Alexander Parvus oder wie Lenin nach Moskau kam - podcast episode cover

Alexander Parvus oder wie Lenin nach Moskau kam

May 23, 202459 minSeason 1Ep. 74
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Heute haben wir eine der spannendsten Biografien des 20. Jahrhunderts für euch: Alexander Parvus war ein russischer Revolutionär und Verfechter des deutschen Imperialismus, ein marxistischer Wissenschaftler und Großunternehmer, ein Kosmopolit und deutscher Patriot, ein hinter den Kulissen wirkender Politiker und internationaler Financier, ein sozialdemokratischer Publizist und politischer Abenteurer. Ohne Parvus, ebenso wie ohne das deutsche Geld, hätte es die bolschewistische Revolution in der Form, in der sie 1917 in Russland stattfand, wahrscheinlich so nicht gegeben.

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Quellen & Literatur:

Transcript

Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Alle Zeit der Welt. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Alle Zeit der Welt. Heute wieder in unserer Starbesetzung zu Dritt, die drei Musketiere. Jojo Jonas und ich bin auch mal wieder dabei. Ich lasse mich blicken. In letzter Zeit ging es bei mir darunter und drüber, aber vor allem auch in positiven. Ja, wir steigen mal einfach mit einem Zitat von Trotsky ein. Jonas, bitte.

Parus war zweifellos eine hervorragende Gestalt unter den Marxisten am Ende des Vorrücken und am Anfang dieses Jahrhunderts. Er beherrschte die Marxistische Methodik vollkommen, verfügte über Weitblick, verfolgte alles Wesentliche in der Weltarena, bei seiner außerordentlichen Kühnheit des Denkens und einem männlichen muskulösen Stil zu einem wahrhaften hervorragenden Schriftstellermachte.

Seine alten Arbeiten haben mir die Frage der sozialen Revolution näher gebracht und die Machteroberung des Proletariats aus einem astronomischen Endziel in eine praktische Aufgabe unserer Zeit verwandelt. Eine ganz schöne Lobesfemme, die hier Trotsky über Alexander Parbus es singt. Die Person, mit der wir uns heute auseinandersetzen. Alexander Parbus ist mir, als ich damals meine Bachelorarbeit in Geschichte geschrieben habe, untergekommen.

Da habe ich mich mit dem ersten Weltkrieg und vor allem dem Auswärtigen Amt im ersten Weltkrieg dem Deutschen beschäftigt und was die so an Sachen geplant und miterorganisiert haben, vor allem an der Ostfront. Und da ist mir der Name Alexander Parbus dann irgendwann untergekommen. Ich glaube tatsächlich das erste Mal in Original-Dokumenten, wo darüber geredet wurde, dass sein Kopenhagen eben der Parbus sitzt und man sich mit dem wieder abgestritten hätte.

Und dann habe ich ein bisschen nach recherchiert und bin auf eine Person gestoßen, die ich mich nachhaltig fasziniert habe. Die deren Lebenswandel und die einfach so als kleine Schlüsselfigur, als ganz kleines Zahnrad in diesem großen Gefüge des 20. Jahrhunderts. Ein übertrieben großen Einfluss meiner Meinung nach auf den Ausgang gewisser Dinge hatte. Und der mich fasziniert hat. Und deswegen freue ich mich, dass wir heute über Alexander Parbus reden.

Freut mich, dass du deine Faszination mit uns teilst. Ich bin gespannt. Dafür ist der Podcast auch da. Ja, also Parbus, der war russischer Revolutionär, Verfechter des deutschen Imperialismus, maxistischer Wissenschaftler, Großunternehmer, Kosmopolit, deutscher Patriot aus Weißrussland und hinter den Kulissen wirken der Politiker und internationaler Finanzier, sozialdemokratischer Publicist und politischer Abenteuer alles in eine sehr markante Persönlichkeit integriert.

Da treffen extreme Gegensätze aufeinander bei dieser Person vom Großunternehmer zum überzeugten Sozialisten und der ersten Stunde. Verfechter des Imperialismus? Ja, vom G-Vormit der Stütze und der Nechtel des Ernteils des Imperialismus. Genau. Deswegen müssen wir uns heute ein bisschen genauer anschauen.

Und ohne Alexander Parbus so viel kann ich schon mal antiesern und das Geld des deutschen Kaiserreiches hätte es wahrscheinlich keine bolschewistische Revolution in der Form gegeben, in welcher sie es dann 1917 in Russland gab. Also er ist eine der entscheidenden Schlüsselfiguren, wenn wir uns den Gang der russischen Revolution anschauen.

Und da wir, ich immer noch plane den größeren Podcastreiter zur russischen Revolution, vielleicht bließ das hier noch zu machen, ist Alexander Parbus da schon sehr schöne, ja, einfach eine Vorläufergeschichte, die parallel dazu verläuft, wo wir anhand der Geschichte dieses einen Mannes relativ große Züge der Weltgeschichte heute nachvollziehen können gemeinsam. Die Lebensgeschichte von ihm lässt sich grob in drei Etappen teilen.

Das erste ist seine Zeit, sein Leben bis er nach München übersiedelt. Dann die zweite Etappe ist seine Zeit in München bis zur gescheiterten Revolution im russischen Reich 1905. Und die dritte Etappe ist dann sein Leben nach 1905 und seine Rolle in der russischen Revolution. So werden wir uns auch heute dem Thema nähern. Und wir beginnen mit der Geburt von Israel Lazariewicz Gelfand zu Deutsch Israel Alexander Helphand in Berezino, was heute im Belarusischen Verwaltungsbezirk Minsk liegt.

Dort kommt er 1867 zur Welt und sein genausgeburtsdatum ist über vielen Figuren der Zeit nicht bekannt. Parbus' Familie war im Handwerk tätig, nachdem dann aber die Stadt Berezino niedergebrannt ist, waren sie gezwungen ihre Heimat zu verlassen und nach Odessa überzusiedeln. Und dort erhält Parbus dann eine sehr gute Schulausbildung für die Zeit, der besuchten Gymnasium und bekommt außerdem noch privaten Unterricht in Mathematik und in den humanistischen Fächern.

Und schon in sehr jungen Jahren kommt er dort in Odessa in Kontakt mit den Schriften von Karl Marx und interessiert sich für soziökonomische Fragen und die Hintergründe von Ökonomie. In Odessa schließt er sich auch das erste Mal der revolutionären Opposition an. Ich hier mal ein ganz kurzer Exkurs.

Wir haben gehört, der Mann hieß nicht ursprünglich nur Alexander Parbus, sondern eben Israel Alexander Helphand und hat danach Alexander Parbus als seinen Schriftstellertitel, wie nennt man das, seinen Alter Ego unter dem er publiziert hat, genau als Pseudonym benutzt, was aber dann auch sein offizieller Name in der Szene wurde. Und wir haben viele Geschichten aus dem 19. Jahrhundert von jungen Männern, die aus Osteuropa kommen, die sich dann sozial revolutionären Strömungen anschließen.

Am Anfang in der russischen Revolution haben wir viele Teilnehmer, die jüdische Abstammung sind und es lässt sich auf jeden Fall bei den frühen Theoretikern, jetzt vor allem den Leuten, die aus Osteuropa kommen, sehen, dass da viele Leute mit jüdischen Wurzeln dabei waren. Und es wird immer wieder gern hochgehalten und wurde dann später auch von den Nazis uns hochgehalten, um zu sagen, ne, der Bolshevismus ist eben eigentlich eine jüdische Erfindung. Dass hat da irgendwie seinen Ursprung.

Tatsächlich hatte man als junger Mann mit einem jüdischen Background in Osteuropa relativ dezidierte Optionen. Also wenn man in einem dieser Städte gewohnt hat, im russischen Reich zu der Zeit, dann hatte man entweder die Optionen, sich die traditionellen Begebenheiten der Orthodoxen-Lebensweiß zu unterwerfen, im Städte, und so weiter zu machen wie die Eltern. Oder man hat sich einer der aufregenden neuen Bewegungen, die es ab dem 19. Jahrhundert,

oder vor allem 19. Jahrhundert, dann gab, angeschlossen, was wir heute gern als orthodoxes Judentum so vor Augen haben, wenn wir an Brooklyn denken, und so, es sind ja oft die Hasidim, oder die Hasiden, genau. Und das ist zum Beispiel auch eine Bewegung, die damals als religiöse Reformbewegung in Osteuropa im 18. Jahrhundert, glaube ich, schon aufkam.

