauf fegte. Die Kerzen, die einzige Beleuchtung, der die Sonne war bedeckt, flackerten einige Augenblicke lang stark unterloschend an. Wir wurden in fällige Dunkelheit getaucht und hörten in der plötzlichen Stille ein Rascheln und ein trockenes Klappern, gefolgt von dem Geräusch von Metall, das auf einen Gegenstand schlägt.
Klang, klang. Wir haben ihn gesehen, riefen einige der Akolythen und bekreuzigten sich. Sie wurden gefragt, wen sie gesehen hätten. Sie erklärten, er sei mit dem Speer in der Hand in die Gruft gestürmt, kurz bevor die Kerzen ausgeblasen wurden. Weder Evishem noch ich hatten etwas derartiges gesehen, aber Evishem sagte, er wolle noch einmal in die Gruft gehen, um nachzusehen. Dort lag das Sklett genau so, wie wir es zuerst gefunden hatten, auf dem Rücken liegen, mit dem Kopf in
Richtung Westen. Bronze eine Lanzenspitze ragt aufrecht zwischen den Rippen hervor, dagegen, wo sich das Herz befinden würde, wenn ein Sklett ein Herz haben könnte. Davor, ebenfalls wie durch ein Wunder aufrecht stehend, befand sich eine Ikone des heiligen Georg, die jemand fallen gelassen hatte. Ja, und daraufhin übernehmen auch die Einheimischen die Verantwortung der über die ganze Angelegenheit den Mauern das Grab zu. Davor wird noch eine weitere Ikone des heiligen Georg
aufgestellt. Und damit ist die Sache dort erst einmal erledigt. Ways fügt dann allerdings noch hinzu, dass er 1919, also acht Jahre später, noch einmal zu dem Ort zurückgekehrt sei. Und dort stellt er dann fest, dass die Frommendorfbewohner den kleinen Schrein im Eingangsbereich des Myklinischen Grabes zu einer Art kleinen Kapelle ausgebaut hatten, die sie nun St. Georg der Vampir nannten. Ganz genau. Ja, ärzelhaft. So haben wir dort also den heiligen Kult von St. Georg dem Vampir
im Griechenland. Spannende Mischung, weil St. Georg ja der große Drachentöter ist und an Graf Dracula. Also das ist ein spannendes Mash -up vom Drachentöter und vom Drachen zusammen. Kann man durchaus sagen. Also allgemein hat man in Griechenland da häufig so diese lokalen Heiligen mit erstaunlichen Beinamen und so, die da auch diverse so Lokalvarianten zeigen. Ja und da gibt
es eben St. Georg den Vampir. Ich habe tatsächlich versucht im Internet zu recherchieren, wo genau dieses Grab sich befindet, ob es diesen Schrein noch gibt. Konnte es allerdings leider nicht lokalisieren. Wenn ihr im Griechenland Urlaub zufällig über die Kapelle des Heiligen St. Georg des Vampirs stolpert, schickt uns ein Bild und eine Google Location, damit wir... Ich leite es auf jeden Fall weiter an live. Genau. Und macht auf keinen Fall das Grab auf und lasst
keine mykenischen Vampire frei. Die haben sich da schon was bei gedacht, als sie das so zugebaut haben. Ganz genau. Und wenn doch, dann macht es bitte wie Fliemern und bringt viel Sprengstoff ins... Wie viele Vampire, der weggesprengt hat auf seiner Suche nach Trojan, hat sich auch nie einer dafür bedankt. Eben. Es fehlt da manchmal einfach so die Wertschätzung. Die Wertschätzung, ja genau. Natürlich habe ich ganz viel unschätzbare kulturelle Schätze weggesprengt. Aber die Vampire?
Ja. Wer denkt eigentlich an die Vampire? Keiner. Außer uns heute. Die griechischen und trojanischen Vampire. Und abgesehen von Griechenland, hattest du jetzt noch einen letzten großen Punkt im ersten Teil vorbereitet, wo wir hinreisen wollen, auf den ich mich besonders freue, nämlich auf die
Drauga im mittelalterlichen Skandinavien. Also wir sind jetzt zeittechnisch schon noch ein bisschen weiter fortgeschritten und haben jetzt aber Schrifttexte und Brussertexte, die uns von einem norteuropäischen, aber ganz anderen Vampir erzählen, wie wir den kennen. Genau, von einer ganz anderen Art von Untoten, den sogenannten Drauge. Ja, dann muss man zunächst einmal etwas zu den Quellen sagen. Wir beziehen uns hier auf die sogenannten Sagas. Das sind eben schriftliche Überlieferungen, die
in Islande entstanden. Also die Texte, die werden wir folgenden zitieren, stammen so etwa aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Da wurden sie niedergeschrieben in aber durchaus teils mehr oder weniger auf frühere vor allem da auch mündliche Überlieferung zurück. Und ja, quellenkritisch sind diese Sagas natürlich nicht ganz einfach. Manchmal hat man da durchaus auch einen wahren Kern. Also man denke zum Beispiel an die Amerikafahrten des Leif Erikson. Davon wusste man eben jahrhundertelang
auch nur aus den Sagas. Und dann hat man tatsächlich den Hof dort in Neufundland gefunden und sieht das seitdem als, zumindest im Kern des Hofes, bestätigt an. Auch in anderen Fällen gehen diese Sagas offensichtlich auf dystopische Gestalten zurück. Oftmals geht es da eben auch um die eigenen Vorfahren, eben diese Familiengefichten und die großen Familienhelden und so. Allerdings ist es am Ende eben auch Literatur. Und da haben wir ganz viele literarfen Stilmittel zu tun,
wiederkehrenden Kliffes und so weiter. Ich muss nun dazu sagen, Island wird so gegen 800 von Norwegen aus entdeckt und dann besiedelt und um Herde 1000 wird dort offiziell das Christentum angenommen. Also wir sind hier bereits in der Zeit, wo die bereits seit 200, 300 Jahren Christen waren. Die schreiben aber teils eben immer noch so über die heidnische Vorzeit. Ich vergleich die Sagas immer gern so ein bisschen mit Western.
