Hallo und herzlich willkommen zu Aktenzeichen XY Unvergessene Verbrechen. Mein Name ist Rudi Zerne. Und ich bin Conny Neumeyer. Auch von mir herzlich willkommen. Rudi, wir haben uns ja über den Fall vorab unterhalten. Mich hat er wirklich berührt. Da ist einerseits eine junge Frau am Anfang eines neuen Lebensabschnitts und auf der anderen Seite ein Täter, der sie grausam ermordet und jahrzehntelang damit davonkommt. Ja, und auch noch im selben Dorf, wie die Familie des Opfers weiterlebt.
27 Jahre lang bewegt sich der Mann völlig unter dem Radar der Ermittler. Dann knöpft sich die Ermittlungsgruppe Altmordfälle, auch bekannt als Cold Cases, die ungelöste Tat noch einmal vor. Eine alte Kassette, ein fast übersehenes T-Shirt und eine wahrscheinlich einzigartige Tatort-Rekonstruktion spannte das Netz um den Täter schließlich immer enger. Außerdem taucht auch ein Brief auf, der ein schreckliches Erlebnis aus der Vergangenheit der jungen Frau offenbart.
Darüber sprechen wir später noch mit dem Lehrstuhlinhaber für klinische Psychologie und Psychotherapie an der LMU München, Prof. Dr. Thomas Ehring. Bis dahin stehen die beiden Menschen im Fokus unseres Gesprächs, die wesentlich zur Aufklärung des Falls und zur späten Gerechtigkeit für die Familie und das Opfer beigetragen haben. Kriminalhauptkommissar Rainer Brenner von der Polizeiinspektion in Cuxhaven. Hallo Herr Brenner, willkommen.
Ja, hallo Frau Neumeyer, hallo Herr Zerne, schön, dass ich da sein darf. Unser zweiter Gast und ihr Sparringspartner sozusagen ist Dr. Arne Wieben, ehemals Staatsanwalt in Stade, inzwischen Leiter der Justizvollzugsanstalt Bremer Förde. Herzlich willkommen, Herr Wieben. Hallo Herr Zerne und hallo Frau Neumer. Ich freue mich sehr, hier sein zu dürfen. Schön, dass Sie beide da sind. Ja, wenn man Sie beide jetzt so nebeneinander sieht, merkt man gleich, dass Sie ein eingespieltes Team sind.
Hat das die Aufklärung des Falls mitbegünstigt? Ja, absolut. Damals war ich noch ein ganz junger Ermittler und ich habe ganz schnell erkannt, dass ich mit Arne einen sehr kompetenten und hochmotivierten Partner an meiner Seite habe. Für mich natürlich ein guter Startschuss als junger Ermittler. Wir haben dann fast zweieinhalb Jahre den Fall zusammen begleitet und mit einem tollen Abschluss dann beendet.
Das war sicherlich ein Schlüssel zum Erfolg, dass wir beide so gut zusammengearbeitet haben, denn zweieinhalb Jahre sind eine sehr, sehr lange Zeit und es wurden uns auch von Seiten des Gerichts einige Steine in den Weg gelegt. Wir haben häufig zusammen überlegt, machen wir weiter, geht das überhaupt noch? Aber wir haben nicht aufgegeben und wir haben uns irgendwann nochmal versprochen, wir werden das bis zum Schluss gehen und das haben wir auch geschafft.
Um den Fall aufzuklären, sind sie ja auch außergewöhnliche Wege zusammengegangen, auf die kommen wir später noch zu sprechen. Vorab erstmal eine Anmerkung, bis auf den Vornamen des Opfers haben wir alle Namen geändert. Und jetzt gehen wir zurück ins Jahr 1981, das Jahr, in dem unser Fall beginnt. Es ist Sonntag, der 23. August, in einem kleinen Dorf nahe Cuxhaven in Niedersachsen. Hier lebt die 21-Jährige Svanhild Sievers gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren beiden jüngeren Geschwistern.
Der Ort hat gerade mal 1300 Einwohner und ist umzingelt von weiten Feldern. Eine ländliche Gegend also. Doch Svanche, so nennen sie ihre Familie und Freunde, ist alles andere als provinziell. Im Gegenteil, sie ist weltoffen, vielseitig interessiert und engagiert sich politisch wie sozial. Zweimal die Woche nimmt sie an einer Jugendgruppe der Evangelischen Kirche teil. Eine weitere leitet sie selbst.
Außerdem diskutiert sie mit ihrem Bruder regelmäßig bei den Grünen mit, der damals ganz frisch gegründeten Umweltpartei. Nebenbei macht Zwantje auch noch ihr Abitur, das sie im Mai mit einem Notendurchschnitt von 2,0 erfolgreich abschließt. Damit stehen ihr beruflich viele Türen offen. Sie möchte studieren, Sprachen, das ist ihr Steckenpferd. Oder Psychologie, vielleicht auch Medizin. So fix ist das noch nicht. Denn jetzt will sie erst mal nach Frankreich für ein Jahr als Au-pair.
In acht Tagen, also am 31. August 1981, soll es losgehen. Um sich Taschengeld für die große Reise zu verdienen, jobbt Zwantje in einer Gärtnerei. Es ist ihr letzter Arbeitstag. Die Szene wurde damals für Aktenzeichen XY ungelöst nachgestellt. Wir hören rein in das Gespräch, das Svantje beim Blumengießen mit ihren Kolleginnen führt. Haben Sie denn schon Reisefieberswanche? Nun dauert es ja nicht mehr lang. Och, aufgeregt bin ich eigentlich nicht. Aber ich freue mich natürlich wahnsinnig drauf.
Ja, ja, toujours l'amour. Wer würde sich da nicht freuen? So ist es ja nun auch wieder nicht. Es geht mir ja hauptsächlich um die Sprache. Und mein Schulfranzösisch, das ist auch nicht gerade das Beste. Nun fahren Sie erst mal hin. Das kommt dann ganz von allein. Die Toppflanzen haben dann auch genug. Sie können jetzt Schluss machen. Ja, aber vorher müssen wir noch abrechnen. Wir sehen uns ja dann nicht mehr. Ja klar, glauben Sie, sowas vergesse ich. Das braucht doch jetzt jede Mark.
Die Chefin zahlt Svante 160 D-Mark aus. Eine beträchtliche Summe für die junge Frau, die alle ins Herz geschlossen haben. Deshalb mag man sie auch gar nicht gehen lassen und begleitet sie noch vor die Tür. Svante schwingt sich auf ihr Rad, winkt ihren Kolleginnen noch einmal zu und fährt nach Hause. Niemand ahnt, dass es ein Abschied für immer sein wird. Den Abend verbringt sie in ihrem Zimmer, spielt Gitarre und liest. Später kommt noch ein guter Freund vorbei.
Er möchte sich von Svante verabschieden. Immerhin ist es nur noch knapp eine Woche, bis sie Richtung Frankreich aufbricht. Hallo, Jan. Komm rein. Na, wie geht's? Bestens. Du, ich hab grad meinen letzten Job ade gesagt. Und dir? Auch gut. Du, ich find das immer richtig toll, dass wir uns vor der Abreise nochmal sehen. Die beiden gehen eine Runde spazieren. Kurz vor 23 Uhr verabschiedet sich Swantjes Kumpel. Die Mutter macht sich langsam bettfertig. Doch Swantje kommt nicht zur Ruhe.
Es zieht sie noch mal raus, auf die weiten, inzwischen dunklen Felder der Umgebung. Da sie regelmäßig spätabends spazieren geht, denkt sich die Mutter nichts dabei, als Swantje noch einmal aufbricht und ihr vom Flur aus zuruft. Mutti? Ja? Ich geh noch mal schnell um Pudding. Ist gut, Swantje. Tschüss. Tschüss. Um den Pudding gehen ist eine typisch norddeutsche Redewendung und heißt so viel wie, ich gehe noch eine Runde um den Block.
Im Flur schlüpft Zwanche in ihre ockerfarbenen Schuhe, zieht ihren dunkelblauen Mantel über ihr schwarzes T-Shirt und geht hinaus. Es ist etwa viertel nach elf, als sie ihr Elternhaus verlässt. Kurz darauf spaziert sie aus dem kleinen Ort hinaus, vorbei am letzten Haus, hinter dem ein Feldweg abzweigt. Es gibt hier weder Straßenlaternen noch andere beleuchtete Häuser und es ist daher stockdunkel. Eine Tatsache, die für die Ermittlungen später noch von enormer Bedeutung sein wird.
Svante kennt die Strecke, auch in der Dunkelheit, und ist sich bewusst, dass man sie deshalb nur schlecht sieht. Einen Fußgängerweg gibt es nicht. Daher geht sie eng am rechten Fahrbahnrand der kleinen Bundesstraße entlang. Dabei wird sie von mehreren Zeugen gesehen, die mit ihrem Auto vorbeifahren. Zuletzt gegen 24 Uhr. Was danach genau passiert, bleibt bis heute Spekulation. Als die Mutter ihre Tochter am nächsten Morgen wecken möchte, steht sie vor einem leeren Bett, das noch unbenutzt ist.
Zwanthe ist in dieser Nacht offensichtlich nicht nach Hause gekommen. Instinktiv weiß die Mutter, da ist was Schreckliches passiert. Sofort sucht sie mit den Geschwistern die Lieblingswege von Zwanche ab. Ohne Erfolg. Noch am selben Tag meldet sie ihre älteste Tochter bei der örtlichen Polizei als vermisst. Nimmt die Sache ernst und startet eine weiträumige Suchaktion. Auch ein Hubschrauber kommt zum Einsatz. Wie ein Nachbar später berichtet, dreht dieser kurz vor dem Feldweg ab.