Und die eigentlich nicht, dass sie Orthodoxe war, sondern eigentlich mit der Orthodoxen auf eine Art gebrochen haben, und das eine Erneuerung waren, wo es eben viel darum ging, dass sich junge Männer gemeinsam rumhiegen und sich Gedanken gemacht haben, alle Gedanken zugelassen haben und eine neue Art von Spiritualität in der Gemeinschaft gelebt haben. Und das war schon nicht das Orthodoxe zu der Zeit.

Und wenn ich mich generell von diesen religiösen Bewegungen distanzieren wollte, dann hatte ich eigentlich nur die Option, sozial revolutionär zu werden,

oder mich eine extrem linken Bewegung anzusprechen. Die Schriften wurden damals weit in Osteuropa nachgedruckt und verbreitet, wo dann eben auch solche Sachen kursiert sind unter den älteren Schülern und wo man auch durchaus in dem Gymnasium zum Beispiel in Odessa in Kontakt kam, mit Denkern wie Marx und Engels und anderen frühen Theorien, Theoretikern, Kautzky.

Und die hat man dann gelesen und hat erkannt, dass das da ja auch um die Emanzipation der Juden geht, auch in eine Art und Weise, und um eine Erklärung der Umstände der Unterdrückung und ein Ausweg daraus und eine vor allem Utopie gezeichnet wird von der Gesellschaft, wo diese Gegensätze und Grenzen überkommen werden können, wo eine neue Gesellschaft möglich ist, wo davon gerätet wird.

Und diese Utopie, also hat natürlich eine größere Anziehungskraft, wenn du aus einer mehr oder weniger marginalisierten Gesellschaftskruppe kommst, wie wenn du sagst, ich bin vielleicht Aristokrat oder Großunternehmer und habe jetzt nicht so besondere große Hoffnung, brauchen nicht die Utopie um morgens aus dem Bett zu kommen so selbst.

Also du hast als junger jüdischer Mann wie Israel Alexander Helphand in Odessa zu der Zeit die Option, da schließe ich mich ja den Rasiden an und gehe eher in die Richtung Spiritualismus und versuche da in der Religion irgendwie eine Besserung für mich zu erreichen oder ich schliefe mich eben der linken Bewegung an, die zu der Zeit eben im Entstehen war und vor allem auch in Deutschland entstanden ist.

Zu der Zeit und der Blick war dann eben ganz oft aus Osteuropa nach Deutschland, weil gesagt wurde da ist die SPD, da wird das Ganze aufgebaut, da hat Marx und Engels, es war was Deutschland, war Deutschland und dementsprechend wurde da immer nach Deutschland geschaut als großer Wiege der Revolution. Der kommenden Revolution. Jetzt spielt auch der Zionismus eine Rolle, ist das nicht auch in der Zeit in der der politische Zionismus aufkommt?

Genau, also politischer Zionismus kommt dann ja auch so mit Herzl, wann war der Kongress nochmal? Über den Zionismus wollten wir ja auch schon längst meine Folge machen. Ja, müssen wir unbedingt aufgeben machen, bin ich ganz zu weit.

1896 erschien der Judenstaat von Theodor Herzl, also noch nicht so in der Mitte des 19. Jahrhunderts, aber Ende des 19. Jahrhunderts kommt dann der Zionismus als eine neue Bewegung dazu, die eine Unterfraktion stellt und die nationalistischen Flügel darstellt, der sagt, obwohl wir im Augenblick keine Nation haben, sollten wir eine Nation bekommen. Also als nationalistischer Flügel, aber als politische Bewegung, im Gegensatz zu den Krasidien.

Also da hast du, aber die Optionen gab es jetzt zum Beispiel 1880 noch nicht so verstärkt, das war das schon in der Luft und war im Entstehen, dass es solche Ideen natürlich auch gab und es wurde alles in vielen Aufsätzen diskutiert.

Kurze Zeit noch, ich habe gerade den Namen vergessen, aber bitzlich bei den Krasidien auch noch eine ultra-orthodoxe Variante, die den Zionismus als Projekt ablehnen und die auch nach dem Überfall auf Israel durch die Hamas am 7. Oktober mit der Hamas zusammen oder mit palästinentischen Unterstützern auf der Straße gefeiert haben,

weil sie eben meinen, der Gottesstaat kann nur von Gott selbst errichtet werden und alle menschlichen Bemühungen und politischen Aktionen um den herbeizuführen, wären eine Sünde. Also gibt man den Krasidim ganz verschiedene Dynastien, die das auch unterschiedlich als ihre eigene Ideologie als haben und da das dann eben so Meister, die in gewissen Städten residiert hatten und dort so ein Arztruf entwickelt haben, wo wir dann hinkamen an diesen Hof in der Weisheit-Teilzung haben und so.

Und es gab zwar in Cernobyl eine berühmte Dynastie in verschiedenen Orten und die sind dann teilweise nach dem Zweiten Weltkrieg nach Israel oder in die USA ausgewandert oft und haben dann dort die unterschiedlichen Häuser und ihre unterschiedlichen Sekten sozusagen auch mitgenommen.

Genau, aber weißt du, worauf du anspielst, genau, dass es da auch wieder Untergruppen gibt, die sagen, dass man den zionistischen Staat oder das Königreich Israel oder wie auch immer, das Reich Gottes nur erschaffen kann, wenn der Messias gekommen ist. Also sie warten noch auf die Ankunft des Messiases und erst mit dem wird dann der Staat kommen und alles, was davor kommt, ist genau, also nicht dem Willen Gottes in der Auslegung.

Ich bin jetzt interessiert, ich habe den Artikel gefunden, Neturei Karta, ungefähr so wie man es schreibt oder wie man es hört, zu Deutsch, Wächter der Stadt und wir wurden 1938 gegründet und auch auf der Wikipedia-Seite sieht man Ultra-Orthodoxe Juden, die da die palästinische Flagge auf der Straße präsentieren. Ich fand nicht interessant, aber lenkt vielleicht ein bisschen vom Thema ab. Führte es ein bisschen weg von unserem eigenen Thema, genau, wir sind ja echt bei Alexander Parvus.

Und der beschließt dann 1886 in die Schweiz zu ziehen, da sich dort bereits eine Gruppe russischer, marxistischer, exzellanten und Emigranten angesammelt hatte. An der Universität in Basel studiert er dann Nationalökonomie, sehr passend, seinem Vorbild Marx nach Eifond und im Sommer 1891 wird er dann mit dem Thema die technische Organisation der Arbeiter unter dem Aspekt der Ausbeutung der Massen zum Doktor der Philosophie promoviert.

Die Jahre an der Universität brachten zwei prägnante Züge an Alexander Helphand an den Tag, eine kolossale Arbeitsfähigkeit, die mit eben solcher Selbstsicherheit er einhergingen und eine ausgeprägte Feindseligkeit gegen die Bourgeoisie, unlösbar mit dem Wunsch verbunden selbst reich zu werden.

Kurz zur Zwischenfrage, wer war der Doktorvater oder was war das von der Linke Uni, dass die damals Anfang des 20. Jahrhundert eine marxistische Doktorarbeit akzeptiert habe, um den Doktorverifelien haben? Die Schweiz war damals sehr offen, was so etwas angeht. Und vor allem in der Philosophie konnte man damit wahrscheinlich promovieren. Ich weiß nicht, ob der Doktor der Nationalökonomie war oder ob der Doktor der Philosophie dann bekommt. Spannend auf jeden Fall.