Also man schreibt so irgendwie über die Zeit 200 Jahre vorher, als die Männer noch richtige Kerle waren und alle total krass. Natürlich steckt da noch einiges an dystopischen Erinnerungen drin, aber es sind am Ende eben auch Unterhaltungsgefichten und ebenso wenig wie ein heutiger Western eine adäquate Quelle für das Amerika, das der mittleren 19. Jahrhunderts ist, sind eben die Sargasse wirklich eins zu eins tatsächlich auf die Wikingerzeit
zu übertragen, von der sie eben bericht. Das heißt, wir haben ja durchaus so eine interessante Möffung aus einerseits noch Rudimenten eben des vorkristlichen Glaubens, also dem, was wir als Wikinger zeigen. bezeichnen und dann eben der schon längst christlichen Zeit, dem Hochmittelalter, als die Sagas eben verfasst wurden. Und die Sagas kennen auch verschiedene Genres. Es gibt zum Beispiel die Vorzeitsagas, die noch vor der Besiedlung Islands spielen. Diesmal war auch recht fantastisch.
Da kommen auch schon mal Riesen oder Drachen vor. Bekannt wird zum Beispiel die Wölsung Saga mit Sigurd und so weiter. Es gibt dann sogar eine Sageradaption von kontinentalen Stoffen, von Ritterromanen, eine Ivanssaga zum Beispiel oder sogar von antiken Stoffen. Es gibt sogar eine Sage über Alexander dem Großen, wo dann lustigerweise die antiken griechischen Götter mit ihren nordischen Äquivalenten wiedergegeben
werden. Statt Zeus steht dann da zum Beispiel Thor, um wiederum einem längst christlichen Publikum verständlich zu machen, was die Heiden damals geglaubt haben. Spannender Umweg. Ja, durchaus. Das Saga von, mit dem wir uns heute befestigen, sind all die sogenannten Isländer -Sagas. Also das sind eben genau diese Helden - und Familiengeschichten der ersten Siedler Islands. Die spielen also
vor allem im 9. bis 11. Jahrhundert. Und eigentlich sind diese Isländer -Sagas unter den Sagas noch die halbwegs realistischsten oder so, wo eigentlich eher wenig Übernatürliches und Fantastisches vorkommt, sondern eben oft vor allem diese Familienfäden und so weiter. Da schlagen die sich natürlich regelmäßig die Köppe ein. Aber hin und wieder hat man da eben auch Berichte über solche Untoten. Eben die sogenannten Drauger. Also Singular Drauger,
plural Drauger. Mitunter werden sie auch als Gänggänger oder Abtergänger bezeichnet, was ziemlich genau unserem deutschen Wiedergänger entspricht. Die haben nun durchaus auch eine etwas andere Rolle, als wir es aus manchen anderen Zeiten kennen, denn die leben noch so richtig in ihrem Grabhügel fort, werden damit unter auch als Haugbui oder Kumbelbui, also die Grabhügelbewohner, bezeichnet. Kumbelbui klingt extrem süß. Kumbelbui klingt wie so eine neue schwedische Büchfigur für Kinder.
Stimmt, klingt total Hüge. Ja, das ist sehr Hüge. Würde ich mir ins Wohnzimmer holen. solange bis jetzt die Gefechten hörst. Das Schöne ist, wir haben es ja eben schon mit dem Mykenischen Herr Grape so kennengelernt, die haben natürlich in ihren Gräbern gerne auch mal reiche Fetzen. Und da denkt man sich so als vikingerzeitlicher Held, doch die kann man mal looten. Gibt es mal im Landnamenbuch, also das eben von den ersten Siedlern Islandern erzählt, eine relativ kurze Passage.