Sonst hätte man Zwantje vermutlich sofort gefunden. Am Dienstagmorgen, den 25. August, fährt ein junger Maurergehilfe mit seinem Fahrrad am Feldweg vorbei. Es ist sein täglicher Weg zur Arbeit. Sein Blick wandert nach links. Am Leitpfosten, direkt vor dem Feldweg, hängt Zwantjes dunkelblauer Mantel. Doch er kann dem Mantel nicht zuordnen und weiß auch nicht, dass dessen Besitzerin seit gestern Abend vermisst wird.
So radelt er einfach weiter. Einen Tag später, es ist jetzt Mittwoch, fährt er wieder an dem Feldweg vorbei. Dieses Mal bleibt er stehen. Denn etwas ist anders. Der Mantel ist vom Leitpfosten verschwunden. Inzwischen hat er mitbekommen, dass das ganze Dorf nach Svantje sucht. Er steigt vom Rad, geht auf den Feldweg. Direkt vor seinen Füßen liegt ein ockerfarbener Frauenschuh im Gras. Kurz dahinter liegt ein zweiter Schuh. Dann ein BH, eine Hose, das schwarze T-Shirt.
Dazwischen ein Kälberstrick, ein weißer Kinderschal und Blutspuren. Sein Blick folgt der Spur bis zu dem kleinen Wassergraben, der zum einzigen Grundstück weit und breit führt. Darin liegt die zusammengekrümmte Leiche von Zwanche. Bis auf ihre Kniestrümpfe ist sie völlig unbekleidet. In ihrem nackten Rücken klaffen unzählige Stichwunden. Das muss ein Schock für den jungen Mann gewesen sein, der sie gefunden hat. Wie erging es denn ihren Kollegen damals, Herr Brenner? Also die waren ja gleich
am Tatort. Ja, die Kollegen sind dort nun auf ein grausames, brutales Szenario gestoßen. Eine junge Frau liegt dort in einem Graben, der mit Wasser gefüllt war, offensichtlich mit mehreren Messerstichen getötet. Der Leichnam war blutbeschmiert. Am Tatort lagen diverse Bekleidungsgegenstände. Ein Kälberstrick und ein Kinderschal wurde als Drosselungswerkzeug noch eingesetzt und die Obduktion ergab später 44 Messerstiche in den Rücken und 19 in den oberen Vorderkörper.
Also schon eine grausame Tat, die, glaube ich, den Ermittlern immer noch in den Knochen steckt. Insgesamt 63 Messerstiche, heftig. Ein Overkill also, ein klares Übertöten. Das kommt ja meistens nur vor, wenn Opfer und Täter sich kennen und das hatten Ihre Kollegen ja auch zunächst vermutet. Denn es gab noch eine Auffälligkeit, die das nahe legte. Erzählen Sie uns davon, Herr Brenner? Ja, völlig atypisch bei so einer Tatausführung, dass wir keinerlei Abwehrverletzungen feststellen konnten.
Wenn ein Täter diverse Male auf einen Opfer einsticht, erwartet man eigentlich Abwehrverletzungen an den Unterarmen oder im Bereich der Hände. Das hatten wir hier nicht. Zwancher hat sich offensichtlich überhaupt nicht gewehrt. Dann war natürlich Schlussfolgernd die Vermutung, eine Hypothese, sie könnte ihren Täter gekannt haben. Aber dieses Rätsel konnten wir später auch lösen. Die Leiche war ja fast vollständig entkleidet gewesen.
Konnte man denn bei der Obduktion auch Spuren einer Vergewaltigung nachweisen, Herr Wieben? Nein, man hat die Leiche selbstverständlich obduziert. Allerdings, und das muss man gleich bei dem ganzen Fall bedenken, mit den Möglichkeiten von 1981. Und da werden wir gleich noch darauf zu sprechen kommen. Eine klassische Vergewaltigung hat nicht stattgefunden. Was wir später ermittelt haben, war ein starker Madenbefall im Unterbauchbereich.
Das kann auf Sperma hindeuten, ist aber damals nicht untersucht worden. Man hat vor über 40 Jahren einfach ganz anders ermittelt als heute. Wenn ich mir die Bilder vor Augen führe von damals, dann müssen Sie sich vorstellen, da standen Polizeibeamte mitten im Tatort. Das wäre heute überhaupt nicht mehr vorstellbar. Da steht die Ermittlungsgruppe im Rheinstraumanzug, um ja keine Spuren zu verursachen. Aber DNA war damals überhaupt noch kein Thema.
Trotzdem gehen wir davon aus, dass ein Sexualdelikt dahinter stand. Auch da haben wir verschiedene Anhaltspunkte, zum Beispiel, wie die Opferbekleidung auch ausgezogen war. Ich erwähne hier zum Beispiel den BH von Svanheld S., der war nicht geöffnet und über den Kopf ausgezogen, also eher eine ungewöhnliche Art, sodass vieles dafür spricht, dass der Täter ihn ausgezogen hat.
Nach allem, und so hat es die Kammer später auch bestätigt, gehen wir von einer sexuellen Nötigung aus und von einem Tötungsdelikt, das diese sexuelle Nötigung verdecken wollte. Und damit sind wir im Mordbereich. Ob eine Vergewaltigung stattgefunden hat, ist in diesem Falle auch irrelevant, denn, und so hat es die Kammer auch ausgeurteilt, der Täter wollte eine sexuelle Straftat verdecken. Wenn Sie sagen irrelevant, meinen Sie strafrechtlich.
Irrelevant, das heißt die Absicht zählt und die war hier ja eindeutig. Genau und damit ist es trotzdem Mord. Noch eine Frage an Sie, Herr Brenner. Am Leitpfosten hing er einen Tag nach dem Mord Zwantjes Mantel. Am nächsten Tag war er dann verschwunden. Gibt es dafür eine Erklärung? Ja, wir gehen stark davon aus, dass dieser Mantel von einer Passantin mitgenommen worden ist.
Es gab ja noch eine Beobachtung an dem Samstag, also einen Tag nach dem Verschwinden von Zwanelt, dass dort eine Frau gesehen worden ist, die wohl Interesse an dem Mantel gezeigt hat. Sie hat den Mantel vom Pfosten genommen und hat ihn dann später dort wieder abgelegt. Wir gehen davon aus, dass die Frau vielleicht nochmal zurückgekehrt ist und den Mantel da mitgenommen hat. Das Tatmesser kann die inzwischen gegründete Sonderkommission ebenfalls nicht finden.
Im Verlauf überprüft die Soko das gesamte Umfeld von Zwanche, nimmt sich außerdem die üblichen Verdächtigen wie beispielsweise Sexualstraftäter aus der Umgebung vor. Zudem kontrollieren die Beamten an die 800 Fahrzeuge, weil am Tatort eine Reifenspur gefunden wurde. Ziemlich sicher stammt die vom Auto des Täters. Genauso wie der Kälberstrick und der Kinderschal, mit dem er Svantje gewürgt hat.
Über eine breite Öffentlichkeitsfahndung suchen die Ermittler nach Hinweisen zu den beiden Gegenständen. Auch bei Aktenzeichen XY ungelöst wird ein halbes Jahr nach dem Mord explizit nach den rätselhaften Fundstücken gefragt. Die kriminaltechnische Untersuchung hat ergeben, dass sich an dem Seil grüne Autolackspuren befinden. Es wäre also denkbar, dass sich das Seil und vielleicht auch der Schal in einem grünen Fahrzeug befanden.
Frage, wer hat diese beiden Gegenstände in einem Fahrzeug oder vielleicht auch sonst wo gesehen? Eventuell auch bemerkt, dass sie seit dem 24. August 1981 verschwunden sind. Aber selbst der Aufruf von Eduard Zimmermann und die hohe Belohnung von 13.000 Mark bringen keine entscheidenden Hinweise. Im Sommer 1982. Ein Jahr nach dem Mord an der jungen Frau wird die Soko schließlich aufgelöst. Wir machen jetzt einen sehr großen Sprung von fast drei Jahrzehnten.
Im Januar 2007 gründet auch die Kripo Kuxhaven eine Cold Case Abteilung, die eingangs genannte Ermittlungsgruppe Altmordfälle. Sie, Herr Brenner, waren von Anfang an ja dabei. Wie war das für Sie und warum haben Sie direkt mit dem Fall Svante Sivas angefangen? Ja, wie ich schon gesagt habe, ich war zu dem Zeitpunkt noch ein junger Ermittler und das war eigentlich mein erster großer Mordfall, den ich bearbeitet habe.
Wir haben dann dadurch durch dieses Interesse eigentlich alle ungeklärten Fälle uns vorgenommen und sollten systematisch mal schauen, was in den Fällen noch möglich ist. Im Vorfeld bin ich dann schon auf die Durchschriftsakte von Svanhild gestoßen und da ist mir diese Grausamkeit und die Brutalität, die die Täter da an den Tag gelegt hat, schon aufgefallen.
Und in der Hoffnung, dass wir nun auch noch von der Staatsanwaltschaft die Originalakte und Asservate bekommen, haben wir uns dann an die Staatsanwaltschaft gewandt und die Gegenstände wurden uns dann überbracht. Die Hauptakte, die lagerte dann ja in Stade ein und so kamen dann sie ins Spiel, oder? Herr Wieben, erzählen Sie mal. Ja genau, das ist richtig.