Danach begann Doktor Helphand in der sozialistischen Presse unter dem pseudonym Parvus von kleinem, für Lateinisch klein oder gering, und es wurde dann im weiteren zu seinem neuen Namen. Als Alexander Parvus positioniert er sich indirekt so ein bisschen als Alexander der Kleine, als Gegensatz zu Alexander dem Großen. Und das Ganze ist vor allem deswegen lustig, weil er ganz anders als klein ist. Also eine körperliche Statue ist das Gegenteil von einem Kleinen.

Und von daher hat das Ganze so mehrere spielerische Ebenen auf jeden Fall. Der prominente Vertreter der deutschen Sozialdemokratie Karl Kautzky, über den ich auch kurz geredet habe, sympathisierte mit Parvus und nannte ihn sogar im Scherz Dr. Elefant, weil er eben etwas im Auftreten von einem Elefanten hatte. Er war sehr hochgewachsen, sehr groß, schwerfällig, beleibt und hatte einen großen Frühkahl geworden. Kopf, dicken Hals und einen angeborenen Sinn für Humor, so wird er beschrieben hier.

Clara Zetkin, auch eine der vierten Figuren im linken SPD-Flügel, die Parvus gut kannte, schrieb, dass sein Mensch von überschwappender Lebensluß gewesen der Umgang mit ihm habe einen sehr starken Eindruck gemacht, weil er mit vollen Händen geistige Werte um sich geborfen und so die nüchterne Seele von Kautzky mit sich fortgerissen habe. Die Beschreibung von Helbergs Äußerung, die wir beim ästlichen, sozialesten Artur Stiefheld finden, hinterlässt beim Leser ein weniger angenehmer Eindruck.

Jonas, bitte. Er hat vorhin das seinen Hals fast völlig verschwinden ließ. Die kleinen lebhaften Augen lagen tief. Seine kurzen Beine trugen den Körper wie einen Mehlsack. Er ruderte ständig mit den Armen, als müsste er so sein Gleisgewicht haben. Er mochte ihn einfach nicht, hat sich bestoßen. Aber irgendwo dazwischen muss die Wahrheit gelegen haben. Wir haben auf jeden Fall einen sehr lebensfreudigen, großen Mann, der sich Alexander der Kleinung nimmt.

Aber euch den Wort wird es im Namen auch irgendwie zu erklären. Wir fällen mit uns wirklich ein sehr guter Mann. Und wir werden später noch mal darauf zurückkommen, der wird in allen heutigen, vor allem russischen, Verfilmungen der Zeit extrem negativ dargestellt. Warum?

Nach seiner Promotion kommt dann die Rückkehr nach Russland für ihn nicht bei so richtig in Frage, weil er sich sehr ans Leben in Westeuropa gewöhnt hat. Aber auch in der Schweiz will er nicht länger bleiben, da er in der Meinung ist, dass man in der Schweiz mit diesen älitären, intellektuellen Immigrantenzirkeln dort nichts groß reisen kann.

Und deswegen zieht er dann im gleichen Jahr nach Deutschland. Denn dort erwartet er genau wie die anderen Sozialisten der Zeit eben die kommende große Revolution, die dann von Deutschland auf den Rest der Welt überschwappen wird.

In Deutschland arbeitet Parvus dann als Journalist, Redakteur und Akkulator, lebt zuerst in Stuttgart, dann in Berlin und in Dresden, wo er Chefredakteur der sächsischen Arbeiterzeitung wird. Aufgrund der scharfen, die Revolution preisenden Artikel erteilte Polizei, endet 1899 Parvus einen Ausweisungsbefehl aus Sachsen und kurz danach auch aus Thüringen.

Nachdem 1899 noch Bayern als letzter möglicher Wohnort geblieben war, zieht Parvus notgetrungen nach München der Arme. Er hatte keine andere Wahl. Und vor allem während dieser Zeit, während er seine kleine Reise durch Deutschland macht und sich aus den verschiedenen Kleinstarten heraus agitiert, bis er zu der Zeit ja schon kaiserreich, aber er wird eben lokal verwiesen, nicht das gesamte Kaiserreich ist, gibt es im russischen Reich eine ökonomische und politische Krise.

1898,99 gibt es eine Hungersnot in Russland und eine Reihe von Streiks und Studenten unruhen. Und das öffnet Parvus die Augen für die revolutionären Möglichkeiten in seiner Heimat. Er beginnt dann weniger in die Revolution in Deutschland zu denken und mehr an eine kommende Revolution in Russland. Er reist auch kurz nach seiner Ankunft in München für mehrere Monate nach Russland, um dort selbst die Hungersnot mit eigenen Augen zu sehen.

Er will darüber aber eigentlich nicht journalistisch objektiv berichten, sondern das Ganze vor allem für seine propagandistischen Zwecke nutzen. Er reist mit einem Art durch die Gegend und gibt dann im Spätsaber 1900 vom Schuttkarte Dietz Verlag publiziert ein Buch über diese Hungersnot heraus, wo er die Gründe in der Akkrisie analysiert und eben die kapitalistische Entwicklung in Russland als Ursache dafür identifiziert und sieht.

Während er in Russland ist, trifft er einen Politiker und Literaten, Alexander Potresov, der gerade dabei ist, eine neue Zeitung zu gründen, die später berühmt werden wird, nämlich Iskra, der Funke.

Parvus sagt, er kann das Ganze von seinem neuen Wohnout in München aus verbreiten und die beiden Männer tüften dann einen Plan, die Zeitschrift in München zu drucken und dann illegal ins russische Reich zu schmuckeln, weil das große Problem war, dass man es in Russland nicht drucken konnte und man das irgendwo im Ausland drucken und dann über ein Netzwerk ins russische Reich schaffen musste.

Und von da an beginnen sie dann, die Iskra in schmalen kleinen Buchstaben und auf besonders dünnen Papier zu drucken, um den Transport ins russische Russland zu erleichtern. Und dank dem Netzwerk von Parvus gibt es in Odessa eine Druckerei, wo Sachen nachgedruckt werden können und in Baku und er selber stellt in seine eigene Wohnung in München Schwabing eine kleine Druckerpresse und dort werden dann die ersten Ausgaben der Iskra gedruckt.

Und die ganzen werden dann über das Netzwerk weiterverbreitet und damit beginnt er die Agitation im russischen Reich für die kommende Revolution schon 1901 eigentlich. Und die Handpresse war mit einer besonderen Vorkehrung versehen, dass falls die bayerische Polizei ins hausein drückt, die war mit Sprengstoff versehen, dass du nur einen Knopf drücken musstest und das ganze Ding nicht aufgegangen ist.

Sehr spannende Arbeitsbedingungen, ich in dem Zimmer mit dem Sprengstoff die illegale Zeitung zu drucken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es um 1900 mit dem TNT schon alles so ausgereift war, weil das scheiß doch gerade ist erfunden worden.

Und die Wohnung von Parvus entwickelt sich dann über diese Zeitungsdruckerei hinaus eben zu einem entscheidenden Sammelpunkt verschiedener linker Aktivisten in Deutschland, Vladimir Ilyich Lenin, Juli Matov, Rosa Luxemburg, Leo Trotsky und einige andere russische Studenten finden sich dort ein und unterhalten sich mit Parvus über Politik.

Er pausfeld oder den anderen sozialdemokratischen Genossen der Zeit in Deutschland auf. Er ist eine exotische Figur, ein standfester Trinker, esser und eben ein unermüdlicher Arbeiter, der eigentlich scheime ich nicht schläft.

Und trotz all diesen Eigenschaften schaffte es nicht wirklich sicher, in der bayerischen Sozialdemokratie mit vielen Freunden zu umgeben oder die irgendwie mit einem neuen revolutionären Geist zu füllen und deswegen beschränkt er sich im Großen und Ganzen darauf eben russisch reich zu agitieren und lässt die Deutschen so ein bisschen ihr eigenes Ding machen.

Mit Trotsky verbindet ihn vor allem ab 1904 eine kurze aber sehr intensive Freundschaft der beiden in der Zeit in Trotsky auch in Deutschland ist und viele theoretische Momente dessen was später Trotzkismus wird und Trotzkismus heißt gehen eigentlich auf Parvus zurück und auf dessen Einfluss was sich sehr spannend fand.