Da geht es um einen Herrn namens Leif, genau wie ich. Und der steigt zum Beispiel auch in so einen Grab hinab. Und da heißt es dann noch ganz kurz und knapp, es war finster, bis ein Schwert aufblitzte, das ein Mann in der Hand hielt. Reif erschlug dies noch, raubte ihm das Schwert und viele Schätze. Ja. Tja, den Räuber ausgeraubt. Genau, Draugaluten. Wir kennen das
alle aus Skywam. Wenn wir es mal gespielt haben, da tauchen die ja auch auf in ihre feinliche, prominentesten, heutigen popkulturellen Formen. Ja... Grüße gehen raus an Fabi. So muss das sein. Ansonsten... Wo man das vielleicht auch noch hier kennen kann, das ist tatsächlich der Herr
der Winge. Da haben wir im Buch, nicht in der Verfilmung, hier die Szene mit den Hügelgräberhöhen, wo die Helden eben da über dieses Areal mit den alten Grabhügeln müssten und da dann auch von seinem Untoten im Grabhügel gefangen werden gehalten werden. Grabunholde, hießen die, glaube ich, in der deutschen Übersetzung. Genau, im Original die Barrowites. Und die werden tatsächlich in der norwegischen Übersetzung, habe ich gelesen,
auch mit der Drauke übersetzt. Also da ist das halt auch ... das normale Umgangswort für Wiedergänger. Oder man denke zum Beispiel an den Film The Northman von Robert Eggers, der vor ein paar Jahren ins Kino gekommen ist. Da gibt es ja auch so eine Szene, wo der Held eben in diesen Grabhügel hinabsteigt, um eben dem Bewohner da das Schwert zu rauben. Und das basiert eben durchaus halbwegs nah auf den originalen Quellen. Die vielleicht bekannteste Saga, wenn es um Draugr geht, ist die Saga von
Grettir Asmundason. Da geht es eben um den Helden Grettir. Das ist ein ganz besonders sehr starker und heldenhafter Kerl, der aber auch durchaus problematische Eigenschaften hat. Er ist auch rejizornig und hat ein Talent dafür, sich irgendwie in Schwierigkeiten zu manövrieren. Zunächst am Anfang der Saga begeht er erstmal eine ganze Reihe von Heldentaten. Zum Beispiel ist er da einmal mit einem lokalen Bauern namens Oudhon unterwegs und sieht auf einer Landzunge ein Feuer
lodern. Er erkennt natürlich sofort, dass da ein Schatz vergraben sein muss. Ja, der Oudhon berichtet dann auch, dort liegt K. der Alte, das ist der Vater des lokalen Großbauern. Aber der liegt halt nicht ruhig, sondern der hat nach seinem Tod dort auch alle anderen Bauern von der Insel vertrieben, bis auf seinen Sohn, dem jetzt halt die ganze Gegend gehört. In Grettia freckt das aber nicht, er lässt sich also Werkzeug besorgen und bricht den Grabhügel auf. Dann stieg
Grettia in die Grabkammer hinab. Es war dunkel und roch nicht gut. Er sah sich um, denn er wollte wissen, was für ein Grab es war. Er fand einige Pferdeknochen, dann stieß er an die Lehne eines Stuhls und fühlte, dass ein Mann darin saß. Um ihn herum lag eine große Menge Gold und Silber, und zu seinen Füßen stand eine Kiste voll mit Silber. Grettir nahm all diese Reichtümer und trug sie zu dem Seil. Als er jedoch aus der Grabkammer heraus wollte, packte ihn jemand mit festem Griff.
Er ließ den Schatz fallen und wehrte sich. Die zwei Kämpfte erbitterten und zerbrachen alles, was ihnen im Weg war. So heftig griff der Grabbewohner an. Gettier wich immer weiter zurück, bis er feststellte, dass es so nicht weiter ging. Nun schenken sie sich nichts mehr. Bald waren sie wieder dort, wo die Pferdeknochen lagen und rangen lange miteinander, wobei mal der eine, mal der andere in die Knie ging, doch schließlich fiel der Grabbewohner mit großem Krach nach hinten
über. Audun lief fort von dem Seil, denn er dachte, Gettier wäre tot. Gretia jedoch zog das Schwert Jökulsnaut, da seine Mutter ihn geschenkt hatte und schlug auf den Hals des Untoten, sodass er ihm den Kopf abtrennte und drückte den Kopf auf seinen Hintern. Genau, das ist, wie man mit so einem Trauger verfährt. Also, ich verstehe den Part mit dem Kopfabschneiden, das haben wir jetzt ja schon als interkulturell sehr weit verbreitet und über die Zeiten hinweg sehr verbreitetes
Mittel gesehen. Den Kopf dann auf den Hintern zu drücken, verstehe ich jetzt kulturell nicht ganz, aber ich habe auch noch nie einen Kampf mit einem Trauger gewonnen. Ich zeig dir so natürlicher Trieb danach. Ja, war feindlich. Was wir übrigens bei The Nordman auch schön aufgegriffen haben, da macht er das auch. Das hat mich sehr gefreut. Ja, jetzt wissen wir also, wie man mit so einem Drauge verfahren kann. Die leichtere Methode ist natürlich einfach, keine Alten Nähe Grabhügel
aufzubrechen. Ja, allerdings... Wer noch nie ein Grabhügel aufgebrochen hat, werfe den ersten Stein. Eben als Archäologe. Ja, als Archäologe sollte ich mich da lieber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Allerdings, wenn's bloß so einfach wäre, es gibt nämlich auch die Drauger, die das Grab verlassen, um Unsinn zu machen. Und so einen finden wir tatsächlich noch in derselben Saga,