Ich war damals junger Staatsanwalt und ich hatte auch davon gehört, dass im Cuxhavener Bereich mehrere ungeklärte Mordfälle waren und dass eine Altmordgruppe gebildet wurde. Und der Behördenleiter fragte dann in der gesamten Behörde ab, ob eine Staatsanwältin ein Staatsanwältinteresse hätte, einen Altmordfall zu übernehmen. Die Idee dahinter war, eine Staatsanwältin, ein Staatsanwalt pro Fall, quasi auch eine exklusive Betreuung für die Polizei.
Und ich bin ehrlich, ich wusste nicht so genau, worauf ich mich da einließe. Das merkte ich dann am nächsten Tag, als die Tür aufging und die Wachtmeister, so heißen die Herren, die bei der Staatsanwaltschaft und bei Gericht die Akten zutragen, mir also mehrere Umzugskartons ins Büro stellten. Und mein Büro war damals recht klein und damals auch ziemlich voll. Ja, dann kam Rainer Brenner ins Spiel. Der wurde mir zugewiesen. Das war Zufall. Wir kannten uns vorher auch nicht.
Wir haben uns getroffen. Wir waren uns sofort sympathisch. Und ich habe gedacht, ja, das könnte klappen. Und wir haben uns dann erst mal grob eingelesen und gedacht, das Sinnvollste ist jetzt, wir prüfen die Asservate, in dem Fall die Kleidungsstücke auf DNA, weil das war ja damals klar, das wurde so nicht geprüft. Und das haben wir dann gemacht und das war letztendlich, glaube ich, auch der richtige Ansatz.
Also haben das überprüft, was nach fast 30 Jahren, und das muss man schon mal betonen, auch genauso gut zu nichts führen konnte. Aber sie hatten Glück, wenig später kam die gute Nachricht vom LKA-Untertitel. Niedersachsen, Herr Brenner, um was ging es da? Ja, das war wirklich großes Glück, was wir da hatten. Wir hatten dann tatsächlich die Mitteilung bekommen, dass eine vollständige männliche DNA an einem der Asservate sichergestellt worden ist.
Und zwar am T-Shirt von Svanchel, also ein tolles Fund, mit dem wir jetzt arbeiten konnten. Und dieses T-Shirt spielte nachher auch in den Ermittlungen noch eine ganz große Rolle. Das war ein schwarzes Kleidungsstück, das wir schon auf den Asservatenbildern kaum sehen konnten, weil das sehr tief in das Gras am Tatort hineingetreten oder gedrückt war. Das Gras, muss man dazu sagen, das war nicht frisch gemäht, sondern das war ein Feldweg und das Gras war etwa 20, 30 Zentimeter hoch.
Und ein schwarzes T-Shirt fällt da natürlich per se nicht auf und wenn es dann noch tief reingedrückt ist, erst gar nicht. und ich erinnere mich, wie Rainer und ich häufig über den Bildern saßen und wir dieses T-Shirt dann nochmal wieder suchen mussten.
Und dort lag eben dieses T-Shirt, der Spurenträger und aufgrund der Auffindesituation des T-Shirts war eigentlich relativ schnell klar, dass die DNA-Spur da nicht irgendwie zufällig dran gekommen sein konnte und zwar auch nicht von jemandem, der da zufällig dran vorbeikommt und irgendwas anfasst, weil das war wirklich das Asservat, das man am schlechtesten sehen konnte.
Dieses Detail sollte für die spätere Überführung des Täters noch eine wichtige, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle spielen. Aber ich habe ja vorhin von einer guten Nachricht gesprochen. Jetzt... Kam die schlechte, Herr Brenner? Ja, korrekt. Das war tatsächlich so. Wir hatten die Akten ja studiert und 1981 hatte man schon etliche Verdächtige überprüft. Am Ende sind dort 13, in Anführungsstrichen, Hauptverdächtige übrig geblieben.
Das waren sowohl Freunde als auch Bekannte aus manches Umfeld oder auch ein paar wenige Sexualstraftäter von damals. Diese Männer haben wir dann einbestellt und die lebten auch noch alle. Wir haben dann von allen freiwillig eine Speichelprobe abgenommen. Aber leider passte die DNA-Spur auf keinen der 13 Männer. Also man denkt erst mal die perfekte Spur, aber dann kein einziger Treffer. Andere Namen oder neue Hinweise hatten Sie beide ja zu diesem Zeitpunkt auch nicht.
Wie geht man damit um, wenn man nicht weiterkommt, wenn man einen Rückschlag erleidet? Ja, und es war leider nicht nur ein Rückschlag. Wir hatten Ermittlungen von einer Länge von fast drei Jahren. Ich habe als Staatsanwalt keinen anderen Fall bearbeitet, an dem ich so lange ermittelt habe. und dieser Falswarnheld S. war geprägt. Von Rückschlägen in tatsächlicher Hinsicht, also in ermittlungstechnischer Hinsicht, aber übrigens auch in juristischer Hinsicht. Dazu kommen wir sicherlich gleich noch.
Und Rainer Brenner und ich, wir haben uns häufig getroffen und nach jedem Rückschlag uns überlegt, wie gehen wir jetzt weiter vor. Sie müssen sich vorstellen, so einen Altmordfall, den löst man nicht, indem man Ermittlungen anfängt, die dann sofort zu etwas führen. Manchmal ist man in der Sackgasse, da muss man zurück, muss man einen neuen Weg gehen. Aber Rainer und ich, uns war von Anfang an klar, wir wollen diesen Fall lösen und wir wollen bis zum Schluss gehen.
Wenn es uns dann nicht gelingt, ist gut, aber wir wollen wirklich alles versuchen. Ja, und parallel natürlich zu der Entnahme von Speichelproben von interessanten Personen, haben wir natürlich auch weiter mit dem Aktenstudium, den haben wir fortgesetzt. Und wir haben uns die Asservate nochmal angeschaut und ja, und dann bin ich in den Asservaten auf einen braunen Umschlag gestoßen.
Der war verschlossen, der hatte eine gewisse Aufschrift. Ich habe den Umschlag dann geöffnet und habe dort eine alte Tonbandkassette, so eine TDK 90 gefunden. Also so eine Kassette, wie wir sie in der Jugend benutzt haben, wie ich sie in der Jugend benutzt habe. Ich auch noch. Ja, ganz genau. So eine, die wir damals benutzt haben, wenn wir zum Beispiel aus dem Radio heraus Musik aufgenommen haben und mitgeschnitten haben.
Und ich musste natürlich auf der Dienststelle erstmal nach einem Rekorder oder einem ähnlichen Gerät suchen, um diese Kassette abzuspielen. Und im Keller habe ich dann so ein altes Gerät gefunden und habe mir dann erstmal die Kassette angehört. Und jetzt sind wir natürlich alle neugierig, was da zu hören war. Erzählen Sie. Ja, so wie der Umschlag beschriftet, war auf der Kassette ein Notruf aus dem Jahre 2003.
Eine Frau, die anonym bleiben wollte, hatte angerufen, hat den Notruf gewählt und hat ihren Ansprechpartner dort am Telefon dann gesagt, dass sich wohl offensichtlich zwei Männer bei einem Saufgelage befinden. Verplappert haben soll. Die Frau schloss nicht aus, dass es sich bei den beiden Männern um den Täter, der Spanheld, handeln könnte. Und die beiden hätten wohl erzählt, dass sie irgendwas mit der Tat zu tun haben.
Und das wollte die Frau jetzt der Polizei melden. Und das haben wir natürlich dann auch erstmal verfolgt. Also eine ziemlich konkrete Aussage. Umso erstaunlicher, dass niemand den Anruf 2003 verfolgt hat. Wie erklären Sie sich das? Das ist heute wirklich schwer nachvollziehbar. Das kann unterschiedliche Gründe haben.
Ich habe häufiger mal gesagt, dass vielleicht in den Ermittlungen von damals auch nicht immer alles verschriftet worden ist, sondern man hat vielleicht auch manche Umstände einfach so hingenommen und hat da keine größeren Texte geschrieben. Das kann ich schlecht jetzt beurteilen. Vielleicht hat man auch festgestellt, einer der Namen, der da genannt worden ist, dabei handelte es sich um den Finder der Leiche. Der wurde damals überprüft mit einem negativen Ergebnis.
Und die andere Person hat man offensichtlich vielleicht doch mal aufgesucht. Das wissen wir alles nicht. Das bleibt bis heute offen. Aber wir können festhalten, gut, dass Sie noch mal in den alten Aktenkisten gewühlt haben, Herr Brenner. Und das mit Erfolg. Die Frau hat nämlich auch den Namen des mutmaßlichen Mörders erwähnt. Nennen wir ihn jetzt mal Gustav P. Tauchte der davor jemals in den Ermittlungsakten auf? Nein, nie. Den Namen habe ich in der Akte nicht gefunden. Ein...
Im Nachhinein ein völlig unbekannter Straßenbauarbeiter, der im selben Ort gelebt hatte wie Svanhild. Also haben sich die beiden gekannt? Wir erinnern uns, es war ja ein recht kleiner Ort, 1300 Einwohner. Nein, die gingen nicht auf der gleichen Schule oder ähnliches. Die kannten sich vielleicht maximal vom Seen her aufgrund des kleinen Ortes. Die Mutter hat aber auch nochmal in einer Befragung uns bestätigt, dass es keinerlei Vorbeziehung zwischen ihr und dem Täter gegeben hatte.