Parvus hat mit seinen Gedanken die Grundlage für Trotzkis Konzept von der permanenten Revolution gelegt zum Beispiel und wie bei unserem Eingangs Zitat schon beschrieben hat er eben Trotzkis ein bisschen davon weggebracht das ganze zu rein wie nach Marx zu sehen wo gesagt wird naja es gibt verschiedene Stufen in der Entwicklung und irgendwann werden wir dann die technischen Voraussetzungen haben und eine Stufe erreichen die Kommunismus heißt und wie wir dahin kommen müssen wir nicht erklären weil es passiert automatisch durch die Geschichte.

Wir müssen es einfach nur verstehen wir können es ein bisschen beschleunigen aber im Großen und Ganzen muss eben materialistisch gesehen die richtigen Vorbedingungen auch dafür herrschen und Trotzky.

Kommt dann mit der permanenten Revolution mit Parvus eigentlich darauf dass man das ganze nicht so in die Zukunft schieben muss weil jetzt gerade war Hungersloh in Russland und man sollte jetzt direkt das machen man sollte nicht darauf warten dass da irgendwie sich in Russland der Kapitalismus vollends noch einzieht und zu seiner Endstufe entwickelt bevor man eine Revolution macht sondern man sollte das direkt anfangen.

Und dann versuchen die Gesellschaft so weit im Ungleichgewicht zu halten dass das eine permanente Revolution gibt die auch auf andere Länder dann überspringt und mal permanente Welt Revolution anstrebt. Das ist so ein bisschen jetzt die sehr verkürzte sehr verkürzte Erklärung davon.

Und dann bricht 1905 tatsächlich die Revolution scheinbar im russischen Reich aus bzw. gibt es unruhen in bisher nie da gewesen im Ausmaß es gibt die Birda den berühmten das gab eine berühmte friedliche Demonstration von Arbeiter auf dem Weg zur Winterpalle wo sie alle sind tatsächlich alle mit so Schildern des Zahn gelaufen und hatten zu heiligen Figuren dabei und waren ultrapatriotisch unterwegs. Und wurden trotzdem erschossen und das handeln die Leute nicht so gut.

Und die Katastrophe des 9. Januar 1905 geht als Petersburger Blutsontag in die Geschichte eilen und ist für Revolutionäre wie Parvus und Trotsky dann ein willkommener Anlass zur Agitation und zur Organisation von Streiks dort die sich relativ schnell über das ganze Land ausbreiten.

Trotsky und Parvus reißenden zusammen ins russische Reich während die meisten anderen Vertreter der russischen sozialdemokratischen Börtei im Ausland noch am Abwarten waren und damit überlässt man Parvus und Trotsky das gesamte Feld als Motoren der Bewegung sozusagen. Parvus wirkt neben Trotsky als Leiter der Petersburger Sowjetze Arbeiterdepotierten und nachdem ist der Polizei dann aber gelingt Trotsky und andere Mitglieder zu verhaften treibt Parvus allein die Revolution weiter voran.

Im Januar 1906 wird aber klar dass die Revolution keine echten Chancen mehr hat Parvus bleibt noch bis zum April illegal Petersburg wird verhaftet und nach einem mehrmonatigen Gefängnis und Festungsaufhalt zu einem mehrmonatigen Gefängnis und Festungsaufenthalt nach Sibirien verband.

Auf der Fahrt dort gelingt ihm im September aber die Flucht und er kehrt dann kurz nach St. Petersburg zurück und setzt sich dann aufgrund der erneutronen Verhaftung ins deutsche Reich ab und das letzte Mal dass Alexander Parvus seine Heimat das russische Reich sieht.

Er hat 1905 eine große Revolution er hat darauf hingearbeitet er agitiert der Moment kommt er ist dort er und Trotsky zusammen und dann scheitert das ganze aber auf den letzten Metern und die Geschichte hätte ich auch enden können mit Trotsky im Gefängnis und Parvus in Sibirien für den Rest seines Lebens aber er springt ja ab.

Er entkommt ja auf dem Weg ich habe ihn nicht gefunden wie er genau entkommt das muss ein spannender Teil der Geschichte den ich leider nicht nicht irgendwie re konstruieren konnte aber irgendwie entkommt er und schafft sich dann in solche Reich abzusetzen und hat jetzt noch ein zweites Mal die Möglichkeit sich in kommende Revolution ein einzumischen sozusagen.

Dann verlässt Parvus 1910 sehr überstürzt das deutsche Reich und sie nach Wien der Hauptgrund für den Umzug ist der immer lauter werdende Vorwurf zu der Zeit dass er die Tantiemen aus den Aufführungen von Maxim Gorky's Droma Ramah Nacht Asyl. Das von einem von Parvus gegründeten Verlag herausgegeben wurde in der Höhe von etwa 100.000 Mark für untreut hätte ja Parvus hat Gorky Stücke herausgegeben und das Geld abgezogen und ist dann statt es zu bezahlen einfach nach Wien abgehauen.

In seinem Drös durch Drös und Maxim Gorky hat einen Essay namens Vladimir Ilyich Lenin geschrieben und da schildert er die Geschichte wie folgt Jonas Bitte mit der deutschen Partei hatte ich eine heikle Angelegenheit zu regeln. Ihr namhaftes Mitglied der später recht bekannte Parvus hatte die Vollmacht zur Honorar Erhebung in den Zertern für das Stück Nacht Asyl innerhalb von vier Jahren ging das Stück über alle Bühnen Deutschlands wurde in Berlin allein über 500 Mal vorgestellt.

Parvus musste wohl 100.000 Mark zusammen gekriegt haben aber statt des Geldes schickte er mir einen Brief vorhin er gutmütig mitteilte all dieses Geld habe er für eine Italien Reise mit einem Freuland verausgarr.

Da diese wahrscheinlich sehr angenehme Reise mich persönlich nur zu einem Viertel betraf Gorky stand ein Viertel des Honorars zu das restliche Geld war für die Kasse der russischen Sozialdemokraten bestimmt hielt ich mich für berechnet das ZK der deutschen Partei auf die restlichen drei Viertel hinzuweist.

Das ZK nahm Parvus Reise gleichgültig auf. Später hörte ich dass Parvus irgendwelche Parteieränge entzogen wurden. Ehrlich gesagt hätte ich es vorgezogen dass man ihm auf die Finger geklopft hätte. Noch später machte man mich in Paris auf ein recht schönes Freulein oder eine Dame aufmerksam und teilte mit Parvus habe seine Reise mit ihr unternommen.

Meine teure dachte ich unverkürlich. Du meine teuerste. Sehr schön wie wir die fremde Frau einschalten 25.000 Mark 125 Jahren waren wahrscheinlich ich habe es nicht umgerechnet aber stimmt fünfmal so viel mindestens in die Station bereinigt also. Das ist ganz schön viel Geld was da nicht nur der Bewegungsfonds auch Gorky persönlich abhanden gekommen ist und das muss der sehr sehr teure Italien Reise gewesen sein auf jeden Fall wenn er die tatsächlich so ausgegeben hat.

In Wien kann Parvus dann aber relativ schnell kann Parvus dann aber erst mal kein neues Tätigkeitsfeld für sich finden gibt wahrscheinlich keine Exilschriftstelle die man abziehen kann und deswegen zieht er im November 1910 nach Konstantinobel dort führt er zunächst ein recht unauffälliges Leben hat wahrscheinlich noch ein bisschen Kohle von Gorky übrig nach und nach gewinnt er dann aber.

Vor allem durch Wirtschaft und Finanzgeschichte die Aufmerksamkeit sowohl das Fin Osmanischen Finanzministerium wie auch der Deutschen Bank Hallo Deutsche Bank das ist immer mal wieder keine Sorge du kommst bei den Kolonialismus Folgen noch ganz oft vor.