in der Gretias Saga, etwas später. Da geht's zunächst um einen Mann namens Herrn Torhall, der besitzt auch einen Hof, auf dem es leider spukt. Da geht irgendeine seltsame Gestalt in der Umgebung um, weshalb da niemand mehr als Fefer arbeiten will. Flüssig aber findet er einen geeigneten Mann namens Glamour, der bereit ist, für ihn die Schafe zu hüten. Und dieser Glamour ist ja eigentlich kein sympathiver Typ, sondern die Mimeure überheblich, allgemein nicht sehr
umgänglich. Kurzum, ich zitiere, alle fanden ihn unausstehlich. Allerdings, und das qualifizierte für den Job, er hat keine Angst vor Gespenstern. Und so geht das noch einige Zeit gut. Allerdings kriegt er sich am Weihnachtsabend mit der Hausherrin in die Wolle. Er verlangt nämlich, dass sie ihm gefällig sein Essen macht, obwohl doch an diesem Tag eigentlich gefastet werden soll. Also er
missachtet ja auch die christlichen Gebote. Wir streiten sich also etwas, er wird aber laut und aggressiv, bis sie ihm schließlich doch sein Essen macht. Er isst also und ja, dann stapft er aus dem Haus heraus, es tobt draußen gerade ein Schneesturm und er wird die Nacht über nicht mehr gesehen. Am nächsten Morgen finden sie dann draußen seine Leiche und dabei Blutspuren und riesige Fußspuren. Er war tot und schwarz wie
die Hölle und aufgebläht wie ein Rindvieh. Ja, sie wollen ihn natürlich dann auch wegschaffen und begraben, das gestalte sich aber schwer, denn sein Leichnam ist auf einmal stetig so schwer geworden, dass sie ihn nicht von der Stelle bewegen können, auch nicht, als sie Zugtiere herbeibringen. Also bedecken sie ihn einfach direkt vor Ort mit Steinen. Doch bald darauf wurde den Leuten
klar, dass er nicht in Frieden ruhte. Er verbreitete so viel Schrecken, dass manchen Ohnmacht fielen, wenn sie ihn sahen, andere verloren den Verstand. Gleich nach Weihnachten meinten einige, ihn in der Nähe des Hofes zu sehen und bekamen so große Angst, dass sie einfach davon liefen. Hiernach begann Glam, nachts derart auf den Dächern herum zu wüten, dass sie fast einstürzten. Dann ging er bei Tag und Nacht um. Die Leute trauten sich kaum in das Tale, selbst wenn sie dort etwas
zu tun hatten. die den Menschen in der Gegend hielten, das für ein furchtbares Unheil. Das müssen sie jetzt also einige Zeit ertragen. Allerdings selbst in Island geht der lange dunkle Winter irgendwann vorüber und im Sommer nimmt das Gespuke dann noch ab und der Wiedergänger wird nicht mehr draußen gesichtet. Sie finden sogar einen neuen Hirten, einen Mann namens Torgaut, der eben ebenfalls keine Angst vor Gespenstern hat und ihm verspricht, für sie zu arbeiten und den
Spuk zu beenden. Ja, doch der nächste Winter naht wieder. der in Island natürlich ganz besonders lang und dunkel sein kann, da wird's tagsüber nicht mehr so wirklich hell. Und um die Weihnachtszeit beginnt der Wiedergänger wieder zu spuken und auf dem Dach zu reiten. Am Weihnachtsabend, ausgerechnet, geht der neue Schäfer, Torgaut, raus zu den Schafen
und kehrt nicht zurück. Am nächsten Morgen finden sie seine Leiche direkt am Steinknapp von Glame, mit gebrochenem Genick und keinem heilen Knochen im Körper. Also ja auch die übernatürliche Körperkraft, die diesen Draugar eben zugeschrieben wird. Ja, wenig später wird dann auch der gute alte Kurhirte getötet. Man findet ihn mit gebrochenem Rücken über den Steinen bei den Fieftern im Stall liegende. Und jetzt hielt es auch der Bauer nicht mehr aus und er verließ den Hof mit allem, was er
fortschaffen konnte. Glam brachte alles Vieh um, das zurück blieb und zog danach quer durch das Tal und verwüstete alle Höfe oberhalb von Tunga. Ja. Was man da jetzt bräuchte, wäre doch irgendwie ein Held, der das beenden kann. Praktischerweise kommt dann auch der Gretja vorbei und hört von dem Spuk und beschließt, dem ein Ende zu machen. Er quartiert sich also auf dem Hof ein und verbringt da mehrere Nächte, und schließlich kommt es, wie's kommen muss, und Glam der Drauge erfeint.
Er dringt ins sehr Haus ein, der muss also nicht erstmal anklopfen und hinterher reingebeten werden, und er ringt mit Gretja. Der ist natürlich auch ein ganz besonders sehr starker Mensch, aber selbst seine Körperkraft reicht ihm kaum aus, auch wenn alles sehr möglich an Hubillard zu Bruch geht im Haus. Glam versucht Grettia aus dem Haus hinaus in die Finsternis zu ziehen, aber schließlich gelingt es Grettia doch noch, sich auf ihn zu werfen und den Widergänger zu
Fall zu bringen. Gerade in dem Augenblick, als Glam fiel, verzog sich eine Wolke, die den Mond bedeckt hatte und Glam starte hinauf. Grettir sagte später selbst, dass dies der einzige Anblick war, der ihn jemals erschreckt hatte. Plötzlich verließ ihn seine Kraft und zwar nicht so sehr vor Erschöpfung, sondern vielmehr vor Entsetzen, denn er hatte gesehen, wie besessen Clam mit den Augen rollte. Grettir konnte sein Schwert nicht ziehen, er bewegte sich nicht mehr und
war fast wie tot. Und weil Clam über mehr böse Kraft Kräfte verfügte, als die meisten anderen Untoten, sprach er nun Viel hast du auf dich genommen, um mich zu treffen, Gretir, und es wird dich nicht wundern, wenn ich dir kein Glück bringe. Ich sage dir, du hast gerade einmal die Hälfte der Reife und Stärke erlangt, die dir bestimmt war, hättest du mich nicht getroffen.