Würde man ja eigentlich vermuten, wenn man aus so einem kleinen Ort kommt, da kennt ja quasi jeder jeden. Gab es denn wirklich gar keine Verbindung zwischen den beiden? Also wir haben im Rahmen der Ermittlungen keinerlei Verbindung festgestellt. Ich gehe aber fest davon aus, dass die beiden, die ja beide 21 Jahre alt waren, sich in diesem Ort zumindest vom Sehen kannten. Gemeinsamkeiten zwischen den beiden haben wir nicht festgestellt. Die waren auch beide ganz unterschiedlich unterwegs.
Also er war gelernter Straßenbauarbeiter. Diesen Beruf hat er übrigens bis zum Schluss auch bei der gleichen Firma ausgeübt. Sie war Abiturientin, sehr gebildet, politisch interessiert, war gerade bei der neu gegründeten Grünen Partei aktiv, wollte jetzt ins Ausland gehen. Also die waren auch in ganz unterschiedlichen Kreisen unterwegs. Sie war gläubig, war in der Kirche aktiv. Und als Gustav in die Ermittlungen kam, habe ich mir, um ehrlich zu sein, nicht wirklich viel davon versprochen.
Aber selbstverständlich sind wir diesen Spuren allen nachgegangen. Nachvollziehbar, aber dann kam der 17. September 2008. Ein Tag, den Sie wahrscheinlich beide nicht vergessen werden. Es war der Tag, an dem Sie, Herr Brenner, Gustav P. Zum ersten Mal befragt haben. Und da ist jetzt etwas sehr Merkwürdiges passiert, was... Ja, wir haben Gustav P. wie alle anderen Männer auch ganz normal vorgeladen und er ist dann auch pünktlich zum Vorladungstermin erschienen.
Ich habe ihn dann zunächst erstmal belehrt und ihm erklärt, um was es geht. Ich habe ihm also gesagt, dass es um den Mordfall des Warnhild geht. In dem Moment hat er eigentlich schon kaum reagiert. Er hat kaum mit mir gesprochen. Er hat gesagt, dass er sie nicht kennt und hat überwiegend schweigend auf den Boden gestarrt. Er hat mir also keinen Augenkontakt mal geschenkt. Und um ihm ein bisschen vielleicht zu helfen, habe ich ihm dann ein Foto von Svanhild gezeigt.
Und dann ist was ganz Komisches passiert, was ich vorher noch niemals so gesehen habe. Und auch danach, ich bin auch noch lange danach oder immer noch Ermittler gewesen. Ich habe ihm ein ganz normales Foto von Svanhild gezeigt. Und dann zeigte der Mann eine ganz gravierende Reaktion, denn er fing auf einmal an zu würgen. Es kam Speichel aus seinem Mund und er hatte sich fast in meinem Büro erbrochen.
Ich musste ihm sogar meinen Mülleimer noch hinschieben, um dann das Erbrochene vielleicht aufzufangen. Also das war für mich schon sehr bedeutend und beeindruckend. Was haben Sie sich in dem Moment gedacht? Gab es ein Bauchgefühl? Also diese Reaktion war ja sehr einzigartig. Absolut. Ich habe das auch noch nie erlebt, wie ich das eben schon erklärt habe, weder davor noch danach. und mein erstes Bauchgefühl sagte mir gleich, der war es oder der muss damit was zu tun haben.
Ja, klingt irgendwie wie ein Geständnis, nur ohne Worte, aber natürlich reicht das vor Gericht nicht aus. Der Mann hat Ihnen dann allerdings danach noch freiwillig eine Speichelprobe gegeben und dann hieß es eine Woche banges Warten. Aber ich nehme an, dass Sie die Zeit genutzt haben, um erste Informationen über ihn einzuholen. Was kam dabei heraus? Der Gustav P. war eigentlich ein einfacher, unauffälliger Typ. Er hat seit 30 Jahren in derselben Straßenbaufirma gearbeitet.
Seine Kollegen haben ihn eher als zuverlässig beschrieben. Ein bisschen, ja, heutzutage auch ein bisschen merkwürdig, aber auch, es kommt mal vor, mit Ende 40 hat er zusammen mit seinem Bruder noch auf dem Hof der Eltern gelebt. Also völlig unauffälliger Typ. Am 25. September 2008, da ruft sie dann der Kollege vom Labor an und sagt, das Ergebnis der DNA-Probe ist. da. Was hat er zu Ihnen gesagt? Dieses Telefonat werde ich nicht vergessen.
Ich weiß noch genau, wo ich mich aufgehalten habe, mit wem ich im Büro gesessen habe. Und ich weiß auch noch genau, wer mich angerufen hat. Herr Gerhard, mit dem hatte ich damals ein ganz gutes Verhältnis aus der Fachgruppe 51.1 beim Landeskriminalamt. Die Fachgruppe, die für DNA-Untersuchungen zuständig ist. Und es war tatsächlich wie im Film. Herr Gerhard fragte mich, ob ich sitzen oder stehen würde. Da fiel mir der Hörer fast schon aus der Hand und dann hat er mir gesagt, er ist es.
Also damit meinte er, dass Gustav P. der Verursacher der DNA-Spur am T-Shirt ist. Und Rainer Brenner und ich hatten dann ein ähnliches Telefonrat, als er mich darüber in Kenntnis setzte, dass der Forensiker das so eindeutig sagen konnte, er ist es, hängt damit zusammen, dass man DNA-Spuren bewerten kann. Dazu muss man wissen, eine DNA-Spur wird über die Jahre, auch über die Jahrzehnte nur schwächer, sie verändert sich aber nicht.
Und bei einer DNA-Spur kann man ein Verhältnis, was die Wahrscheinlichkeit angeht, dass eine DNA-Spur einer bestimmten Person zuzuordnen kann. Dergestalt machen, dass man sagt, wie viele Menschen müsste es auf der Welt geben, dass es diese Spur ein zweites Mal gibt. Und bei der Spur von Gustav war es eine 1 zu 88 Milliarden Spur. Das bedeutet... Es müsste 88 Milliarden Menschen auf der Welt geben, dass es diese Spur ein zweites Mal gibt. Und das ist natürlich unwahrscheinlich.
Wir waren uns damals sehr sicher, dass die Spur von Gustav kam. Denn wir dürfen nicht vergessen, Gustav lebte in diesem Ort und der Tatort war an diesem Ort. Und vor dem Hintergrund war er dringend tatverdächtig. Und das ist ja der Verdachtsgrad, den wir brauchen, wenn wir jemanden in Untersuchungshaft nehmen wollen, wenn wir einen Haftbefehl haben wollen. Dafür brauchen wir dringenden Tatverdacht.
Und ich habe noch am gleichen Tag beim damals zuständigen Amtsgericht einen Haftbefehl und auch einen Durchsuchungsbeschluss für den Hof beantragt, wo Gustav übrigens mit Ende 40 immer noch... Bei seinen Eltern lebte. Kurz darauf, Herr Brenner, haben Sie Gustav P. Festgenommen und den Mann über seine Rechte aufgeklärt. Wie hat er darauf reagiert? Ja, danach ging die Indizienkette eigentlich weiter und setzte sich fort.
Denn Gustav P. hat im Grunde gar nicht reagiert. Also er hat kaum Emotionen gezeigt. Wir haben ihm den Haftbefehl vorgehalten, vorgelesen. Da war klar deutlich, dass er verdächtigt wird, es handelt, ermordet zu haben. Es war kaum eine Reaktion abzugreifen. Er hat keine Empörung gezeigt, dass wir ihn verhaften. Wir haben extra den Überraschungseffekt ausnutzen wollen an seiner Arbeitsstelle.
Da kam gar nichts. Auch als wir ihn die Handfesseln angelegt haben, ihn zur Dienststelle gefahren sind, hat er nur geschwiegen. Keine Empörung, gar nichts. Ein weiteres Indiz, dass wir eventuell einen richtigen im Streifenwagen sitzen haben. Und bei der anschließenden Vernehmung, wie ging es da weiter? Immerhin saß er ja jetzt als Beschuldigter und nicht mal als Zeuge vor Ihnen. Ja, richtig. Das Spiel ging eigentlich genauso weiter wie bei der Festnahme. Er war genauso unemotional und wortkarg.
Er hat sehr viel überlegt, immer nur auf den Boden gestarrt, kaum was gesagt. Er hat sich dann mal nach einer gewissen Zeit dann doch mal geäußert und hat gesagt, ich war das nicht. Dann hat er wieder lange geschwiegen und immer wieder auf den Boden gestarrt. Es war wirklich eine zähe Vernehmung, das muss ich sagen. Irgendwann bin ich dann auch mal ein bisschen näher herangerückt und habe ihm gesagt, Mensch, wie das jetzt ausschaut.
Er sagte dann zwischendurch, das glauben Sie mir sowieso nicht, was da passiert ist. Und dann habe ich nochmal ganz konkret nachgefragt, ja was, was denn, was glauben wir Ihnen nicht? Und dann hat er einfach nur geantwortet, ich habe Sie nur gefunden. Und wann will er sie denn gefunden haben und wenn das so war, warum ist er denn nicht gleich zur Polizei gegangen, also wenn er unschuldig war? Ja, da muss man auch zu sagen, in der Vernehmung hat er wirklich gar nicht viel gesagt.
Es kam danach auch nicht mehr viel. Aber er hat dann auch noch lange überlegt, es sah zumindest so aus, dass er überlegt und wir hatten das ein bisschen abgewartet. Da muss ja noch irgendwas kommen und es kam auch noch was. Und er hat dann eine Geschichte erzählt, dass er wohl an dem Abend. An dem Sommerabend im August 1981 alkoholisiert nach Hause gefahren ist mit seinem Auto. Er habe dann an der Stelle an dem Leitfastenhängen den Mantel gesehen, den wir ja schon beschrieben hatten.