Parvus wird dann tatsächlich von dem Exil des Sozialisten zum Einfluss reichen Finanzberater der Osmanischen Regierung also er macht die zwischen deutschen industriellen oder europäischen Industriellen allgemein und den Osmanischen Reich klar kümmert sich um so.

Industrialisierungsprojekte macht glaube ich das den Stahl für die Schienen der Bakterbahn teilweise klar Handelwaffen und wird zu einem Großindustriellen also er wird richtig richtig reich das hat es sich auch gewünscht das wollte er ja. Das hat er sich auch gewünscht er hat die Brüche was sie gehast aber er wollte er wollte eigentlich auch reicher sein mit ihm er wollte er wollte moralisch auf sich unterblicken aber auch finanziell. Ja wirklich.

Und ja innerhalb von zwei Jahren wird er dort zu einem einflussreichen finanziell wie gesagt einer einflussreichen Person in Konstantinopel und dann beginnt der ist Weltkrieg meine Freunde und mit dem ersten Weltkrieg beginnt die eigentliche Sternestunde von Parvus jetzt also.

Er ist wahrscheinlich doppelt froh dass er da nicht in Sibirien gelandet ist und er ist reich und seiner wille in Konstantinopel sitzt stelle ich mir jedenfalls so vor Zigarre rauchend wie er immer dargestellt wird in allen späteren Darstellungen dann mit Zylinder.

Aber der erste Weltkrieg haucht ihm neues Leben ein denn er setzt sich für den Sieg Deutschlands ein weil das zuerst zur Revolution in Riss Russland und dann auch zur Welt Revolution führen solle also er sieht eine Überschneidung in den Interessen der sozialistischen Bewegung vor allem in Bezug auf das russische Reich was zu seinem Erzfeind geworden ist zu dieser Zeit.

Und der Fein meines Feindes ist eben mein Freund und das deutsche Reich er hat sich sowieso eigentlich als deutscher Sozialdemokrat schon gesehen zu dieser Zeit und selbst identifiziert hat regelmäßig publiziert eben auf Deutsch in der deutschen sozialistischen Presse war da ein angesehener Experte und es war bei seine Wahl Heimat schon auch wenn er dann in Konstantinopel gelebt hat.

Und dementsprechend hat er gesagt das deutsche Kaiserreich ist unbedingt das russische Zahnreich in Niederring damit wir dann dort die Revolution starten können und sie dann von Russland aus auf die ganze Welt übergehen kann inklusive Deutschland natürlich also das war schon der Plan.

Zitat der Triumph des Sozialismus kann nur durch den Sieg Deutschlands über Russland erreicht werden weil nur Deutschland Träger einer hohen Kultur ist. Zitat Ende die brodeutschen imperialistischen Ansichten von Parvus wurden dann scharf von seinen anderen ehemaligen Mitstreitern aus den Reihen der deutschen und der russischen Sozialdemokratie kritisiert also. Lübsch, Rosa Luxemburg, Leo Trotski, haben sich da radikal dagegen ausgesprochen in der Pariser Zeitung.

Naseh slobno Naseh slobbo sollte Trotski, Zitat dem Menschen dem er im Sinne der ideologischen Entwicklung mehr als sonst jemandem aus der älteren Generation europäischen Sozialdemokratie zu verdanken hatte Tribut und erklärte Parbus Verhalten mit der allgemeinen Katastrophe zweiten internationale. Sein Artikel schloss Trotsky wie folgt. Einen Parvus gibt es nicht. Durch den Balkan wandert ein politischer Fallstaff, der seinen Doppelgänger verleumdet. Also er wird

hier auf jeden Fall ausgestoßen und als verrätes Bewegung gekennzeichnet. Seine Parvus-Wohnung in Konstantinopel wird trotzdem zum politischen Treff ukrainischer, georgischer und armenischer Vertreter, die letztlich erfolglos für die Unabhängigkeit ihrer jeweiligen Heimat kämpfen. Parvus beschließt dann sozialistische, emigranten Gruppe finanziell zu unterstützen, allerdings nicht nur mit den eigenen Mitteln, sondern auch mit den Regierungsgeldern der Mittelmächle. Und jetzt

kommen wir zum wirklich spannenden Teil dieser Geschichte. Denn Parvus hat Kontakte, zum Beispiel zum deutschen Botschafter im Osmanischen Reich, dem Freie Herrn von Wangenheim. Und dem stellt er einen Aktionsplan vor. Die russische Demokratie könne so Parvus nur durch vollkommene Zertrümmerung des Zarismus und die Zerteilung Russlands in kleinere Staaten ihre Ziele erreichen. Andererseits werde Deutschland nicht einen vollen Erfolg haben, wenn es nicht gelinge, eine große Revolution in

Russland zu entfachen. Die Dressen der deutschen Regierung seien daher mit denen der russischen Revolutionäre identisch. Aus diesem Grund soll die deutsche Regierung mit diesen ein Stackbündnis eingehen und die Revolutionäre, die bereits an der Arbeit sind, mit größeren Geldmitteln unterstützen. Und diesen Plan legt der Helphand dann auf einer erweiterten Reise nach Berlin jeder

Botschaft auf seinem Weg vor. Also der ist von Konstantinopel nach Sofia, also der hat so eine Balkantour zickzack über Wien bis nach Berlin gemacht und ist bei jedem deutschen Botschaft vorsträdig geworden und hat dort seine Pläne erklärt und hat einen 10 Punkteplan oder 11 Punkteplan aufgestellt mit kurzen prägnanten Punkten, die erläutert haben, wie man eine

Revolution in Russland macht. Und da hat er den Deutschen erklärt, das braucht ihr, so macht ihr das, so bekommt ihr es hin, in Russland eine sozialistische Revolution zu entfachen und den

Zahn endgültig los zu werden. Parvusplan enthielt drei wichtige Punkte, einmal Zitat von den beiden Helphand-Biografen Zemann und Scharelauer, wirstens Unterstützung der in ihrem Volkstum unterdrückten Völkerschaften und der nach Autonomie und Sensation drängenden Randstaaten Russlands, zweitens Ermunterung und materielle Hilfe für alle Gruppen und Parteien, die die soziale Revolution anstreben und den Zerrismus beseitigen wollen, drittens propagandistische

Infiltration Russlands und internationale Pressearbeit gegen den Zerrismus als den Hort der Reaktion. Ja, und hier noch einen ganz kleinen Auszug aus dem zweiten Teil von Parvusplan, den er dann Ende Dezember 1914 auf dem Blättern eines Notizbuches im Berliner Hotel Kron Prinzenhof niederschrieb. Sibirien. Es ist Sibirien, noch besondere Bedeutung beizulegen, weil die großen Geschütz und sonstigen Waffenlieferungen der Vereinigten Staaten an Russland den Weg über Sibirien

nehmen dürften. Die Sibirische Aktion muss deshalb getrennt von den Anderen behandelt werden. Es müssten einige energische und umsichtige Leute ausgerüstet mit ausreichenden Mitteln in Spezialmission nach Sibirien geschickt werden, die Eisenrücken zu sprengen. Hilfskräfte werden sich genug unter den Verbanden finden. Sprengstoffe müssten von den Uralbergwerken verschafft werden, kleinere Mengen könnten wohl über Finnland hinüber geschmuggelt werden. Die technischen

Anweisungen würden hier auszuarbeiten sein. Pressekampagne. Die Voraussage über Rumänien und Bulgarien ist durch die nach der Abfassung der Denkschrift eingetretenen Entwicklung bestätigt worden. Die Bulgarische Presse ist jetzt vollkommen auf deutscher Seite. In der Rumänischen macht sich ein Umschwung bemerkbar. Die von uns getroffenen Vorkehrungen werden nächtens noch größere Ergebnisse zeitigen. Ja, also Parvus stellt eine ganz komplierte

Liste von finanziell technischen Maßnahmen auf, die ergriffen werden müssen. Darunter gehört einfach die Versorgung mit Sprengstoffen, mit Karten, auf die zu sprengenden Brücken, die Kontakte mit den bäuschewistischen Fraktionen, mit den Leuten, die sie in der Schweiz über Exil befinden und eben die konkrete Finanzierung von linksratikalen Zeitungen. Und Parvus bat, die deutsche Regierung seinen Plan zu finanzieren. Am 7. März 1915 telegrafierte dann von Jagu an

Deutschlands Reichsschatzamt. Von Jagu hat fürs auswertige Amt auch gearbeitet. Zitat zur Unterstützung der revolutionären Propaganda. In Russland werden hier zwei Millionen mark benötigt. Ja, Prost Wendt, zwei Tage später kam eine positive Antwort. Das war ein Vorschuss. Von den zwei Millionen bekamen Parvus sofort eine Million und überwiesen auf seine Konten in Kopenhagen.