Die Kraft, die du jetzt hast, kann ich dir nicht nehmen, aber ich werde dafür sorgen, dass du nie mehr stärker wirst als jetzt, was stark genug ist, wie noch viele zu spüren bekommen werden. Bis jetzt bist du berühmt für deine Taten, doch nun Doch von nun an werden Ächtung, Mord und Totschlag dein Schicksal sein, denn ich habe dich verflucht. Die meisten Dinge, die du tust, werden dir Leid und Unglück bringen. Man wird dich ächten, so dass du unter freiem Himmel leben
musst. Dabei wirst du immer meine Augen vor dir sehen und nicht allein sein können. Und das wird es sein, was dir den Tod bringt. Als der Untolte das gesprochen hatte, kehrten Gretis Kräfte zurück. Er zog sein Kurzschwert, schlug glamm den Kopf ab und drückte ihn auf dessen Hintern. Wieder wird der Ab - Das ist wirklich unglaublich. What the fuck. Sagerhumor. Lustig. Ja. Spaß. Ja, und es kommt dann tatsächlich so, wie der Wiedergänger
prophezeit hat. Grettir wird zwar erstmal als Held gefeiert, weil er dieses Monster beseitigt hat, doch letztlich bringt ihm das alles kein Glück. Fortan hat er eben Angst in der Dunkelheit, er sieht dann immer Glams Augen vor sich, kann nur noch in Gesellschaft schlafen und auch fortan verlässt ihn sein Glück. Es kommen zu einigen unglücklichen Umständen, dass er dann schließlich nach einem versehentlichen Totschlag geächtet
wird. Er wird also für vogelfrei erklärt und diverse Leute machen Jagd auf ihn, bis er da sich auf einer einsamen Insel verfanzt und belagert wird von diversen Leuten. Das wird dann natürlich dramatisch ausgewalzt über Kapitel und Kapitel, aber ja, letztlich hat er kein Glück und er wird dann trotzdem von seinen Verfolgern getötet. Und so endet die Gefechte des großen Gretir Asmundasson. Beendet durch den Fluch eines Untolfen. Genau. Zumindest indirekt. Ja, wir finden solche Draugabe
noch in anderen isländischen Sagas. So zum Beispiel in der Eyjabükja -Saga. Also den Saga von den Leuten auf Eher. Da gibt's einen bösartigen Bauer namens Thorolff, der mit etliche anderen Leuten im Streit liegt und sich so manche Unter zu Schulden kommen lässt. Er streite sich sogar einmal mit seinem Sohn Ankel. Und danach kommt er nach Hause, setzt sich auf seinem Hochsitz nieder. Und am Morgen, als die Leute aufstanden, saß Thorolff
noch immer da und war tot. Dann, ja. ist man mehr oder weniger unglücklich über den Tod dieses Mannes und muss sich anschicken, ihn zu beerdigen. Dann fasste Arnkell Verolf unter die Schultern und nur mit äußerster Anstrengung hiefte ihn von seinem Sitz herunter. Nun wandte er ein Kleidungsstück um Verolfs Kopf und richtete ihn her, wie es der Brauch war. Darauf ließ er hinter ihm die Hauswand durchbrechen und ihn da hinausziehen.
Dann wurden Ochsen vor einen Schlitten gespannt, auf den legte man Thorolv und sie fuhren ihn nach Thorostal hinauf und das ging nicht ohne große Mühe ab, bis er an der Stelle war, wo er hin sollte. Sie begruben Thorolv und schichteten große Steine über ihn. Und hier sehen wir bereits ganz interessante Praktiken. Zum einen wird ein Kleidungsstück ihm um den Kopf gewickelt. Also man vermute so, um sich vor dem Blick des Toten zu schützen. Also hier diese Vorstellung vom
bösen Blick. Ja und dann wird er eben auch nicht einfach durch die Haustür hinausgetragen, sondern man lässt sogar die Hauswand durchbrechen und ihn da raustragen. Und das ist ein Motiv, was uns noch einige Male begegnen wird. Das zieht sich auch bis in die Moderne durch. Eben die Vorstellung, wenn der Tote zur Tür hinausgetragen
wird, dann findet er ja zurück. Also hebt man entweder zum Beispiel die Türspelle an und trägt ihn darunter hindurch oder bricht sogar ein Loch in die Wand, weil er nur durch das Loch, durch das er hinausgekommen ist, wieder zurückkommen kann. Halt ein schöner Anti -untoten -Life -Hack. Ja, also man rechnet bereits damit, dass der vielleicht noch Ärger macht und so kommt es dann auch. Thorolf beginnt nach seinem Tod also umzugehen.
Es ist schon wieder ein Hirte, der dann nicht nach Hause zurückkehrt und schließlich in der Nähe von Thorolfs Grab Tod aufgefunden wird. Da ist es auch wieder. Er war über und über kohlschwarz und jeder seiner Knochen war gebrochen. Ja, schenkt sich nicht so ein Drauger. Er tötet dann nach und nach auch das Selfie und sogar Vögel, die sich auf dem Grab niederlassen, fallen tot zu Boden. Seine Wiedergängerei wurde so gefährlich, dass er einige Leute tötete, andere in die Flucht
schlug. Doch alle, die dabei starben, wurden nachher zusammen mit Rolf gesehen. Draugr sind auch infektiös, also irgendwie wie wir es dann vom modernen Vampir und Zombie auch kennen. Also sie verwandeln auch die von ihm Getöteten in weitere Untote. Etwas angedeutet war das ja auch schon eben beim Hirtenglam der Greteas -Saga, der auch von einem nicht näher beschriebenen Wesen getötet wurde, bevor er dann eben wieder auferfstand. Aber denkt sich der Ankel, so kann
das nicht weitergehen. Er lässt also seinen Vater wieder ausgraben. Der wird dann sogar völlig unverwest aufgefunden. Und ja, man zieht den Leichnam dann über den nächsten Bergrücken. Allerdings ist auch so schwer, dass das schon ein gewaltiger Aufwand ist. Und schließlich gehen auch die Zugtiere durch. Sie kommen also wirklich nicht weiter. Also schleppen sie ihn noch mit letzter Kraft auf eine Landspitze, begraben ihn dort wieder und schütten einen Wall davor auf. Und dort lag
Thoralf ruhig, solange Ankel am Leben war. Also man denkt nun erst einmal... Problem ist beseitigt, der ist jetzt weit genug weg. Und die Saga fährt dann auch mit diversen anderen Querelen fort, was da in der Familie so passiert. Und dann erst viele Jahre später, als Ankel inzwischen verstorben ist, da beginnt Toralf dann schon wieder umzugehen und tötet erneut Menschen. Man lässt ihn also wieder ausgraben und diesmal auch wirklich verbrennen.