Dadurch ist er neugierig geworden. Wir erinnern uns an einen Ort, der stockdunkel ist. Da ist er neugierig geworden, ist dann wohl dort auf den Feldweg gelaufen und will dort nicht nur Smandelt gesehen haben, sondern auch die Bekleidungsgegenstände. Und kann sein, dass er da was berührt hat, kam dann noch und das war alles, was er gesagt hat. Also genau das Kleidungsstück, an dem Sie seine DNA sichergestellt haben,
klingt eher jetzt für mich nach einem Versuch, die Spur zu rechtfertigen, oder? Ja, absolut. Er hat sich, und das ist auch meine Erfahrung als Ermittler und Staatsanwalt, er hat sich ein Kerngeschehen zusammen gedacht, dass er uns auftischen wollte, aber er hat keinerlei Umfeld, so nennen wir das Kerngeschehen und Umfeldgeschehen, parat gehabt. Er hat uns also versucht, mit so wenig wie möglich Worten eine Geschichte zu erzählen, wie seine DNA jetzt an dieses Kleidungsstück kommt.
Und wann immer wir angefangen haben, so ein bisschen das Umfeld zu beleuchten, kam nichts mehr. Und das ist ein ganz klares Indiz dafür, dass jemand lügt, weil er ja nur eine Geschichte erzählt, die er sich ausdenkt, aber die er nicht wirklich erlebt hat. Wenn er die erlebt hätte, hätte er ganz anders und auch viel ausführlicher darüber reden können. Und genau das hat er nicht getan. Und deshalb bei uns.
Eigentlich bei der zweiten Vernehmung, das war ja hier die zweite Vernehmung klar, er lügt und er lügt, weil er der Mörder von Svanhild war. Man muss sich vor Augen führen, diese Nächte, da kommen wir gleich noch zu, die waren stockdunkel. Die Tatnacht und auch die zwei Nächte, in der Svanhild S. lag.
Und es ist völlig unwahrscheinlich bei seiner Geschichte, wenn wir die mal als wahr unterstellen, dass er ausgerechnet das tief in den Boden hineingedrückte schwarze T-Shirt berührt und dass plötzlich da seine DNA dran ist. Also er hat gelogen, das war uns klar und er wollte uns mit wenigen Worten eine Geschichte erzählen, die wir glauben sollten. Es kam ja auch noch hinzu, dass er bei der ersten Befragung bei der Polizei angegeben hatte, dass er noch gar nichts mit der Polizei zu tun hatte.
Das konnten wir dann allerdings widerlegen. Und zwar ein Jahr davor, im Jahr 2007, hatten die Kollegen in Bremerhaven unseren Gustav P. im Visier. Und zwar hat er dort mit einer geringen Menge an Drogen festgestellt worden. Und die hat er für seine Freundin besorgt, die wir dann ermitteln konnten, nämlich eine drogenabhängige Prostituierte. Er selber war aber damals clean, aber eine weitere Kontaktperson konnten wir ermitteln, die wir dann später befragt haben.
Herr Wieben, was können Sie uns über die Beziehung zwischen den beiden erzählen? Ja, das war eine ganz skurrile Beziehung, eigentlich auch irgendwo sehr, sehr tragisch. Also eine Prostituierte, sie war heroinabhängig, mit der er seit mehreren Jahren zusammen war. Eigentlich war das ein reines Abhängigkeitsverhältnis. Er versorgte sie mit Geld respektive Betäubungsmitteln, damit sie nicht oder nicht so häufig auf den Strich gehen musste.
Wenn man Gustav ein bisschen näher kennengelernt hat und sich mit dieser Person beschäftigt hat, dann ist es auch naheliegend, dass sie so ziemlich die einzige Bezugsperson war, die ihm auch sowas wie Aufmerksamkeit und vielleicht sogar etwas Liebe geschenkt hat. Also eigentlich eine ganz, ganz skurrile Beziehung, die wir da vorgefunden haben, die übrigens auch nicht unproblematisch war. Er war sehr eifersüchtig.
Und in der Phase, als er unter Verdacht stand, haben wir mitbekommen, dass er auch einmal komplett ausgerastet ist. Die beiden hatten Geschlechtsverkehr und sie wollte weiteren Stoff von ihm und das wollte er nicht mehr. Und ich erinnere mich, dass er mit Gegenständen nach ihr warf und sogar mit einer dieser Heroinspritzen auf sie losgehen wollte. Also das hat auch diese Persönlichkeit von Gustav nochmal gezeigt. Wenn der getriggert wurde, wenn da irgendwas passierte, was ihn reizte.
Dann wurde der sehr aggressiv. Obwohl das eigentlich ein ganz ruhiger Mensch war, wenn man ihn so wahrnahm. Und das Ganze muss man natürlich auch im Kontext des Morddeliktes ums Warnhalt S. Sehen. Sie haben es selber gerade gesagt, diese Beziehung war problematisch. Diese Szene beschreibt das sehr gut. Nichtsdestotrotz. Diese Prostituierte war eine Vertrauensperson für Gustav.
Hat er denn mit ihr dann auch mal über Svante Sivas gesprochen oder ihr sogar gestanden, die junge Frau ermordet zu haben? Ja, gestanden hat er das gegenüber der Prostituierten nicht. Aber er hat sich nach der Speichelprobe wirklich ganz merkwürdig verhalten. Er hat zum Beispiel seiner Freundin die Frage gestellt, wie lange es denn dauern
würde, bis so eine Speichelprobe untersucht worden ist. Er hat sogar ihr gegenüber angegeben, dass er bald wahrscheinlich für eine längere Zeit verschwinden müsste. Also so nach dem Motto, droht da nicht eine Haftstrafe. So würden wir das als Hypothese jetzt mal erkennen. Also schon wieder ein verdächtiges Verhalten, was uns da berichtet worden ist, was natürlich auch ein weiteres Indiz für eine Täterschaft darstellte.
Das klingt schon ziemlich verdächtig, vor allem im Zusammenhang mit dem DNA-Treffer. Anklage haben Sie aber erst später erhoben. Warum, Herr Wieben? Herr Zerne, um es kurz zu sagen, weil es in dem Moment für keine Anklage reichte. Es war eine ganz schwierige Phase, weil wir hatten einen Beschuldigten in Untersuchungshaft. Und wenn man einen Beschuldigten in Deutschland in Untersuchungshaft hat, dann hat man als Staatsanwalt grundsätzlich nicht mehr als sechs Monate Zeit, die Anklage zu erheben.
Und es reichte in diesem Moment für keine Anklage. Die Verteidigung und auch das Gericht hätten zu Recht vorgetragen, das ist vielleicht alles sehr auffällig, dass ausgerechnet an diesem schwarzen T-Shirt, das noch am schlechtesten von allem zu sehen war, die DNA von Gustav P. dran war. Aber es ist auch nicht komplett lebensfremd, dass er da langgegangen ist und irgendwas angefasst hat. Also damit hätte ich keine Verurteilung erwirken können. Wir beide, Rainer Brenner und ich, wir wussten,
dass er uns anlügt. Aber das mussten wir jetzt dem Gericht darlegen. Also kamen wir auf die Idee, den Tatort zu rekonstruieren und zwar genau so, wie es damals war. Wie sind Sie davor gegangen, Herr Brenner? Ja, die gemeinsame Idee dieser Maßnahme war dann geboren und in enger Absprache mit Arne habe ich dann einen Kriminaltechniker aktiviert, Kalle, also einen Kriminaltechniker, der genau der Richtige ist für diese Aufgabe. Hoch motiviert und Tatort erfahren.
Und wir sind dann zusammen zu dem Tatort gefahren von damals und da kam schon die erste Überraschung. Wir haben festgestellt am Tatort, dass die Gegebenheiten dort eigentlich noch ähnlich waren wie 1981, also eine tolle Ausgangssituation. Wir haben dann gemeinsam Kleidungsgegenstände besorgt, die es manche ähnlich waren. Wir haben alles im Gras verteilt, genauso eingemessen, wie es damals war.
Also wir haben es genau eins zu eins dargestellt. Wir haben die Schaufensterpuppe in dem Graben abgelegt, der immer noch mit Wasser gefüllt war. Und Kalle hat alles mit Flutlichtern ausgestattet und wir haben uns auch eine Nacht ausgesucht für diese Rekonstruktion, die den Lichtverhältnissen von damals entsprach. Ja, über den Deutschen Wetterdienst hatten sie inzwischen rausgefunden, dass damals eine Beleuchtungsstärke von 0,01 Lux herrschte.
Das entspricht einer mondlosen Nacht, also fast kompletter Finsternis, in der man maximal Umrisse sehen kann. So eine Nacht haben sie abgewartet, sind zum Tatort gefahren und haben einen dunkelblauen Mantel am Leitpfosten drapiert. Wie ging es dann weiter, Herr Wieben? Also das war auch für mich als Ermittler absolutes Neuland. So einen Ortstermin hatte ich tatsächlich noch nie gemacht. Und Rainer Brenner und ich haben auch Wert darauf gelegt, dass wir den Tatort vorher nicht sehen.
Also die Kriminaltechniker haben den bei Tageslicht eingerichtet. Dann haben wir die Nacht abgewartet und dann haben wir so, wie Gustav P. Uns das berichtet hat, uns ins Auto gesetzt und sind losgefahren. Allerdings mit Autos, die wesentlich moderner waren als sein Auto damals, mit modernen Scheinwerfern. Und da hatten wir so den ersten Aha-Moment, wir sind nämlich einfach am Mantel vorbeigefahren. Sprich, Sie haben ihn nicht gesehen.