Dort hat er ein kommerzielles Imperium aufgebaut, das sich mit Handelsoperationen befasste. Darunter mit gesetzeswidrigem Verkauf von Kohle, Metall und Waffen an Deutschland, Russland, Dänemark und andere Länder. Seine Einkünfte waren enorm. Er beließt in Russland oder überwießt sie auf Konten in anderen Ländern. Ein Großteil seiner Geldmittel investierte Parvus dann in die Schaffung von Massenmedien in der ganzen Welt, um von allen Seiten die russische Bevölkerung im

Exil und in Russland gegen das Zahnreich aufzubringen. Also es ist die Krass, was Parvus da aufgebaut hat an einer ökonomischen Operation. Und der hat auch einfach mal zwei Millionen Goldmark von Florian Reich bekommen, um Sozialisten zu finanzieren. Und es ist immer wieder was, was unter dem, unter dem, für die Kinder, den Teppich fällt. Zu der Fakt, dass das deutsche Kaiserreich die

bolchemistische Revolution irgendwie finanziert hat, hat man so im Hinterkopf. Dass Parvus ihnen aber eigentlich die Idee gegeben hat und den konkreten Plan, wie sie das genau machen müssen, fällt da eben immer ein bisschen hinten runter. Also der kam halt wirklich mit den 12-Punkte-Planen und den Finanzierungsplan und den Businessplan sozusagen. Ich habe gesagt, so viel Geld brauche

ich hier für meinen finanziellen. Und dafür schaffe ich euch das Zahnreich ab. Und 1914 Deutschland ja sowieso in dieser Doppelfronts-Situation mit der Idee eben eine der Fronten schnell zu beenden, um es dann auf die andere konzentrieren zu können. Und da das im Westen nicht funktioniert hat mit dem schliefen Plan, warum nicht was Neues im Osten probieren,

vielleicht funktioniert das ja besser. Und es ist eben also eine der lustigen Fakten der Geschichte, dass ohne diese 2 Millionen Goldmark es wahrscheinlich zu keiner erfolgreichen bolchevistischen Revolution dann gekommen wäre. Während Parvus in Dänemark sitzt und behandelt und Zeitung gründet und deutsches Geld ausgibt an verschiedene Leute, kritisiert Lenin in seinen Arbeiten Parvus immer härter, weil Parvus also in der Zeit immer noch als

Publikum, also als Publizist aufgetreten ist und selber Sachen geschrieben hat. In dem Beitrag an der letzten Schwelle schrieb Lenin, Parvus, der sich schon während der russischen Revolution als Abenteurer gezeigt hat, ist jetzt in dem von ihm herausgegebenen Heftchen die Glocke bis zur untersten Schwelle herabgesunken. Er verteidigt die deutschen Opportunisten mit einer unglaublich

frechen und selbstzufriedenen Miene. Er hat alles was er verehrte verbrannt. Er hat den Kampf zwischen der Revolutionären und der opportunistischen Strömung und ihre Geschichte in der internationalen Sozialdemokratie vergessen. Mit der Unverfrorenheit eines Vöhe-Tunisten, welcher der Billigung seitens der Bursch-Versie sicher ist, klopft er Marx auf die Schulter und korrigiert ihn ohne auch nur einen Schatten von gewissenhafter und aufmerksamer Kritik. Und für irgendeinen Engels erst hat er nur

Verachtung übrig. Er verteidigt die Pazifisten und Internationalisten in England, die Nationalisten und Hurrapatrioten in Deutschland. Die englischen Sozialpatrioten schimpft der Chauvinisten und Schneppenträger der Bursch-Versie, während er die deutschen Sozialpatrioten als revolutionäre Sozialdemokraten lobe reißt. Er legt hintenburg die Stiefel und redet den Leser ein, dass sich der deutsche Generalstab für die Revolution in Russland eingesetzt habe. Ja, genau, spannenderweise.

Also Lenin versucht hier ganz deutlich auch die Einmischung der deutschen Seite herunterzuspielen und mindestens schlecht zu reden und vielleicht nicht doch herunterzuspielen. Und als das dann 1917 für Februar Revolution kommt, die da schließlich zur Abdankung des Zahn führt, kann Parvus zwar nicht behaupten, dass sie sein Werk sein. Also Parvus selber hat diese Revolution

nicht ausgelöst, aber er hat sehr viel damit zu tun, was jetzt im Folgen passieren wird. Parvus selber schrieb, euer Sieg ist unser Sieg, dem demokratischen Russland muss das demokratische Deutschland die Hand zu friegen und zum Einträchtigen in Zusammenwirken auf dem Gebiet des sozialen und

kulturellen Fortschritts reichen. Er erkennt aber auch gleichzeitig sofort die Chance, dass eben die Revolution jetzt losgegangen ist und dass man sie vorantreiben muss und dass Lenin und sein Engsatzkreis aus der Schweiz nach Russland müssen, um das Ganze zu einem Erfolg zu machen und dass es nicht wieder 1905 in sich zusammenbricht. Lenin auf der anderen Seite, der in der Schweiz war und von Russland abgeschnitten war, versuchte irgendwie verzweifelt dorthin zu kommen. Die Mittelmächte

waren ihm aber so ein bisschen im Weg. Wenn der Schweiz sitzt im Ersten Weltkrieg, ist es nicht so einfach da quasi aus dem neutralen Gebiet, weil um dich rum ist, überall ist der Weltkrieg. Der Kopf ist raus und nicht so einfach raus. Und der Plan ist dann am Ende nur mit dem Zustimm der deutschen Regierung möglich. Und nach langen komplizierten Verhandlungen wird das Projekt im April 1917 dann tatsächlich realisiert. Es kommt zur berühmten Eisenbahnreise Lenins im verblomnten Zugfahrung

durch das deutsche Reich nach Russland. Der Zugfahrung war verblompt, weil die Deutschen Angst hatten, das Verteilte Verhandlungen, dass Lenin abspringt auf dem Weg und dann irgendwann Deutschland in der Revolution startet, wie so eine Art Krankheitserreger. Und deswegen hat man den Gehermetisch zugemacht und dort wieder entblompt, um sicherzugehen, dass er es in Russland

abspringt und Revolution macht. So war das. Und auch danach, also die deutsche Unterstützung beschränkt sich ja nach Lenins Ankunft nicht auf die Zugreise und auf die ersten zwei Millionen Mark, die am Parbus übergeben wurden, sondern es werden Kuhle geliefert nach Petersburg im ersten Winter. Es werden Waffenlieferungen nach Petersburg und eben auch konkret Gold geliefert, um die revolutionäre bolschewistische Revolution, die dann nochmal auf die Revolution

einen Kuh macht. Es gibt die erste Revolution, dann kommt der Kuh und dann die Oktober Revolution mit den mit den bolschewickeln, die dann die Macht übernehmen. Und das wäre auf jeden Fall ohne die deutsche Unterstützung so nicht möglich gewesen. Dann wäre Lenin nicht mal in Russland gewesen. Und die Hoffnung von Parbus dann aber, mit Lenin gemeinsam jetzt nochmal 1905 gut zu machen und