Das dauert ziemlich lange, weil die Flamme ihn zunächst gar nichts anhaben können, aber irgendwann mit genug Holz häkt man ihn dann doch verbrannt. Und jetzt sollte eigentlich Ruhe sein? Ja, denkst du. Es kommt aber so, dass eine Kuh an den Steinen leckt, wo die Asche dagegen geweht war. Und wenig später wird sie auch gesichtet, wie sie von einem geheimnisvollen Stier besprungen wird, wo keiner so genau weiß, wo der herkommt. und wenig später
gebiert diese cool zwei Kälber. So eine lässt man kurz darauf schlachten, das andere deckt dann aber heran zu einem großen prächtigen Stier, den nennen sie Gleisja. Es gibt da auf dem Hof eine alte Seherin, die warnt den neuen Hofbesitzern Thorot die ganze Zeit, dass dieser Stier noch sein Untergang sein wird und er soll ihn doch gefälligst endlich schlachten. Na ja, er zögert, aber will ja diesen prächten Stier nicht aufgeben. Stück für Stück und na, es ist nur noch übern
Sommer, bitte. Aber ja, es kommt, wie's kommen muss. Am Ende dreht der Stier durch, ringt mit Thorot und durchbohrt ihn schließlich mit den Hörnern und stürzt sich dann in einen Sumpf und wird nie wieder gesehen. Und, äh, Thorot stirbt. Also hier hat sich der Wiedergänger zuletzt noch mal gewissermaßen in so einem Stierrehen karniert. Sehr zeusartig. Genau. Also die Tierverwandlung ist ja auch etwas, was wir in Untoten -Geschichten ja immer wieder sehen, auch eben bei den Draugar.
Islandische Gespenster verwandeln sich mitunter auch in Seehunde und so was, das stelle ich mir auch sehr gruselig vor. Was wir dann noch hätten, wäre zumal die Saga von den Leuten aus dem Laksadal. Da geht es um einen bösartigen Mann namens Rapp. Man erkennt ein gewisses Muster. Auch der stirbt und geht nach seinem Tod wieder, tötet etliche Leute. Er wird also auch wieder ausgegraben und irgendwelche Entfernte wieder begraben. Er führt die Wiedergängerei erstmal auf. Später steht
er aber plötzlich wieder vor der Tür an. Also stößt man mit einem Speer nach ihm, aber er packt den Speer einfach, bricht die Speerspitze ab und versinkt vor Ort im Boden. Ja, morgen danach gräbt man ihn aber wieder auf, findet seinen Leichmann dort unverwest, immer noch mit der Spirrspitze in der Hand, aber das nützt ihm auch nichts, dann wird er verbrannt und die Affe ins
Meer getreut und damit ist Ruhe. Und schließlich als letzte Klarschere -Drauger -Anekdote hätten wir noch die Saga von Eil dem Einhänder aus dem 14. Jahrhundert. Da geht es um zwei Freunde. Osmund und Aran. Und die schwören einander, dass wenn einer von ihnen sterben sollte, dann muss der andere drei Tage mit ihm in dessen Grabhügel ausharren. Man hatte damals, wie gesagt, wenig Unterhaltung. Das muss man immer wieder, wenn man damals auf Island saß. Wie gesagt, du konntest
den Robben zugucken. Wir vorstellen, das ist ein Geister. Du konntest eine Fede mit Leuten aus dem Nachbortal veranstalten. Oder du konntest mit deinen Freunden praktisch schließen, wer wen in dessen Grabhügel drei Tage lang mit übernachten muss. Und ja, das ist so das Äquivalent von TV -Sendungen gewesen, für die man starb als. Ganz
genau. Und so kommt es dann auch. Aran stirbt dann irgendwann und Asmund lässt ihn zusammen mit seinem Pferd, seinem Hund und seinem Falken bestatten und begibt sich eben wie verfroren selbst mit ins Grab. Und von der ersten Nacht darauf erwacht Aran wieder zum Leben. Dann frisst er den Falken und den Hund. Der hat also gleich ordentlich Hunger. ist er auf den Hund gekommen. Da wird ihr der Hund in der Pfanne verrückt. Ja, in der zweiten Nacht erfleht er wieder auf
und verfreißt das Pferd. Mhm. Also, wenn dir jemand sagt, ich könnte ein ganzes Pferd fressen. Ich hab sehr gute Pferdestacks neulich gegessen. Schon ein bisschen her, aber ich hab's in sehr guter Erinnerung gehabt. Kann man leckere Sachen draus machen. Gaultaffen, Stutenbrust. Lasagne. Unbedingt. Ja, damit hält er sich allerdings nicht lange auf, sondern scheinbar speist er das Pferd gleich roh und ganz. Ja, und dann geht
ja langsam das Futter aus. Also, als er in der dritten Nacht aufersteht, macht er sich an seinen alten Freund Asmund heran, der mit ihm in der Grabkammer schläft und beißt ihm ins Ohr. Wir kennen das vielleicht von gewissen Boxern nicht, äh, Mike Tyson? Genau, taucht es vorhin in der alten Saga auf. Ja. Verständlicherweise wacht Asmund dann auf und die beiden kämpfen und schließlich gelingt es Asmund dann, Aran mit seinem Schwert zu enthaupten. An den Hinterpressen ist hier