Das zweite Aha-Erlebnis, das gab es dann ja auch noch. Welches war das, Herr Brenner? Ja, das zweite Erlebnis oder Aha-Erlebnis hatten wir dann direkt auf dem Feldweg. Das war so stockduster und dunkel dort, dass wir da eigentlich mehr herumgestolpert sind. Und wir hatten ein bisschen die Befürchtung, dass wir uns gegenseitig über den Weg oder über den Haufen laufen.
Und wir haben dann entschieden, die Flutlichter einfach mal anzustellen und haben dann festgestellt, Wir stehen mitten in einem Tatort, umzingelt von Bekleidungsgegenständen, die wir ohne Licht in keinster Weise sehen konnten. Also weder die Bekleidung noch das Opfer im Graben konnten wir damals sehen. Also eine weitere Begebenheit, die uns schon wirklich zu einem tollen Ergebnis geführt hat. Das erinnere ich noch ganz genau. Wir sind also in stockdunkler Nacht in diesen Tatort reinmarschiert.
Marschiert. Wir haben auch ganz bewusst keine Schritte gezählt, weil wir ja, so wie er auch, er uns das geschildert hat, da einfach reingelaufen sind. Wir haben überhaupt nichts gesehen, wie das Laufen in einem stockdunklen Raum und als dann die Lichter anging und wir sahen, wo wir da drinstehen, nämlich mitten in einem Tatort, da weiß ich noch wie heute. Ich guckte Rainer Brenner an, er guckte mich an und wir lächelten beide und wir haben genau das Gleiche gedacht. Der war's.
Eindrücklich und ziemlich eindeutig. Damit hatten Sie genug Indizien zusammen und haben im Januar 2009 beim Landgericht Stade Anklage gegen Gustav P. Erhoben. Wie hat sich das dann weiterentwickelt? Ja, leider erst mal gar nicht. Und ich hatte ja eingangs schon geschildert, das war ein Fall voller Rückschläge. Und der nächste Rückschlag war, oder der erste richtige Rückschlag, die Kammer hat meine Anklage nicht zugelassen.
Jetzt muss man wissen, eine Anklage wird zugelassen, wenn ein sogenannter hinreichender Tatverdacht vorliegt. Weil man will damit verhindern, dass man durch eine Anklage Leute mit einem geringen Verdachtsgrad vor Gericht zerrt. Also ein gewisser Verdachtsgrad muss vorliegen, damit überhaupt verhandelt wird. Ja, und den hat die Kammer schlicht nicht gesehen. Und dann haben sie die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt. Und in der Konsequenz auch den Haftbefehl aufgehoben.
Weil für den Haftbefehl braucht man sogar dringenden Tatverdacht. Das ist mehr als hinreichender Tatverdacht. Und wenn Sie die Anklage schon nicht zulassen, dann müssen Sie ihn natürlich auch sofort auf freien Fuß setzen. Also der Mann, der sich beim Anblick von Swantias Foto fast übergeben hat, dessen DNA dann an ihrem T-Shirt war, der ist aus der U-Haft spaziert, als ob nichts gewesen wäre. Ja, genau so war es. Und ich weiß noch, wo Arne mich angerufen hat und mich
über diesen Umstand in Kenntnis gesetzt hatte. Wir waren beide völlig fassungslos. Ich als Ermittler war ja doch schon ein bisschen schockiert und auch ein bisschen sauer über diese Entscheidung, weil wir wirklich bis dahin so viel Herzblut und so viel Energie in diesem Fall hineingeworfen haben. Wir haben schon so viele Indizien zusammengesammelt und dann wie aus dem Nichts auf einmal so eine Entscheidung von der Kammer. Das hat uns schon sehr, sehr beeindruckt und hat uns auch sehr verärgert.
In der Sache hat die Kammer letztendlich die Indizien gewertet. Man muss ja wissen, dieser Fall ist ein reiner Indizienprozess. Jedes Indiz für sich ist nicht viel wert, aber die Summe der Indizien, die ist dann schon beachtlich. Und in diesem Stadium hat die Kammer gesagt, das ist alles gut, was Sie da vortragen, liebe Staatsanwaltschaft, aber das reicht uns nicht. Das reicht uns nicht, um einen Menschen nach fast 30 Jahren eines Mordes zu überführen, beziehungsweise in dem Fall zu verurteilen.
Und ich muss auch ehrlich sagen, das gibt mir auch Vertrauen in unseren Rechtsstaat, weil die Kammer hat das für sich geprüft, hat gesagt, nein, es reicht nicht. Heißt aber ja nicht, dass wir aufgeben. Die Ablehnung der Anklage, die war an sich schon frustrierend für die Ermittlerinnen und Ermittler. Tragisch wird es, wenn man sich die Vorgeschichte von Swantje anschaut.
Drei Jahre vor dem Mord, also 1978, war sie als Austauschschülerin für ein Jahr in den USA und flog auch für einen Urlaub nach Kanada. Dort ist etwas so Schreckliches passiert, dass sie mit niemandem darüber gesprochen und es nur einer einzigen Freundin in einem Brief anvertraut hat. Wir haben eine Kopie des Briefes vorliegen. Conny, lies ihn doch mal bitte vor.
Liebe Britta, als wir in Kanada auf Urlaub waren, ging ich eines Abends, harmlos und vertrauensvoll wie ich bin, alleine an einem See spazieren und wurde vergewaltigt. Ich möchte lieber keine Einzelheiten erzählen. Das meiste habe ich sowieso vergessen. Ein ganz natürlicher Schutzfaktor. Es war nicht meine Schuld, natürlich. Ich habe ihn zum Beispiel nicht in irgendeiner Weise provoziert. Er tauchte ganz plötzlich hinter mir auf.
Er hat mich nicht verletzt. Ich wehrte mich nicht, weil ich weiß, dass viele Mädchen, die sich wehren und schreien, getötet werden. Ich war mir die ganze Zeit bewusst, dass der arme Mann krank war und er nur meinen Körper beschmutzen konnte. Aber glaube mir, es ist keine Erfahrung, die man seinem ärgsten Feind wünschen wollte. Ein Hinweis an der Stelle. Es handelt sich hierbei um eine subjektive Schilderung des Opfers. Ob und wie ein Täter reagiert, wenn sich eine Betroffene wehrt,
das kann man hier nicht verallgemeinern sagen. Der Brief macht auf erschreckende Weise klar, Svantje wurde schon einmal Opfer einer Vergewaltigung, als sie abends alleine unterwegs war. Trotzdem ist sie auch weiterhin im Dunkeln spazieren gegangen. Darüber haben wir uns mit Prof. Dr. Ehring, Lehrstuhlinhaber für klinische Psychologie und Psychotherapie an der LMU München unterhalten und ihn gefragt, wie Svantje das geschafft haben könnte.
Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf traumatische Erlebnisse, wie zum Beispiel eine Vergewaltigung. Und aus Ihrer Frage klingt ja, dass Sie sagen, Dass viele von uns wahrscheinlich vermuten, wenn man sowas erlebt hat, dann vermeidet man jede Situation, der es wieder passieren kann. Aber wir müssen uns bewusst machen, dass es auch viele Betroffene, Überlebende von solchen Situationen gibt, die es schaffen, das wegzustecken und die danach ihr Leben wieder ziemlich normal aufnehmen.
Und es gibt ja Hinweise darauf, dass die junge Frau sowieso die Gewohnheit hatte, abends spazieren zu gehen und dass sie das vielleicht wieder aufgenommen hat, weil das etwas war, was ihr gut getan hat. Das heißt, es ist eine Vermutung, dass sie die Vergewaltigung, so schrecklich wie sie ja war, das macht auch der Brief deutlich, doch selber gut verarbeitet hat. Ein Thema in den Ermittlungen waren auch die fehlenden Abwehrverletzungen.
Wir wollten von Herrn Prof. Dr. Ehring wissen, wie es psychologisch zu erklären ist, dass manche Opfer sich trotz eines heftigen Angriffs nicht zur Wehr setzen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen auch bei so einem massivem Angriff sich nicht wehren oder sich nicht in dem Ausmaß wehren, wie wir das erwarten. Und dafür kann es verschiedene Gründe geben. Eine Möglichkeit ist, dass es eine ganz bewusste Entscheidung war.
Und das spricht ja aus dem Brief, aus dem wir wissen, dass bei der früheren Vergewaltigung das tatsächlich eine Strategie war, die die junge Frau angewandt hat. Sie hat sich ganz bewusst nicht gewehrt, weil sie Sorge hatte, dass sie ansonsten getötet werden könnte.
Und es kann sein, dass das jetzt in der neuen Situation, sie hatte ja das Pech, dass sie nochmal etwas ganz Ähnliches erlebt hat, wieder gedacht hat, am besten wehre ich mich nicht, dann läuft es glimpflich ab und dann werde ich nicht getötet. In dem Fall traf das natürlich leider nicht ein, wie wir im Nachhinein wissen. Aber es kann sein, dass das ihr Plan war, ihre Strategie war. Das ist eine Möglichkeit.
Die andere Möglichkeit, so hat uns Herr Prof. Dr. Ehring erklärt, ist ein automatisches, sozusagen urmenschliches Verhaltensmuster. Die sogenannte Fight-or-Flight-Reaction, Also die instinktive Alarmreaktion des Körpers, sich bei einer Bedrohung zu wehren oder zu fliehen. Es ist aber auch denkbar, dass Betroffene in Gefahrensituationen quasi vor Angst erstarren. Das ist die sogenannte tonische Immobilität. Die Betroffenen beschreiben das so, dass sie wie erstarrt sind.