die Revolution erfolgreich voranzutreiben, wird dann von Lenin ausgeschlagen. Also er bittet aber zurückkommen kann nach Russland und Lenin sagt dann, Zitat, die Sache der Revolution darf nicht mit schmutzigen Händen besudelt werden. Zitat Ende. Und damit ist natürlich gemeint, man darf Parbus jetzt nicht mehr irgendwie ins Rampenlicht holen, weil er eben in den deutschen kooperiert hat und weil durch Parbus auch klar wird, dass die bolschewikie eben vom

deutschen Kaiserreich, vom ultimativen Feind der Revolution bezahlt und unterstützt werden. Und es ist nicht so ein gutes Image ist, wenn du als die revolutionäre Bewegung auftrittst, die jetzt weiß, wo es hingeht. Wir Wesenjavogatisten, die euch sagen, die Revolution zu machen ist, und übrigens, sie werden von den Deutschen bezahlt. Und deswegen sollte das ganze Geheimgehaltene

erhalten werden. Erst passiert das, was ich vorher gesehen habe, der von Lenin, der von den bolschewicken im Juli 1917 in Petrograd unternahmene Versuch an die Macht zukommen scheitert im Juli zuerst, worauf die provisorische Regierung dann beschließt, mit Lenin und seiner Partei ein für alle mal Schluss zu machen. Das ist der Moment, wo sich nochmal entscheidet, was mit Russland

passiert. Und es aussieht, als wären sie gescheitert, die bolschewikie, und das würde die provisorische Regierung, die hauptsächlich aus menschewikie bestand, quasi Sozialdemokraten, sich durchsetzen würde. Es wurden Dokumente publik gemacht, auf denen eben ganz klar folgte, dass Lenin und die bolschewikie über Vermittler, der in Hauptsikopapus sei, Geld von der deutschen Regierung erhalten würden. Und den veröffentlichen Materialien war ein Telegramm von Journalisten, eine jahrussische

Zeitung in Kopenhagen an das Außenministerium Russlands. Die Journalisten hatten die Dokumente kopiert, die Parvus und Hanegy als deutsche Agenten entlarften und deren Verbindung mit Lenin veranschaulichten. Das heißt, alles ist enttarnt, die russische Öffentlichkeit ist informiert. Der Journalist Vladimir Burkev, genannt Jäger auf Provokateure, beschuldigte die Bolschewikie

des Verrats und nennt Parvus einen Agent Provokateur als einen Agenten Wilhelms des Zweiten. Und Parvus rechtefertigte sich dann in seiner ihm typischen als publizisten aggressiven Art. Mein Leben lang habe ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln die russische revolutionäre Bewegung unterstützt. Ich tat das und werde das auch künftig tun. Ihr

dumm Köpfe, wozu fragt ihr mich aus, ob ich Lenin Geld gab oder nicht? Gerade Lenin, wie auch alle die anderen, die er namentlich anführt, haben mich um Geld wieder als Geschenk

noch als Star-Lenen wie Gebeten und es auch nie bekommen. Während ihr versucht, das deutsche Geld aufzudecken und den Kaufmann, in dessen Händen sich die deutsche Bache befindet zu einem politischen Verbrecher abstempelt, seht ihr nicht oder wollt ihr nicht sehen, wie das englische, französische und amerikanische Geld den Staat verdirbt, wirtschaftlich versklavt und unter das

politische Joch beugt. Gegen die 4. Bolschewiki wurden als Strafverfahren eingeleitet, die Geheimpolizei hat angefangen zu ermitteln und die Anklage lautete Hofverrat und Organisationen eines bewaffneten Aufstands. Lenin und Zinnoviev konnten sich der Justiz entziehen, die anderen

angeklagt, klagten mit Ausnahme von Parvus, der sie im Ausland befand, wurden verhaftet. Ein Jahr später, 1918, gab der Chef des deutschen großen kaiserlichen Generalstabs, Jerych von Ludendorff zu, durch die Entsendung Lenins nach Ostlands, hatte unsere Regierung auch eine besondere Verantwortung auf sich genommen. Militärisch war diese Reise rechtfertigt, Ostland musste fallen. Trotz geschrieb in diesem Zusammenhang seitens Ludendorffs, war das ein Abenteuer, dass sich aus

der schweren militärischen Lage Deutschlands ergab. Lenin nutzte Ludendorffs Berechnungen aus, denn er hatte hierbei seine eigene Berechnung. Ludendorff sagte sich, Lenin wird die Patrioten umwerfen und dann erstecke ich Lenin und seine Freunde. Lenin sagte sich, ich reise in Ludendorffs Wagen durch und für den Dienst werde ich mit ihm auf meine Weise abrechnen. Ja, also wir sehen beide

Seiten dachten, sie benutzen die anderen für sich, oder am Ende haben sie das ja auch. Also es gab dann auch den Frieden von Presli Tophsk 1918, vor Ende des Ersten Weltkrieges noch, wo Deutschen mit den Böschewiken in der heutigen Ukraine, glaube ich, der Presli Tophsk ist ja heute Ukraine, einen Friedensvertrag geschlossen haben, wo weite Teile Osteuropas unter deutschen Militäraufsicht

als Militärstaaten gelangen werden. Es gab dann so Militärbezirke, in denen die Lokalbevölkerung für das deutsche Militär hätte schuften sollen, um unser Lebensraum im Ostenpläne zu verwirklichen. Und da hat Russland viel von seinen Gebieten abgegeben, um eine Art Frieden mit dem deutschen Reich zu schließen. Und das hat, da wurde auch die, also die moderne, moderne Ukraine als moderne Nationalstaat geht, glaube ich, auch auf den Friedensvertrag von Presli Tophsk zurück.

Und die deutschen Hoffnungen in der Ukraine eben einen Kusackentum und einen Kusackenataman zu installieren, um der quasi deutschfreundlich war, so eine Art Kusacken-Bucken-Regierung dort einsetzen und so. Dann ganz große Pläne die Ludendorfs und so für Osteuropa, wie das alles im deutschen Sinne umgeordnet werden sollte. Und die Plan war ja auch dann die zwei Millionen

Soldaten an die Westfront zu schaffen, den Krieg zu gewinnen. Das war, ja, aber dazu kam es nie, weil es von den Bolsheviken der Frieden nie so ganz permanent galt und es nie ganz klar war, ob im Osten nicht doch noch mit der Revolution scheitert, aber dann gab es Bürgerkrieg in Russland und die Situation hat sich nie soweit stabilisiert, dass die Deutschen irgendwie dachten, sie können ihre Truppen da abschieben. Es war immer noch immer das Ultimatum noch in

der Luft, dass die Deutschen jederzeit noch mal versuchen auf Moskau zu marschieren. Genau. Parbus persönlich verwandelte sich dann schon 1918 selbst in einen wütenden Kritiker-Lenins, besonders als der Lenin-Gerat der Volkskommissare das Programm der Nationalisierung für Banken, Grund und Boden und Industrie bekannt gab. Parbus war eben eher Sozialdemokrat, nicht so radikaler Bolshevik wie Lenin. Parbus nannte das Programm dann verbrecherisch und vor allem schädigte es

halt seine eigenen kommerziellen Interessen, auch die er für Russland hatte. Das ganze mündete darin, dass Parbus der Idee war, er könnte Lenin zu Fall bringen, indem er von China bis Europa seine Zeitung mobilisiert oder anfängt, Gegenpropaganda zu machen. Das hat natürlich nicht funktioniert. Der zweite revolutionäre Anlauf 1918, der Bolsheviki war erfolgreich und es kommt zum Bürgerkrieg in Russland. Ein kleiner Ausschnitt dessen, wie Parbus dann die russischen Bolsheviki

kritisierte und auch welchem Niveau er sich da am Ende bewegt hat. Die Wohlfäpfel, die Fehlgeburten der Revolution, die Zerfetzer des Gedankens, die geistigen Lumpen, die besten von ihnen sind unfällig sich über das alltägliche Leben anders zu erheben als über ein Seil, das andere gespannt haben. Versammeln sich mehrere von ihnen, so bilden sie einen Haufen. Davon werden sie nicht

intelligenter, sondern nur noch frecher. Ja, aber von den Schiffkandidaten gegen Lenin, gegen Parbus zu der Analyse, also direkt zu der Analyse des Bolshevismus an sich über, das Lesen des Bolshevismus ist einfach. Die Revolution überall, zu jeder Zeit, ohne jeden Bezug auf den politischen Moment und die anderen historischen Bedingungen durchzusetzen. Wer dagegen ist,

ist ihr Feind. Und für die Feinde gibt es nichts als volle und sofortige Vernichtung. Ja, und nachdem sein zweiter Revolution, jetzt sehen wir auch, wieder nicht ganz so lief, wie er es sich vorgestellt hat, zieht er sich dann ins Deutsche Reich zurück und kauft sich eine Villa auf der Insel Schwanenwerder im großen Wannsee in Berlin. Und dort lebte er in seiner Villa auf dem