glaube ich nicht die Rede. Ja, anschließend wird der Körper verbrannt. Diese Episode ist tatsächlich besonders deshalb sehr interessant, weil das nicht der einzige Quelle dafür ist. Wir finden dieselbe Geschichte nämlich schon ganz ähnlich, einige Jahrhunderte früher, um 1200 in der Gesta Danorum, der Geschichte der Dänen von Saxo Grammaticus. Saxo Grammaticus ist übrigens ein Name, der extrem hart geht. Also wenn du der Geschichtsschreiber zu der Zeit bist für Karl den Großen, oder was
war das? Ne, 1200 ist später. Aber auf jeden Fall in Dänemark. Ach, der war im Dänischen Hof auch? Ja. Genau, also letztlich sein Job ist es, eine Geschichte der Dänen zu schreiben und zu beweisen, wie krass die Dänen sind und schon
immer waren. Da die nun mal bis zu Saxo Grammaticus keine ernstwerte Geschichtsschreibung hatten, ja, konstruiert er sich da alles Mögliche zusammen aus irgendwelchen mündlichen Überlieferungen, antiken Stoffen, die er da ein bisschen umschreibt und ja, eben auch dieser schönen Wiedergängergeschichte. Und ja, damit ist es tatsächlich wohl die früheste Verschriftlicht der Drauger -Geschichte. Also die Sagas sind alle noch etwas später. Hier heißen die beiden Asmundus und Asvitus. Der Herr Saxo
schreibt natürlich auf Latein. Und in dem Fall wird der Asvitus am Ende sogar auch noch gepfählt. Ja, wir haben hier also auch schon mal wieder einen Untoden der Menschenfrist. Also ganz wie im modernen Zombie -Film. Und die Pfählung. die in Teil 3 nochmal spannend wird, wenn wir uns das historische vielleicht Vorbild, vielleicht unfreiwillig Vorbild, wir wissen nicht wie das wird noch kommen, aber wenn wir uns mit dem Fehler beschäftigen kurz. Da wird das Pfählen nochmal
eine Rolle spielen. Und es ist sehr spannend, dass es da eine andere noch Erzählungstradition gibt, die Untote mit dem Pfählen auch in Verbindung bringen. Nicht nur das Verbrennen, weil das dann auf spannende Weise später in Transsilvanien historisch irgendwie Teil der Dracula -Legende wird. Genau. Und sehen also, auch bei der Untoten taucht das von ziemlich früher auf in dem Mittelalter auf. Jetzt sehe ich gerade so dieses Bild des Traugers, der halt in seinem Grabhügel lebt.
Das ist natürlich noch so eine sehr heidnische Vorstellung. In christlicher Zeit, da hat man ja keine Grabhügel mit kostbaren Beigaben mehr und so. Deshalb geht man eben auch davon aus, obwohl das eben schon tief in der christlichen Zeit niedergeschrieben wurde, dass diese Vorstellungen eben durchaus bis in vor Christäzeit zurückgehen konnten. In manchen Sagas findet man da aber auch schon eben gerade so diesen Übergang dieser
Vorstellungen. Also auch die Grettir -Sagas spielt eigentlich schon in der Zeit, wo sie eben formell schon christianisiert sind, aber eben immer noch natürlich diese heidnische Relikte in der Umgebung haben. Etwas anders ist das dann schon in der Saga von Jon Munderson, dem Bischof von Hola. Ja, es gibt auch Bischofs -Sagas. Das ist ein
weiterer Saga -Aure. Der stirbt etwa 1121. Etwas später, und da findet sich zum Beispiel die Anekdote, da heißt es, Eines Abends trat eine alte Frau in die Kirche zu Hola, in der Tote begraben lag. Während sie betete, verließen die sie ihre Särge und stürzen sich auf sie. Also hiervon die christliche Lebenswirklichkeit, eben die Kirche, wo die Menschen
drin begraben sind. Allerdings scheinen die Toten dann wohl doch noch ein bisschen christenfeindlich oder ähnliches zu sein, dass es ihnen nicht gefällt, wenn da in der Nähe jemand betet. Termine Saga ist auch noch eine ganze Reihe anderer Anekdoten, auch wo Tote zum Beispiel in Träumen erfeinen, um ihren letzten Willen nochmal Kunst zu tun oder auch von allerlei geisterhaften Erfeinungen.
Sei es, dass die Ertrunkenden dann in wassertriefenden Klamotten wieder zu Hause aufschlagen oder selbst einen Gottesdienst abhalten, eben die Gespenster. In der Eabückjassaga gibt es auch eine ganze Passage über so diverse Spukphänomene, die diesen Hof daheim suchen. Da taucht auf einmal ein Seehundkopf aus dem Herdfeuer auf und sie prügeln den mit aller Gewalt wieder rein, bis er endlich wieder
verschwindet. Nun gut, wenn du da irgendwie sechs Monate Kälte und Finsternisse hast und vor allem nichts zu tun, dann siehst du gelegentlich auch Seehundköpfe. Ja, verbring du mal betrunken sechs Monate mit deiner Familie in einem Haus. Und das fängt nicht an zu halluzinieren. Großfamilie eben, genau. Mit allen Verwandten, alle komischen Onkels. Alles sind da, du kannst nicht entkommen. Irgendjemand hat schon wieder den Kamin nicht richtig geputzt, der Rauch zieht rein. Und...