Das ist also eine sehr hohe Muskelspannung, sehr hohe Anspannung, aber sie können sich gar nicht mehr bewegen. Sie sind bewegungsunfähig, sie können auch ihre Stimme nicht mehr verwenden, können nicht schreien, nicht rufen, nicht sprechen. Und gleichzeitig sind sie aber bei vollem Bewusstsein, sie bekommen mit, was los ist.
Wenn so ein Verhaltensprogramm ausgelöst wird, dann ist es tatsächlich so, kann es sein, dass die Betroffenen sich gar nicht mehr wehren können, weil sie in dieser Schockstarre verharren. Am Ende hat Zwantje noch versucht, vor ihrem Peiniger zu fliehen. Das klingt erst mal so, als wäre sie eben nicht in eine Schockstarre verfallen. Aber beides lässt sich paradoxerweise miteinander vereinen, wie Thomas Ehring erklärt. Diese verschiedenen Verhaltsprogramme können sich abwechseln.
Was sehr gut beschrieben ist, ist, dass häufig so eine Fight-and-Flight-Reaktion, wenn man merkt, ich kann mich nicht wehren, übergeht in eine eher tonische Immobilität oder Dissoziation. Aber wenn sich die Situation ändert, kann es natürlich auch andersrum gehen. Dass von so einer Schockstarre dann doch wieder die Personen in die Bewegung kommen und etwas tun können.
Und wir können, wie gesagt, nicht ausschließen, dass sie vielleicht auch doch die ganze Zeit doch ziemlich bewusst gesteuert hat, was sie tut. Dass sie am Anfang eben noch davon ausgegangen ist, solange ich das über mich ergehen lasse und mich nicht wehre, passiert nicht so viel. Und als sie dann gemerkt hat, zum Beispiel, dass der sie mit dem Messer verletzt, dass sie dann angefangen hat, zu versuchen zu fliehen. was dann im Moment leider zu spät war.
Sie beide wussten von dem Brief und damit auch, dass Svantje schon einmal Opfer einer Vergewaltigung geworden ist. Macht das jetzt noch mehr inneren, vielleicht auch moralischen Druck, den Fall zu lösen, Herr Wieben? Ja, sicherlich. Dieser Brief war aus einem anderen Grund ganz, ganz wichtig. Um den Mord vor Gericht nachweisen zu können, brauchte ich ein Delikt, das mit der Tötung verdeckt werden sollte. Und das war das Sexualdelikt.
Und um das Sexualdelikt zu beweisen, musste ich der Kammer erläutern, warum es keinerlei Abwehrspuren bei Svanhild S. Gab. Also keinerlei Abwehrverletzungen oder Abwehrreaktionen, weil wir haben ja nichts an dem Leichnam gefunden, auch nicht unter den Fingernägeln. Das ist beim Sexualdelikt eher untypisch.
Und dieser Brief war für mich ein weiteres Aha-Erlebnis in diesem Fall, weil mir wurde in diesem Moment völlig klar, wie Svanhild S. Bei ihrer, so tragisch das klingt, zweiten Vergewaltigung sich verhalten hat. Sie hat es geschehen lassen. Sie hat genauso wie damals in Kanada sich nicht gewehrt, weil sie dachte, das wird ihr das Leben retten. Leider war es in diesem Fall anders. Und natürlich erhöht das den moralischen Druck, diesen Fall weiter zu betreiben.
Im Falle der Nichtzulassung einer Anklage kann man dagegen Rechtsmittel einlegen, in dem Fall eine sofortige Beschwerde zum Oberlandesgericht, die überprüft dann die Nichtzulassung. Mir war völlig klar, dass ich das machen werde, weil ich hatte ein Ziel. Ich hatte das Ziel, dass dieser Fall vor Gericht verhandelt wird. Egal mit welchem Ergebnis, aber die Richter und die Richterinnen sollten sich mit diesem Fall beschäftigen.
Dieses Ziel, das haben Sie ja dann auch erreicht. Allerdings sollte der Prozess genau vor dem Gericht stattfinden, das Ihre Anklage ja zuvor abgelehnt hat. Mit was für einem Gefühl geht man dann in so eine Verhandlung rein? Ja, das war in der Tat auch wieder so ein Fall. Das Oberlandesgericht eröffnet dann das Verfahren und das Oberlandesgericht entscheidet, vor welcher Kammer es das tut.
Und wenn das Gericht der Meinung ist, es sollte vielleicht eine andere Kammer draufschauen, dann eröffnet es den Fall bei einer anderen Kammer. Aber in dem Fall war es genau die Kammer, die meine Anklage nicht zugelassen hat. Und das war natürlich für mich nicht ganz so günstig, weil die Richter fanden das sicherlich nicht so toll, dass die Staatsanwaltschaft hier das OLG bemüht hat und das OLG gesagt hat, das habt ihr aber bitte jetzt zu verhandeln.
Also da geht man schon mal mit einem gewissen Päckchen rein ins Verfahren. Also ich würde sagen, wir hatten damals eine Verurteilungswahrscheinlichkeit von maximal 40 Prozent. Und trotzdem war es uns wichtig, diesen Fall zu führen. Jetzt kam noch eins dazu, die Verteidiger...
Haben viel mit der Presse gesprochen und je länger das Verfahren dauerte und mit allen Höhen und Tiefen wurde das immer mehr auch eine Frage von die Staatsanwaltschaft und die Polizei, Herr Wieben und Herr Brenner, die können nicht einsehen, dass sie sich da verrannt haben und die wollen das jetzt auf Teufel komm raus verhandelt wissen und eigentlich müssten sie doch längst mal anerkennen, dass sie das nicht dicht kriegen und nicht zur Verurteilung bekommen.
Und da wurde auch nochmal erheblicher Druck aufgebaut. Man darf ja auch nicht vergessen, da sind Angehörige. Da sind immer noch Angehörige, die das alles auch ertragen müssen, dieses ganze Verfahren. Und das hat mir den eigentlich moralischen Druck gemacht. Weil wenn das mit einem Freispruch geendet wäre, dann hätte man wahrscheinlich sagen können, ja, hätte es soweit kommen müssen, musste man das jetzt in diese Länge ziehen. Und deshalb war der Druck immens.
Aber wir waren an einem Punkt, wo es kein Zurück mehr gab. Wir mussten das jetzt wirklich durchziehen. Am 2. Juli 2010 und damit 29 Jahre nach dem Mord beginnt der Prozess vor dem Landgericht Stade. Neben den Richtern und den Cheffen sind natürlich auch der Angeklagte Gustav P. Und sein Anwalt im Saal. Was war das für eine Stimmung, Herr Wiebe?
Ja, das war skurril. Also ich saß einem Verteidiger gegenüber, den ich ja eigentlich nur aus der Presse kannte, wo er quasi auch letztendlich auch über die Staatsanwaltschaft sich geäußert hat, über mich. Ich hatte den Eindruck, der nimmt das überhaupt nicht ernst. Der sitzt hier das Verfahren ab und sagt, diesem Verfahren ist der Freispruch auf die Stirn tätowiert. Und sein Mandant, das war eigentlich bemerkenswert, der saß die ganze Zeit da und sagte gar nichts.
Das ist das Recht eines Angeklagten, nichts zu sagen. Ich saß diesem Menschen also acht, neun Verhandlungstage gegenüber und habe den nie sprechen gehört. Das war auch, das war schräg. Kann ich mir vorstellen. Herr Brenner, Sie wurden dann als Hauptermittler natürlich auch in den Zeugenstand gerufen. Was war das für eine Situation? Ja, das war das erste Mal als junger Ermittler, dass ich vom Landgericht in einem Tötungsdelikt aussagen musste.
Also schon eine Situation, die natürlich auch eine gewisse große Aufregung inhaltet. Und mir war eins klar, wenn ich zu dieser Verhandlung nicht gut vorbereitet fahre, dann wird das wahrscheinlich eine Niederlage. Ich habe das ein bisschen positiver gesehen. Also ich hatte eine 50-prozentige Chance für eine Verurteilung so angenommen. Und ich habe mich wirklich Wochen vorher vorbereitet auf diesen Termin. Und dann kommt man da so in den Gerichtssaal, der gut gefüllt war.
Also nicht nur mit den Verfahrensbeteiligten, auch mit Zuschauern. Und dann sitzt man da und erzählt mal erstmal eine gute Stunde seine Geschichte, die man dann als Indizienkette auch als Sicht der Polizei vorbringt. Und wenn man dann so durch ist, dann sind natürlich alle aufgefordert, nochmal Fragen zu stellen an mich. Und das war dann auch so. Und ich wurde eigentlich ganz schnell auch von der anwaltlichen Seite des Angeklagten angegriffen.
Also ich hatte gleich das Gefühl, dass man nach Fehlern suchte und man hat mir Fehler unterstellen wollen. Ich habe, glaube ich, ganz kompetent auf diese Fragestellung antworten können. Habe dann auch ein bisschen Rückendeckung von der Staatsanwaltschaft bekommen. Also es war eine sehr emotionale Befragung und teilweise auch sehr laut. Es wurde auf die Tische geschlagen und manchmal hat man den Eindruck gehabt, geht es eigentlich hier mehr um Fehler seitens der Polizei oder um das eigentliche
Delikt. Wie Sie sagten, sehr emotional und laut. Und zunächst sah auch alles danach aus, dass das Ganze kippt. Immer wieder geht es um die Behauptung des Angeklagten, dass er Svantjes T-Shirt erst nach der Tat gefunden hätte und seine DNA so dorthin gelangt wäre. Sie beide wussten, dass das gelogen war. Wie konnten Sie das Gericht jetzt davon überzeugen? Ja, Herr Zahne, mein Ziel war, einen zweiten Ortstermin und zwar einen gerichtlichen Ortstermin zu erwirken.