See bis zu seinem Tod im Jahr 1924 in dem gleichen Jahr, in dem dann auch Lenin stirbt. Spannender Weise hat Parbus tot dann weder unter den Rechten noch unter den Linken, im Anführungszeichen jetzt, und weder in Russland noch in Deutschland besondere Beileitsbezeichungen oder Mitleitsbekundungen irgendwie hervorgerufen. Clara Zetkin nannte Parbus ein Zuhälter des

Imperialismus, der seine sozialistische Gesinnung an die deutsche Regierung verkauft habe. In einem Nachruf in der sozial-bolschewistischen Zeitung Pravda veröffentlichte, sorry, in einem Nachruf von Radik in der Pravda heißt es sehr, sehr hart. Im Alter von 55 Jahren ist in Berlin Helper

Parbus an einem Schlaganfall gestorben. Die junge Generation kennt diesen Namen als den eines Verräter der Arbeiterklasse, als den Namen nicht nur eines Sozialpatrioten, sondern auch als den eines Menschen welcher Inspirator der deutschen Sozialdemokratie und Schieber in einer Person war. Aber die alte Generation der Revolutionäre, die alte Generation der russischen Sozialdemokraten und Teilnehmer der Arbeiterbewegung Deutschlands kannte Parbus anders, kannte ihn als einen der

besten revolutionären Schriftsteller der Epoche der zweiten Internationale. Parbus ist ein in den schmutzgedrehten Teil der revolutionären Vergangenheit der Arbeiterklasse. Ja, ich finde generell, dass er eine sehr spannende Figur und eine von denen, die so viele Widersprüche in sich vereint, wie wir die in diesem Podcast immer wieder haben. Er passt hier perfekt rein. Er ist eine vergesse Nähranfigur, ein bisschen den großen Einfluss auf die Ideologien und auf die Geschehnisse

seiner Zeit hatte. Gleichzeitig ist er aber auch immer gescheißert an allem, was er sich also, er hatte Erfolg in Dingen, die er sich nicht vorgenommen hat und die Revolution in Russland, die er sich vorgenommen hat, hat er zwar ausgelöst, aber nicht so, wie er wollte. Seinziger war, also er wollte reich werden, das hat er geschafft, er wollte in Linie nach Russland kriegen, das hat er geschafft. Ja, also extrem vielseitiger, spannender Mensch, der ja die europäische Geschichte

da echt beeinflusst hat und da am Ende sind ihm aber halt sehr wenige, wenige Freunde geblieben. Habt

ihr mal die Trotski-Serie auf Netflix gesehen, die russische Trotski-Serie? Also das für alle, die sich ein bisschen für Propaganda interessieren, schaut euch die gerne an, die sehr hohe, also sehr teuer produziert, ich weiß gar nicht, ob die jetzt auch auf Netflix ist, ich habe die vor Jahren mal geguckt, aber da ist eben eine filmische Serienaufarbeitung des russischen Staatsfernsehens von Trotski, Trotski's Leben und da geht es eben auch um die Revolution und es geht eben auch um Lenin

und Lenin's Treffen mit Haus und das ist eine der wenigen Serien, Filme, die ich gesehen habe, wo er tatsächlich als Charakter aufgetreten ist und ich habe mich mega gefreut, weil ja, hier die drei Minuten in denen oder die paar Malen denen Alexander Parvus auftritt, aber er tritt eben immer diese ultimative Bösewicht auf mit so zwei deutschen Docken, Zylinder und Zigarre rauchend, ist der Böseverräter, der reiche, also er sieht, wenn du jemanden darstellen willst, wie

so einen Großindustriellen des frühen 20. Jahrhunderts, dann stellst du ihn so da, übergewichtig mit der Zigarre und dem Zylinder auf dem Kopf und dem Monokel im Auge, wie er dir erklärt,

dass du kein Geld mehr bekommst, wenn du nicht machst, was er will. Also ich glaube, dass er sehr, sehr vielschichtiger war, wie das, was ihm da in den Serien nachgesagt wird und das vor allem seinen Einfluss auf Trotski enorm war und wahrscheinlich ja oft, oft ein bisschen unter den Tisch fällt, weil er eben diese unklare Gestalt ist, will man wirklich zugeben, dass jemand, der mit dem Deutschen Kaiserreich dann so enkooperiert hat, wirklich so einen tragenden

Einfluss auf die Revolution und vielleicht auch die Gedanken der Revolutionäre hatte. Ja, unglaublich, faszinierende Geschichte. Danke, dass du uns dir erzählt hast, wo du es hier durchgeführt hast. Eine wilde Tour durch Europa. Ja, und ja, also schau dir die Serie immer an, wenn euch das interessiert, wenn ihr euch ein bisschen weiter da reingucken wollt und wie gesagt, die russische Revolution wird uns am Rande immer wieder noch beschäftigen,

vor allem weil die eben auch so eines dieser prägenden Momente und Ereignisse des 20. Jahrhunderts neben dem ersten Weltkrieg ist und wir fokussieren uns in Deutschland eben gerne auf den ersten Weltkrieg und auf die Westfront und selbst die russische Revolution spielt da eigentlich in unserem heutigen Vorstellung von den prägenden Momenten immer so eine große Rolle, aber sie

hat natürlich damals ähnlich wie die französische Revolution im 18. Jahrhundert zu einer enormen Erschütterung des politischen Gefügels in Europa geführt, weil da eben Ideen, die vielleicht schon 50 oder 100 Jahre unter der Oberfläche gebroitelt haben, sich beangebrochen haben in einer neuen Realität, mit der sich die alten Systeme erst mal abfinden mussten und mit enormen Verwerfungen für Russland, also genau Russland wäre Lenin da verhaftet worden nach dem gescheiterten

ersten gescheiterten Kuhversuch der Bolshevik gibt und der zweite Kuhversuch da nicht so erfolgreich gewesen, hätten wir auch eine ganz andere russische Revolution gesehen, genau. Das fand ich auch noch mal ganz spannend an der Geschilte. Ansonsten lasst uns eine Bewertung da, wenn ihr sich spannend fandet. Ihr könnt uns auf Patreon unterstützen, wenn ihr wollt, wenn ihr uns ein paar Euro im Monat für ein Bier oder ein Kaffee für unsere Myen hier hinterlassen wollt.

Ansonsten teilt das Ganze gerne, lasst uns eine gute Bewertung da wäre ich aber gesehen, meine Aufrufe haben sehr gut funktioniert, wir haben aus Modify viele Bewertungen von euch bekommen und sind wieder auf 4,8 hoch. Gerne noch ein paar mehr, ich würde mich über 4,9 Sterne noch mehr freuen wie über 4,8 und vor allem werden wir in nächster Zeit noch ein paar sehr unangenehme Themen

besprechen, wo ich mir sicher bin, dass wir ein paar schlechte Bewertungen zu bekommen. Von daher, wenn denn es heute so eher ein bisschen positivere Folge war, dann lasst uns da gerne direkt jetzt eine gute Bewertung dabei Spotify oder wo auch immer ihr uns hört. Ansonsten hat es mich sehr gefreut mit euch ausgiebig zu quatschen und wir hören uns nächste Woche, ne? Ja, schreibt es uns über ein. Bis nächste Woche. Danke video. Tschüss. Tschüss.

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