Ja, Probleme, die wir uns in kleinen Portionen vorstellen können, wenn wir die gesamte Familie zu Weihnachten treffen. Ganz genau. Und man sollte ja an Weihnachten dann besser auch nicht raus in den Schneesturm gehen, sonst lauern schon wieder andere Gefahren. Y 'know. Also das sind die Vorstellungen, wie wir uns eben in den alten Sagas aus Mittelalter begegnen. Das setzt sie natürlich auch in der Erzähltradition des Skandinavier
fort. Also auch in späteren Volkssagen, die in der Neuzeit aufgezeichnet werden, hat man immer mal wieder eben die Vorstellung vom Drauge, also dem Wiedergänger, der aber dann später auch teils geisterhafter wird. Oder es gibt dann insbesondere auch die Vorstellung vom Seedrauge, also eben die Geister der Ertrunkenen oder auch als ein großes Seeungeheuer, was dann eben die Seeleute bedroht. Seefahrende Gesellschaft muss das ja irgendwie da auch mit eingebunden werden. Oder
ist das ein Neiligen? Ganz genau. Ich finde es sehr spannend. Wir haben jetzt in der ersten Folge auf jeden Fall einen sehr spannenden, weiten Überblick bekommen. Von früher Antike bis hin zum Mittelalter und diesen Traugervorstellungen vor allem in Skandinavien. Du hast selber auch Romane. geschrieben zu den Draugar. Du hast es literarisch verarbeitet. Ganz genau. Es gibt drei Kurzromanen von mir mit dem Serientitel Draugar, die Saga von Ragnar Draugabani, Verderben
über Thule und In den Wäldern von Utgard. Findet ihr bei Amazon, vielen im Signum Verlag. Ich mach den Link auf jeden Fall auch hier in die folgende Beschreibung mit rein. Da könnt ihr direkt hier in die Beschreibung gucken und euch da eine Kopie von holen, wenn ihr mehr zu den Draugar. lesen wollt. Genau, da habe ich mich eben von all diesen der alten Überlieferung inspirieren lassen. Sie spielen entsprechend dort im Mittelalter,
in der Wikingerzeit. Es gibt Drauger, Vampire, Riesen, Wehrwölfe, Wehrwolfriesen, aber all das eben in einem glaubwürdigen historischen Setting. Sehr spannende Kombination, wie ich finde. Das glaubwürdige Setting mit diesem magischen Realismus, würde man vielleicht heute sagen, oder so diesem überwältigen Phänomen, die in diesen ansonsten natürlich oder natürlich in den Kontext kommen. Und so wurden ja die Sagen auch geschrieben.
Also so muss man die auch ein bisschen angehen als, oh, da ist viel Lebensrealität der Menschen drin und sehr viel Vorstellungswelt. Und da finde ich es eben faszinierend, dass diese Idee der Wiederkehrer der Untoten eben so weit zurückverfolgbar ist. Und wir im Endeffekt heutzutage da vor allem den Dracula und das Vampir, äh, das Vampir, in der Form des Dracula und den Zombie haben, als die großen popkulturellen Phänomene. Und wir nicht auf dem Schirm haben, wie weit verbreitet
und wie alt das tatsächlich ist. Im nächsten Teil werden wir uns auch noch ein bisschen unter anderem anschauen, wie es im Rest der Welt noch aussah. Also die Ecken, die wir jetzt heute nicht eingeschaut haben. So zwei, drei Beispiele dazu, wie in Asien zum Beispiel dieser Vampirmythos in Ostasien oder Zentralasien vorkommt und gelebt
wird. Und was wir uns in der nächsten Folge jetzt als nächstes vor allem anschauen, sind eben diese Berichte aus Mittelalter und früher Neuzeit aus Zentraleuropa auch, wo es ja konkrete Formen dann auch annimmt mit Chroniken, Bußgeldkatalogen, medizinischen Abhandlungen. und eben die Verbindung zu Seuchen und Hexerei und dem Teufelswerk jetzt eben auch im christianisierten Mittelalter endlich reinkommt. Unsere Folge zum Teufel von vor nicht allzu langer Zeit, wo diese Figur herkommt, da
kommt es jetzt schön alles zusammen. Also unsere Folgen zur Hexenverfolgung, zum Teufel und jetzt eben auch zu den Widergängern, den Untoten, die uns alle verfolgen vielleicht weil die Überlebenden auch ein bisschen schlechtes Gewissen den Toten gegenüber haben. Ich würde den Leuten die letzten paar tausend Jahre unterstellen, dass es ein
bisschen mit reinspielt. Auch dieser Ahnenkult ist deutlich erklärbarer und nahbarer, wenn man darüber eben Leuten, die gestorben sind, Sachen sagen kann und mit ihnen kommunizieren kann, wo vielleicht ansonsten ganz viel unausgesprochen geblieben ist. Und das kann ja durchaus zu einer Art Fluch werden. Ob wir da jetzt dran glauben, ob das ein Fluch ist oder ob das dann psychische Belastung ist, die nicht aufgearbeitet werden kann und schwer zu lösen ist, ist dann eine Frage
des Blickes, wenn man drauf guckt. Aber es macht die Menschen meistens nicht so glücklich, wenn man da unausgesprochene Sachen hat. Und ob man dann zur Therapie geht oder jetzt in den Schreien seiner Vorfahren, den man in der Ecke hat. Oder halt ein paar Leichen fehlen und der Taub kann auch therapeutisch werden. Ich denke, wir sollten dann ein Grumbipaket anbieten, wo wir sagen, Therapie ja. Aber vielleicht auch die Knochen alle paar Monate rausholen, neu anorten, zurückpacken,
so Glockenbecher -Kultur -mäßig. Das eine tun, das andere nicht lassen. Sowohl als auch Lösungen einfach auch. Warum muss man sich da immer für eins entscheiden? Ich fand es sehr, sehr spannend im ersten Teil und freue mich auf den zweiten Teil. Ich würde jetzt gerne mich noch einmal bei allen, die uns auf Patreon unterstützen, bedanken und Euch auch ans Herz legen. dass ihr
das machen könnt. Also ihr könnt auf YouTube oder auf Patreon, wenn euch das quasi toll findet, das Format, was wir machen, uns unterstützen. Ich muss live demnächst mal groß zum Essen einladen von meinem Geld. Das ist im Plan. Live mag das. Vielen lieben Dank an unsere Produzenten und Produzenten. Spinoza369, Sylvie und Die Schmaus. Ganz lieben Dank. Kommt gern dazu. Wir freuen
uns sehr. Und ansonsten hören wir uns in zwei Wochen mit dem nächsten Teil zum Thema Vampire, Nachzehrer und schmatzende Leichen im mittelalterlichen Deutschland. Genauer. Bis dann. Vielen Dank, Leif. Sehr gerne.