Ich hatte ja in der Anklage unter den Beweismitteln den Ortstermin angeboten als Beweismittel und das Ziel oder auch die einzige Chance, das Gericht davon zu überzeugen, dass der Angeklagte lügt, war, mit denen ins Feld zu gehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe dann in der Hauptverhandlung beantragt, dass wir diesen Ortstermin durchführen und.
Und das Gericht hat dem stattgegeben und deshalb war es vielleicht auch ganz gut, dass zunächst nicht eröffnet wurde, weil das Gericht wollte sich natürlich nicht noch einmal von einem Obergericht sagen lassen, dass es hier vielleicht nicht ausreichend hingeguckt hat. Und deshalb war für mich eigentlich klar, wenn ich das beantrage, dann wird es diesen Ortstermin auch geben, damit die Kammer nachher alles, aber auch wirklich alles erhoben hat und dann wahrscheinlich freispricht.
Nehmen Sie uns mal mit in diese Nacht, in die Sie dann also nochmal mit allen Prozessbeteiligten zum Tatort gefahren sind. Ja genau, also das müssen Sie sich so vorstellen, wir hatten einen Ausgangspunkt, da haben wir ein Zelt aufgebaut. In dem Zelt haben wir mehrere Luftbilder aufgehängt, Tatortbilder. Mein Ziel war es, die Kammer bestmöglich und präpariert in diesen Ortstermin zu schicken.
Die Besonderheit war, der Angeklagte war ja zu dem Zeitpunkt auf freiem Fuß der war ja nicht in Haft und dann müssen Sie sich vorstellen wir waren natürlich früher da, Herr Brenner und ich dann kam irgendwann das Gericht mit drei Berufsrichtern, zwei Schöffen alle kamen von zu Hause an einem späten Abend dann kam der Verteidiger der hatte seinen Angeklagten dabei und
Und dann standen wir da alle. Ich hatte über Herrn Brenner mehrere Kleinbusse bestellt, weil die Kammer will natürlich dann auch unter sich da reinfahren. Wir hatten einen Bus und der Angeklagte mit seinem Verteidiger hatte einen Bus, damit die sich dann auch quasi austauschen können. Hatten wir also mehrere Busse. Wir haben eine Nacht ermittelt, die den Lichtverhältnissen der Tatnacht ähnelte. Also auch wieder eine auf Deutsch stockdunkle Nacht.
Und dann haben wir uns in diese Busse gesetzt. Wir haben die Kammer vorausfahren lassen, alle wussten. Jetzt muss der Mantel kommen, der ja angeblich gesehen worden ist von dem Angeklagten und es passierte genau das gleiche wie damals bei uns. Die sind alle vorbeigefahren. Super, habe ich gedacht. Wunderbar.
Erstes Ziel ist erreicht, den Mantel hat keiner gesehen. Dann sind wir alle wieder zurückgefahren, standen da also, es war stockdunkel und dann hat die Kammer gesagt, ja gut, dann spielen wir den Ortstermin jetzt weiter und dann sind die genauso wie wir damals in dieses kniehohe Gras marschiert. Wir haben damals den Eigentümer gebeten, das Gras stehen zu lassen, damit es genauso stand wie damals und ja, es war genauso wie beim ersten Ortstermin. Die sind da reingelaufen.
Bemerkenswert war noch der Angeklagte mit seinem Verteidiger. Die wollten sich das gar nicht antun. Die blieben auf der Straße stehen und belächelten die ganze Situation, insbesondere der Verteidiger. Und das Gericht stand dann auch irgendwann genauso wie wir, stockdunkel in diesem Gras. Und irgendwann sagte der Vorsitzende, so jetzt reicht es, machen Sie bitte das Licht an. Und als das Licht an war, wo standen alle? Mitten in einem Tatort.
Und auch das weiß ich noch wie heute. Es war ein ähnlicher Aha-Moment, wie ich ihn hatte. Und ich glaube, das Gericht hatte ihn in dem Moment auch. Wir haben dann genau hingeguckt und dann ging es natürlich auch wieder um dieses schwarze T-Shirt. Und auch das war trotz Flutlicht nahezu nicht zu erkennen. Damit war die Schutzbehauptung des Tatverdächtigen, dass er lediglich nachts ein T-Shirt gefunden haben will, aber sonst nichts mit dem Mord an Zwanke Sievers zu tun habe, enttarnt.
Das Gericht hat das erkannt. Am 3. November 2010 fällt das Urteil, lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes zur Verdeckung der sexuellen Nötigung. Was ist das für ein Gefühl nach über drei Jahren zäher Ermittlungsarbeit, Herr Brenner? In diesem ganzen Prozess und die gemeinsame Arbeit mit Arne sind mir zwei Situationen wirklich hängen geblieben. Und in zwei Situationen während der gesamten Ermittlungsarbeit, die ja sich über zweieinhalb Jahre gestreckt hatten, hatte ich zweimal eine Gänsehaut.
Das war einmal, als Herr Gerhard mich vom LKA angerufen hat mit der Botschaft, er war es. Und die zweite Gänsehaut hatte ich nach der Urteilsverkündung, dass unser Täter zur lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das war schon eine Genugtuung und auch ein schönes Ergebnis unterm Strich für unsere gemeinsame Zusammenarbeit. Das ist auch nur geschuldet daran, dass wir eigentlich so eine tolle Harmonie
hatten. Also nicht nur die Staatsanwaltschaft und die Polizei, sondern in allen Facetten, also auch die Kriminaltechnik, die uns da unterstützt hat. Also das ist wohl ein Zusammenspiel, was beispiellos ist bisher in der PI Cuxhaven, das muss ich so sagen.
Und natürlich dann auch der Pfad zur Mutter von Svanild, ihr die Botschaft zu überbringen, sie war bei der Verhandlung nicht zugegen, ihr dann auch wirklich die Gewissheit zu geben, wir haben die Tat aufgeklärt und wir wissen, wer es war, das war schon richtig, richtig super, eine Genugtuung, die ich auch in meiner Ermittlungsarbeit nicht vergessen werde. Herr Wieben, wie war das für Sie vor allem nach den Rückschlägen?
Ja, natürlich macht das zufrieden, aber man darf nicht vergessen, wir haben hier einen Mord aufgeklärt, ein fürchterliches Verbrechen. Da stellt man sich auch nicht als Staatsanwalt hin und freut sich, weil das wäre auch pietätlos. Mir hat es gezeigt, wenn Staatsanwaltschaft und Polizei.
In dem Fall Rainer Brenner in Person und meine Person, wenn da zwei sind, die es wirklich wissen wollen und die alle Möglichkeiten und alle Register ziehen, dann kann man auch solch einen Fall bei allen Rückschlägen zum Erfolg bringen. Und glauben Sie mir, es gab viele Gelegenheiten auszusteigen. Ich wurde auch aus der Staatsanwaltschaft Stade von verschiedenen Leuten angesprochen. Mensch, Arne, verrennst du dir da nicht und jetzt geht das durch die Presse und warum machst du immer weiter?
Aber Rainer Brenner und ich, wir wussten, er ist der Mörder. Und wir wollten es wissen und am Ende des Tages haben wir es auch gemacht. Lebenslang bekommen. Sie sind dran geblieben. Zum Glück. Denn nur durch die beharrliche Teamarbeit von Ihnen beiden und Ihren Kolleginnen und Kollegen ist der grausame Mord geklärt und der Täter verurteilt worden. 2022 starb der Mann in Haft. Bis zum Schluss leugnete er die Tat. Doch die Beweise und das Urteil sprechen eine klare Sprache.
Dr. Arne Wieben, Rainer Brenner, Herzlichen Dank, dass Sie uns diesen wirklich extrem spannenden Einblick in Ihre Arbeit gegeben haben. Schön, dass Sie hier waren. Ja, vielen Dank, Frau Neumeyer und Herr Zerne. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und danke, dass ich über den Fall berichten durfte. Ja, auch von mir ganz, ganz herzlichen Dank. Das war auch heute wieder ein großartiger Tag. Wir beide sind sehr mit diesem Fall verbunden und es hat Spaß gemacht, heute hier zu sein. Dankeschön.
Bedanken wollen wir uns auch bei Prof. Dr. Thomas Ehring, der uns die psychologischen Hintergründe so eindrücklich erklärt hat. Auch bei unserer Kollegin Simone Zahn bedanken wir uns. Sie hat das Manuskript für diese Folge geschrieben. Und natürlich auch wie immer ein Danke an euch, unsere Hörerinnen und Hörer. Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert unseren Podcast doch gerne. Die nächste Folge gibt es in zwei Wochen.
Wir sagen bis zum nächsten Mal und wie immer in diesem Podcast am Ende. Meine Worte bleibt sicher. An dieser Folge mitgearbeitet haben Nikola Hennisch-Koros, Katharina Jakob und Soy Jungblut. für Ton und Technik sorgten Stefan Gossen und Christina Mayer. Die Regie hatte David Gromer und die Redaktion im ZDF Kirsten Zilonka und Sonja Roy. Die Podcast-Folgen findet ihr übrigens auch auf dem ZDF-True-Crime-YouTube-Kanal. Den Link dazu, wie auch alle Infos, gibt's wie immer in den Shownotes.
Aktenzeichen XY Unvergessene Verbrechen ist eine Produktion der Securitel in Kooperation mit Bumfilm im Auftrag des ZDF.
